.texta "so oder so" (tontraeger / vö: 23. februar 2004)




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texta.at


texta kommen aus linz in österreich, sind gute freunde der münchener hiphop-combo blumentopf und genauso klingen sie auch, story-telling hip-hop nur mit ösi-akzent eben!

zunächst mal sollte man vorwegnehmen, daß akzent und mundart für den deutschen zuhörer teilweise etwas anstrengend und manchmal auch schwer verständlich sind, daß es sich aber trotzdem lohnt, sich in diesen style hineinzuhören.

auf ihrem mittlerweile vierten album haben die veteranen des deutsch-hiphop plötzlich tiefgründige, gesellschaftskritische texte und geben sich politisch interessiert wie nie. ist da etwa jemand reifer und älter geworden?
das spiegelt sich abgesehen von den texten auch im sound wieder und daher klingen texta nun wesentlich weniger spontan & verspielt, dafür präsentieren sie uns nun gut durchstrukturierte songs mit soliden beats und viel ohrwurm-potential.
das intro ist direkt im eigensinnigen mundart-stil gehalten und konnte uns daher auch nicht so recht erfreuen, was aber sofort von "nur die liebe zählt" wieder mehr als wett gemacht wird. darin erzählen texta über sich selbst on tour und es ist ein sympathischer, 1A party-track mit chartpotential daraus geworden, ("... der club platzt, der club tanzt, was mut macht, heute wird gefeiert bis er zu macht..."), der richtig spaß macht!!
"heidiwari" kommt mit einem mitreißenden beat daher und mischt orientalische klänge mit ansätzen von d&b und rap. ein sehr mutiges und gelungenes stück, auch wenn es textlich nicht vom hocker reißen kann.
bei "geben & nehmen" bekommt irgenwie jeder sein fett weg und hier steht diesmal eigentlich nur der text im vordergrund, der einiges kann und von einer wummernden base-drum unterstützt wird. "koida kaffee" ist ein sehr klischeehträchtiger hiphop-track und hat uns mal eben so GAR NICHT gerfallen, diesen etwas prolligen style haben texta eigentlich überhaupt nicht nötig. ganz anders in "es bahnt sich an", für das ein altes sample von samy deluxe herhalten mußte. interessanter, kritischer text + gut gewähltes sample + lässiger beat = ein weiterer guter song ...
im nächsten stück legen die vier linzer sogar noch einen drauf und schustern aus haufenweise bekannten, alten samples einen smoothen rap-song zusammen.
"daha daha" hat zwar einen blöden namen, dafür aber einen so charmanten text, mit einem gaaanz lässigen sample gepaart, daß man einfach nicht wiederstehen kann, diesen song hundertfach zu hören!

"willkommen im club" erinnert irgendwie stark an "alle sind da" von blumentopf, denn textlich gibt es da einige parallelen, auch wenn texta hier viel mehr tempo drauf haben.
weiter sehr erwähnenswerte songs:
das genial kritische "fernweh" gefiel uns trotz dialekt und "österreich" ist gelungene gesellschaftskritik pur.
der beste song dieses longplayers ist ganz klar das gastspiel von blumentopf bei "alt". man kann mehr auf blumentopf stehen als texta oder eben umgekehrt, doch zusammen sind sie einfach unschlagbar. "alt" besticht mit einem wortwitz der seines gleichen sucht und ist für alle die gemacht, die so langsam in die jahre kommen und ein wenig ihrer jugend nachtrauern. erstaunlicherweise kann man sich hier in vielen versen selber wiederfinden und herzhaft lachen!
(zitate: "... du suchst nach pan-am und swiss-air in den gelben seiten und wenn jemand vom surfen spricht denkst du nur ans wellenreiten...", "...du hast die michael jackson "off the wall als kaufkassette...", "...und auf parties immitierst du didi hallervorden - mein gott was bist du alt geworden...")

anspieltipps:
02 "nur die liebe zählt"
06 "so oder so"
11 "willkommen im club"
12 "daha daha"
15 "alt"
16 "österreich
17 "fernweh"
(gesamtspielzeit: 18 songs, ca.76 minuten)

fazit: "so oder so" ist zwar nicht das beste album von texta, dafür aber mit abstand das abwechslungsreichste. die jungs sind ganz hörbar älter und vielseitiger geworden, ohne dabei ihren wortwitz verloren zu haben. dennoch ist und bleibt unser favorit ihr alter longplayer namens "gediegen".