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Die unvergleichlichen Berliner von Seeed haben mit "Next"
ein neues Album rausgebracht, das mittlerweile dritte. Leider kan man
vorwegnehmen, dass das Debut "new dubby conquerors"
nach wie vor unerreicht bleibt, mit großem Abstand vor "music
monks", dicht gefolgt von "next". Trotzdem
gibt es wie immer guten Sound, gemischt aus etlichen genres (Reggae, Ska,
HipHop, Dub, Blues, Soul, etc.) und wie immer mit rotzfrechen Texten.
"Next" hat weniger Blasinstrumente aber dafür
mehr Beats als bisher gewohnt und wirkt dadurch etwas HipHop-lastiger.
mit "Schwinger" und "Ding" sind
Seeed erneut zwei tanzbare, gute Stücke mit gewohnt spaßigem
Text gelungen. "Stand Up" ist nichts besonderes aber
nett anzuhören und ebenfalls sehr tanzbar. "Aufstehn"
ist das einzige Stück, das an das bisher unübertroffene Debut
("new dubby conquerors")
von Seeed erinnert und qualitativ mithalten kann. Der Genuss von "please
please" nervt schon nach wenigen minuten und erinnert an das
kleine Kind im Supermarkt, das vor dem Süßigkeitenregal steht
und seine Mama anbettelt "..bitte bitte ...".
Musikalisch kann "tight pants" zwar auch keine Meilensteine
legen, dafür ist der Text jedoch sehr amüsant, ein kleiner diss
an die Girls mit den ganz engen Hosen. Für meinen Geschmack etwas
zu beat- und hiphoplastig dröhnt das monotone "oceans 11"
ins Ohr und auch das nachfolgende "light the sun" erhalten
das prädikat hörbar aber wenig originell. Insgesamt hätte
ich mir mehr instrumentale spielereien und vor allem Tropeten gewünscht.
Glücklicherweise folgt dann irgendwann das wunderbare "Goosebumps",
das irgendwie alles vereint: eine ordentliche Portion Reggae- und Ska-Beats,
gepaart mit Trompeten, Background-Vocals und einem guten Rap - Gute Laune
pur!
Das nachfolgende "Slowlife" versprüht einen Hauch
von Dancehall, ist jedoch einfach zu slow gehalten um ohne den Griff zur
Bong zu gefallen und auch dann reißt dieser Song es nicht raus.
Die letzten drei Songs befreien den Hörer dann wieder aus seiner
Lethargie und bieten tanzbares und beatorentiertes leicht über dem
Mittelmaß.
Insgesamt eine durchwachsene Platte, die ich sicherlich in den Himmel
gelobt hätte, gäbe es da nicht die alten und großteils
besseren Stücke von Seeed. Da diese mittlerweile jeder auswendig
kennt ist dieses Album dennoch empfehlenswert.
Anspieltipps:
01 "Schwinger"
02 "Ding"
03 "stand up"
04 "Aufstehn" feat.Cee-Lo Green
10 "Goosebumps"
12 "She got me twisted"
(Gesamtspielzeit: 14 Tracks, ca.45 Minuten)
Fazit: Selbst das bisher schwächste
Album von Seeed ist verglichen mit dem meisten was uns Radio und Glotze
so um die Ohren hauen schön anzuhören. Guter, sehr facettenreicher
Sound, wie immer mir viel Liebe und noch mehr Instrumenten gemacht, nur
diesmal (leider) etwas HipHop-lastiger als bisher gewohnt. (dr.öge)
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