.Sam Ragga Band "Situations" (SAFA Records / Indigo / VÖ: 16. Juni 2006)


Sam Ragga Band "Situations"

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Stil: poppiger Roots-Reggae

Sam Ragga Band (press pic) Bekannt wurde die Hamburger Combo um den Londoner Frontmann Seanie T durch ihre Zusammenarbeit mit Jan Delay an dessen Album "Searching For The Jan Soul Rebels". Ehrensache, dass Jan Delay (und auch Samy Deluxe) die Sam Ragga Band als Gastsänger auf ihrem sensationellen Debut "Loktown Hi-Life" unterstützten. Aufgrund dessen klingt das Debut auch sehr nach HipHop, was sich bei den nachfolgenden Releases jedoch ändern sollte. Für den zweiten Longplayer "the sound of sam ragga" konnte man zwar Nena gewinnen, insgesamt blieb das Album jedoch hinter den Erwartungen zurück. Nun will es die Combo aus Hamburg-Lokstedt noch einmal wissen und legt ihren mittlerweile dritten Longplayer vor, der eine deutliche musikalische Weiterentwicklung aufzeigt.

Zur CD selbst: Die Sam Ragga Band (Seanie T./Vocals, Oliver Kusterer/Keyboard, Hartmut Karez/Drums, Marc Wilkes/Gitarre, Alexander Busse/Bass, Detlef von Boetticher/Percussions) beweist mit diesem neuen Album endlich Klasse und Eigenständigkeit. Nicht nur, dass "Situations" auf dem bandeigenen, kürzlich gegründeten Label SAFA Records erscheint, weg von HipHop und Gastsängern, hin zu den Wurzeln der Band, dem Reggae und Ragga heisst diesmal die Devise.
Der Leadsänger Seanie T steht dabei mehr denn je im Vordergrund und liefert 11 sehr hörenswerte Stücke ab, die von schönen Pop-Melodien und anspruchsvollen, klischeefernen Texten leben. Diese prangern vor allem, wie im Reggae üblich, soziale und gesellschaftliche Missstände an ("stop firing", "nuttens wrong", "poorman affair", etc) und sind diesmal komplett in englisch gehalten.
Auf den ersten Blick vermisst man zwar die hochkarätigen Gastmusiker der letzten beiden Alben, dafür klingt "Situations" jedoch deutlich homogener als die Vorgänger. Unterstützt durch die Backing Vocals von Simone Watson und Jessica McIntyre läuft Seanie T zu bisher ungeahnter Höchstform auf und macht die diesmal fehlenden Gastmusiker überflüssig.
Am überzeugendsten dringt "come rock with me" ins Ohr, Ein Sommer-Song mit viel Hitpotential, den man einfach sofort mitsingen muss. Die restlichen 10 Songs zielen weniger auf die Charts, sind auch nicht wirklich clubtauglich und laden eher zum entspannten Chillout ein, den man am besten im Park oder am Badesee mit einigen Freunden und einem Spliffy im Mundwinkel geniessen sollte. "Situations" ist endlich mal ein Album, das auch ohne gekünstelte Hits trotzdem der breiten Masse gefallen wird.

Auch Live ist die Sam Ragga Band sehr zu empfehlen, wovon Ihr Euch ab August selbst überzeugen könnt. Hier geht's zu den Tourdates.

Anspieltipps:
02 "stop firing"
03 "come rock with me"
07 "all fucked up"
08 "never give up"
(Gesamtspielzeit: 11 Tracks, ca. 49 Minuten)

Fazit: Mit "Situations" liefert die Sam Ragga Band das erste Album ab, bei dem alle Songs wie aus einem Guss klingen und festigen damit ihren Ruf als eines der besten Ragga-Soundsystems in Deutschland.