.Swayzak - "Route de la Slack" (!K7 / Rough Trade / VÖ: 17. März 2006)




REINHÖREN

more info:
k7.com


Über zehn Jahre ist es her, als die beiden Briten James Taylor und David Brun Brown unter dem Künstlernamen Swayzak gemeinsam anfingen Musik zu machen. Mittlerweile haben sich die beiden weltweit als Minimal Tech House-Spezialisten einen Namen gemacht. Nach ihrem letzten Album "Loops from the Bergerie", dass mit starken Synthie-Pop Anleihen überraschte, melden sich die beiden nun mit einem Doppelalbum zurück. "Route de la Slack" gleicht einer Art Bilanz ihrer bisherigen Arbeiten und bringt neben einer Vielzahl von Remixen auch bisher unveröffentlichte Raritäten ans Tageslicht oder besser gesagt zu Ohren.

Auf der ersten CD kommt man in den Hörgenuss der besten Remixe der beiden, die ebenso so verschieden und unterschiedlich sind, wie ihre eigentlichen Macher. So findet man neben Artists wie Quark, Slam, George Sarah, oder Mighty Math auch die Lady der Spoken Words Ursula Rucker oder Wahl Chilene Senor Coconut wieder. Besonders schön ausgewählt haben die beiden Engländer den Opener "Acoustiques Paralleles" von Quark, der mit sanftem französischem Gesang sehr chillig daher kommt. Danach geht es aber auch gleich etwas elektronicher zur Sache: der im Original von Ursula Rucker stammende Song "Tic Toc" wird nach feinster Swayzak-Manier neu interpretiert und ist kaum wiederzuerkennen. "Human" von Slam ist ebenso minimalitisch gehalten, wie der darauf folgende "Smoke On The Water" von Senor Coconut. Eigentlich entsprechen alle Songs der ersten CD diesem Kriterium. Naja ok, "Devil Of Rotations" der im Original ebenfalls von Swayzak vs. Therom stammt, wird mit Rasselgeräuschen und kleinen melodischen Einspielungen etwas aufgelockert. Einzig der Opener "Acoustiques Paralleles" von Quark, "Changes" von Tahiti 80" und "Random Access Memory" von Bergheim 34 kommen mit französischen Vocals und etwas Abwechslung im Beatgerüst ganz anhörbar daher.

Die zweite CD "Rarities" nimmt uns mit auf eine musikalische Reise, die ganz weit back to the beginning führt. Jeder der sich schon etwas länger mit Swayzak beschäftigt, weiß, dass die beiden Tech House-Spezialisten schon die verschiedensten Wege eingeschlagem haben: es ging vom Laptop weg zum analogem Tonstudio wieder zurück zum Laptop. Oder so ähnlich..., auf jeden Fall war ihr Sound schon immer sehr elektronisch und stark minimalistich geprägt. Wie auch immer, "Rarities" versorgt alle Swayzak-Fans mit zehn bisher unveröffentlichen Songs des englischen Duos. Den Anfang von CD II macht der langsame, mit Ambient-Anleihen versehene Song "Ease My Mind" (1999). Der darauffolgende Song "Slave To The Hard Drive" (2002) wird dann schon wesentlich mehr von House geprägt. Die nachfolgenden Songs "Lokal" (1998), "If I Didn't Care" (1996), Grace's State" (2000), "Wave Mail" (2002), "Mike Up Your Mind" (2005) und "Blufarm" (1998) stammen zwar aus den unterschiedlichsten Jahren, halten das Houselevel aber alle gelichermaßen hoch.
"Saints" (1996) und "I Love Lassie" (1994) stammen beide aus der Mitte der neunziger Jahre und kommen im Vergleich zum Rest eher experimentell daher.

Auch wenn ihr Sound vor Minimalimus nur so strotzt, eins muss man James Taylor und David Brun Brown einfach lassen: sie haben ein gutes Händchen dafür, den passenden Opener für ihre CDs auszuwählen.

Anspieltipps:
CD I
01. Quark - "Acoustiques Paralleles"
05. Swayzak vs. Therom - "Devil Of Rotations"
07. Tahiti 80 - "Changes"
08. Bergheim 34 - "Random Access Memory"
(Gesamtspielzeit: 10 Tracks, ca. 67 Minuten)
CD II
01. Swayzak - "Ease My Mind"
(Gesamtspielzeit: 10 Tracks, ca. 69 Minuten)

Fazit: Für wahre Swayzak-Fans und Freunde minimalistischer Elektro-Musik. (nac)

Für Fans von: Miss Kittin, Alter Ego, Timo Maas, Ricardo Villalobos