| .Single "Pio Pio" (Elefant / rough trade / VÖ: 02. März 2007) | |
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Stil: Indie-Pop mit spanischen Vocals Format: CD oder 2LP Die Indie-Popband Single ist eine Combo unter der Leitung der Sängerin und Bassistin Teresa Iturrioz und Ibon Errazkin. Fans des Genres kennen die beiden evtl. noch aus den 90ern mit ihrer spanischen Band Le Mans. Wenig überraschend also, dass "Pio Pio" sehr nach Le Mans klingt und deren Fans auch nicht enttäuschen wird. Zur CD selbst: Eletro-Pop ist die musikalische Basis des Albums, doch trotz der Homogenität und dem ganz eigenen Musikstil ist die Platte unglaublich vielseitig. Melodischer Pop, Elemente aus Klassik, Swing, Jazz und Country sind zu hören, dann wieder Bossa Nova oder Trip Hop. All das und noch mehr auf einem Album unterzubringen ohne dabei den Fokus für's Wesentliche zu verlieren, das ist schon eine Kunst für sich. Doch Single schaffen es, mit einer Vielzahl an Instrumenten schöne, abwechslungsreiche und melodische Klangwelten zu erzeugen, in deren Zusammenhang das Wort Monotonie rein gar nichts zu suchen hat. Im Opener "Pio Pio", der gleichzeitig Titeltrack ist, empfangen den Hörer Orchester-Klänge (ich meine Geige, Violine und Harfe gehört zu haben) und schöner, samtweicher Frauengesang. Sehr schön anzuhören, nur dumm, dass bei uns hier keiner spanisch versteht. Deutlich Beat lastiger aber ebenso swing- bzw. tanzbar geht es dann in "Mi primer viaje" und "Quiero estar contigo" zu. In letzterem sind sogar Computerspiel-Samples marke Space Invader zu hören. Hier muss man eben auf wirklich alles gefasst sein aber das ist gut so! Auch "Honey" ist ein schöner, laid back Tune, was allerdings der schlumpfartige Chorus darin soll, wird uns auf immer ein Rätsel bleiben, kommt irgendwie sehr unpassend und erinnert an Vater Abraham und seine Schlümpfe. Naja, ein Fauxpas sollte erlaubt sein, denn der Rest des Albums ist sehr gelungen, was auch das nachfolgende "Señor Invierno" beweist: Relaxter Trip Hop Beat mit laszivem weiblichem Sprechgesang. Sagte ich schon, dass dieser Longplayer verdammt abwechslungsreich ist? Veträumt geht es mit "Algo raro" und "Llévame a dormir" weiter und gewisse Parallelen zu Air werden hörbar. Nett anzuhören, doch die etwas ausgefalleneren Tracks der Scheibe sind die besten. So auch "Mira, basta", das mit seinen treibenden Beats und dem gelungenen Duett auch den nicht-Spaniern schnell ins Ohr geht. Zum Ende der CD folgen dann noch einige verträumte Stücke, die vor allem durch den schönen Gesang und den sehr gekonnten, teils minimalen Einsatz von etlichen Instrumenten überzeugen können. Das ganze Klingt mal nach Air, dann wieder wie De-Phazz oder eben Le Mans. Wer der spanischen Sprache mächtig ist und die erwähnten Bands mag wird schlichtweg begeistert sein. Man muss nicht unbedingt Spanisch verstehen, um diese Platte zu mögen, doch mit üblichen englischen Lyrics hätten Single ausserhalb von Spanien sicher für mehr Aufhorchen gesorgt. Anspieltipps: 01 "Pio Pio" 03. "Quiero estar contigo" 05. "Señor Invierno" 08. "Mira, basta" 12. "Tu perrito librepensador" (Gesamtspielzeit: 15 Songs, ca. 56 Minuten) Fazit: Vier Songs der Platte wurden bereits vorab auf einer EP veröffentlicht, der Kauf des Albums lohnt aber dennoch, denn auch diese vier Songs wurden neu und verändert eingespielt. Die CD ist im schicken und kunstvoll gestalteten Digipack vom spanischen Top-Designer Javier Aramburu erhältlich und für die artgerechte Haltung empfiehlt sich im Regal ein Platz neben Le Mans, De-Phazz, Air, Kid Loco, Moby und Mole. (Dr.Öge) |