| .Social Distortion "Sex, Love And Rock'n'Roll" (timebomb / vö: 27.september 2004) | |
Stil: gestandener Mike Ness Rock’n’Roll Wenn ich an Social Distortion denke, dann ist das für mich immer „Mike Ness und Band“. Das soll nicht abwertend klingen, aber bei Social Distortion nimmt man eben hauptsächlich Mike Ness (Gesang und Lead-Gitarre) war. Das zweite an das ich denke, wenn ich den Namen Social Distortion höre ist straighter Rock’n’Roll mit Punk Einschlag, der aber immer großen Wert auf Rhythmusfraktion legt. Dazu ein paar Texte, die man auch als Nicht-Amerikaner im ersten Durchgang ohne Booklet raushören kann, und die gerne und oft das harte Leben eines (Punk-)Rockers darstellen. Fertig – Das ist Social Distortion. Und das ist auch gut so. Während ich die Platte (die europäische Version, dazu später noch was) gehört hatte, musste ich aus einer Laune heraus Social D (der Spitzname der Band) mit den Böhsen Onkelz vergleichen. Die Gemeinsamkeiten sind echt nicht von der Hand zu weisen, aber das ganze will ich auch nicht weiter vertiefen. Nun, mit „Sex, Love And Rock'n'Roll” haben Social D also nun ihr erstes Studio Album seit nunmehr acht Jahren veröffentlicht. Warum es so lange dauerte, weiß wohl niemand so genau, außer natürlich Mike Ness selbst. Aber in den letzten Jahren ist auch viel passiert: Dennis Dannel, langjähriger Gitarrist der Band verstarb unerwartet (2000), Mike veröffentlichte zwei Solo-Alben („Under the Influences“ (1999), „Cheating at Solitaire“ (1999)), eine Live CD wurde veröffentlicht („Live at the Roxy“, (1998)), ebenso eine Live DVD („Live in Orange County“, (2004), der alte Kult-Film „Another State of Mind“ wurde neu aufgelegt (2004) und die für Social Distortion obligatorischen Line-up Wechsel fanden natürlich auch statt (Chuck Biscuit verließ die Schlagzeug, Charlie Quintana ersetzte ihn; John Maurer verließ nach 18 Jahren den Bass der Band um durch Matt Freeman (Rancid) ersetzt zu werden!). Was gibt es nun über das Album zu sagen? Nun, es ist so, wie man es irgendwie erwartet hatte: Druckvoller Punk mit recht starkem Rock Einschlag, eingängige Melodien, gewohnt kraftvolle Stimme inklusiver sofort ins Ohr gehender Texte. Dazu eine mehr als solide Produktion (Cameron Webb (Zebrahead, Motorhead) und Mike Ness) und fertig ist das Ganze. Und da muss die Kritik am Album leider ansetzten: Für mich ist das Vorgängeralbum „White Light, white Heat, white Trash“ mit seinem bittersüßen Schmerz einfach als Maßstab anzusetzen, denn auch wenn es mit Abstand das dunkelste und reifste Werk der Kalifornier war, so war es auch meiner Meinung nach auch der beste Release gewesen. Und gemessen an diesem Album (aber auch an den anderen Alben) fällt die neue LP leider ein wenig ab: zu oberflächlich, zu vorhersehbar aber auch zu innovationslos wirkt das ganze. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Es ist immer noch Social Distortion und einige Songs hätten durchaus auf einem der älteren Alben drauf sein können, aber bis auf wenige Highlights klingt vieles einfach zu beliebig. Auf dem Album ist kaum ein Track drauf, bei dem man sich denkt „Wow, der war ja jetzt der Überhammer gewesen“. Andererseits ist auch kein Track eine wirkliche Enttäuschung. Wie es halt so ist bei „soliden Alben“. Herausheben möchte ich an dieser Stelle „Reach for the Sky“, das das Album schön druckvoll eröffnet und „Footprints on My Ceiling“, einer der langsameren Songs, den man schon von der letzten Live-DVD kennt. Außerdem ist mir „Angel's Wings“ wirklich ans Herz gewachsen. Ein wirklich schöner Song. Auch „Don't Take Me for Granted“, der Song den Mike (laut Legende) bereits drei Tage nach dem Tod von Dennis Dannel schrieb, um den Verlust besser verarbeiten zu können, kann als gelungen bezeichnet werden. Als Bonustrack befindet sich auf der europäischen Version eine Live Version von „Mommys little Monsters“, die wohl ein Audio-Rip der 2004’er Live-DVD ist. Damit auch zum vielleicht ärgerlichsten Punkt dieser Veröffentlichung: Im Internet findet sich eine Advanced-Version (also ein Vorab-Presse-Version) des Albums, die den Track „Angel's Wings“ (der Abschlußtrack des Albums) in einer Akustik-Version beinhaltet. Diese Version schlägt die normale Version um Längen und wäre auch mit der beste Track des ganzen Albums gewesen. Leider habe ich nicht feststellen können, ob dieser Track regulär als Bonus-Track auf der amerikanischen Version des Albums vorhanden ist. Wenn ja, dann wäre dieser „Tausch“ wirklich eine Verarsche, denn „Mommys little Monsters“ war ja auch auf der Live-CD bereits vorhanden. Aber auch wenn dem nicht so ist, so ist es für mich absolut unverständlich, dass der Track nicht regulär aufs Album gepackt wurde. Aber das sind ja alles nur Spekulationen. Was zählt ist die veröffentlichte Musik, und die ist wie oben gesagt nicht herausragend, aber eben auch keine Enttäuschung. Auf der Band-Homepage kann man übrigens zwei Lieder vom Album runterladen um sich ein eigenes Bild von dem ganzen zu verschaffen. Anspieltips: 01. Reach for the Sky 03. Don't Take Me for Granted 04. Footprints on My Ceiling 10. Angel's Wings Fazit: Social Distortion sind zurück. Überraschungen haben sie daheim gelassen, so dass Social Distortion Fans sich auch dieses Album ohne Bedenken zulegen können. Aber auch die „Nachkömmlinge“, die bisher für Social D zu jung waren, können hier ohne Bedenken mal reinhören. Wertung: 7/10 |
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