.Terrorgruppe "Rust In Pieces" (Destiny Records / VÖ: 25. August 2006)

Stil: Aggropop’ auf Englisch

Nun, dass die Terrorgruppe eine neue CD vorlegt, ist ja nichts Ungewöhnliches. Nun ist aber diese CD doch etwas außergewöhnlich, und zwar aus zwei Gründen:
1. Es ist eine englischsprachige CD!
2. Sie ist der letzte Release der Terrorgruppe!

Nun gut, Punkt 2. ist jetzt nicht überraschend, schließlich stand die Trennung schon länger fest und wurde uns im Interview im Jahr 2004 auch schon von der Terrorgruppe selbst erläutert. Trotzdem ist das letzte Album auch immer ein Release, an dem das Schaffen einer Band rückblickend gemessen wird, insbesondere wenn schon während der Produktion die Trennung feststand. Man denke daran, wie Ikonen, wie z.B. The Clash oder auch die Ramones sich mit ihren späten Veröffentlichung so einiges vom selbstverdienten Ruhm zerstört haben. So wird die Produktion, die sowieso aufgrund einer Krankheit von Produzent Andy Jung später begann, mit Sicherheit nicht einfach gewesen sein. Ein paar Gedanken zu Punkt 1.: Wenn man hört, dass eine deutsche Punkband einige ihrer Songs ins Englische übertragen und veröffentlicht hat, dann wird man wohl zunächst an die Toten Hosen und ihre „Love, Peace & Money“ bzw. „Crash Landing“ Platten denken, wobei letztere ja von vorneherein nur für den ausländischen Markt produziert wurde. Insoweit präsentiert die Terrorgruppe uns hier kein Novum. Nicht mal in eigener Sache sogar, denn mit "1 World – 0 Future" - Brasil Edition und "Terrorgruppe über Amerika" wurden ja bereits fremdsprachige Produktionen veröffentlicht. Wie schon bei den früheren Releases sind auch hier bereits veröffentlichte (deutschsprachige) Songs die Grundlage für die neuen Songs. In diesem Fall wurde fast das komplette (sprich 11 von 15 Songs) "Fundamental" Album von 2003 ver-englischt. Aus "Hedonistische Heilsfront" wird "hedonistic salvation front" etc.

Nun kann man aber Mal zum Punkt kommen und fragen „Was bietet nun die CD“? Die Antwort ist spektakulär unspektakulär: Bewährten Terrorgruppen "Aggropop" ohne besondere Ausschläge nach oben unten. Hier und dort wurden im Vergleich zu "Fundamental" die Lieder in Teilen neu arrangiert, hier und da die Texte vom Sinn her geändert und ab und zu findet sich ein Track, der nicht im Original auf der "Fundamental" war (z.B. "DeeDee").


Fazit: Ansonsten gilt hier das selbe wie bei allen Terrorgruppe Releases: Die Terrorgruppe blieb sich stilistisch wie musikalisch treu und wer bisher mit ihnen glücklich war, der wird es auch bleiben. Einzig diejenigen, die mit der Terrorgruppe noch nie etwas anfangen konnten werden wohl für den Rest ihres Lebens Terrorgruppen-los bleiben, denn ein neues Album dürfte wohl nicht mehr kommen. In so weit: Die Terrorgruppe ist tot – Es lebe die Terrorgruppe! Wertung: 7/10
(Bär)