.Seeed "Next" (Warner / VÖ: 14.Oktober 2005)




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Die unvergleichlichen Berliner von Seeed haben mit "Next" ein neues Album rausgebracht, das mittlerweile dritte. Leider kan man vorwegnehmen, dass das Debut "new dubby conquerors" nach wie vor unerreicht bleibt, mit großem Abstand vor "music monks", dicht gefolgt von "next". Trotzdem gibt es wie immer guten Sound, gemischt aus etlichen genres (Reggae, Ska, HipHop, Dub, Blues, Soul, etc.) und wie immer mit rotzfrechen Texten. "Next" hat weniger Blasinstrumente aber dafür mehr Beats als bisher gewohnt und wirkt dadurch etwas HipHop-lastiger.

mit "Schwinger" und "Ding" sind Seeed erneut zwei tanzbare, gute Stücke mit gewohnt spaßigem Text gelungen. "Stand Up" ist nichts besonderes aber nett anzuhören und ebenfalls sehr tanzbar. "Aufstehn" ist das einzige Stück, das an das bisher unübertroffene Debut ("new dubby conquerors") von Seeed erinnert und qualitativ mithalten kann. Der Genuss von "please please" nervt schon nach wenigen minuten und erinnert an das kleine Kind im Supermarkt, das vor dem Süßigkeitenregal steht und seine Mama anbettelt "..bitte bitte ...".
Musikalisch kann "tight pants" zwar auch keine Meilensteine legen, dafür ist der Text jedoch sehr amüsant, ein kleiner diss an die Girls mit den ganz engen Hosen. Für meinen Geschmack etwas zu beat- und hiphoplastig dröhnt das monotone "oceans 11" ins Ohr und auch das nachfolgende "light the sun" erhalten das prädikat hörbar aber wenig originell. Insgesamt hätte ich mir mehr instrumentale spielereien und vor allem Tropeten gewünscht.
Glücklicherweise folgt dann irgendwann das wunderbare "Goosebumps", das irgendwie alles vereint: eine ordentliche Portion Reggae- und Ska-Beats, gepaart mit Trompeten, Background-Vocals und einem guten Rap - Gute Laune pur!
Das nachfolgende "Slowlife" versprüht einen Hauch von Dancehall, ist jedoch einfach zu slow gehalten um ohne den Griff zur Bong zu gefallen und auch dann reißt dieser Song es nicht raus. Die letzten drei Songs befreien den Hörer dann wieder aus seiner Lethargie und bieten tanzbares und beatorentiertes leicht über dem Mittelmaß.
Insgesamt eine durchwachsene Platte, die ich sicherlich in den Himmel gelobt hätte, gäbe es da nicht die alten und großteils besseren Stücke von Seeed. Da diese mittlerweile jeder auswendig kennt ist dieses Album dennoch empfehlenswert.


Anspieltipps:
01 "Schwinger"
02 "Ding"
03 "stand up"
04 "Aufstehn" feat.Cee-Lo Green
10 "Goosebumps"
12 "She got me twisted"
(Gesamtspielzeit: 14 Tracks, ca.45 Minuten)

Fazit: Selbst das bisher schwächste Album von Seeed ist verglichen mit dem meisten was uns Radio und Glotze so um die Ohren hauen schön anzuhören. Guter, sehr facettenreicher Sound, wie immer mir viel Liebe und noch mehr Instrumenten gemacht, nur diesmal (leider) etwas HipHop-lastiger als bisher gewohnt. (dr.öge)