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texta kommen aus linz in österreich, sind gute
freunde der münchener hiphop-combo blumentopf und genauso klingen
sie auch, story-telling hip-hop nur mit ösi-akzent eben!
zunächst mal sollte man vorwegnehmen, daß akzent und mundart
für den deutschen zuhörer teilweise etwas anstrengend und manchmal
auch schwer verständlich sind, daß es sich aber trotzdem lohnt,
sich in diesen style hineinzuhören.
auf ihrem mittlerweile vierten album haben die veteranen des deutsch-hiphop
plötzlich tiefgründige, gesellschaftskritische texte und geben
sich politisch interessiert wie nie. ist da etwa jemand reifer und älter
geworden?
das spiegelt sich abgesehen von den texten auch im sound wieder und daher
klingen texta nun wesentlich weniger spontan & verspielt, dafür
präsentieren sie uns nun gut durchstrukturierte songs mit soliden
beats und viel ohrwurm-potential.
das intro ist direkt im eigensinnigen mundart-stil gehalten und konnte
uns daher auch nicht so recht erfreuen, was aber sofort von "nur
die liebe zählt" wieder mehr als wett gemacht wird. darin
erzählen texta über sich selbst on tour und es ist ein sympathischer,
1A party-track mit chartpotential daraus geworden, ("... der
club platzt, der club tanzt, was mut macht, heute wird gefeiert bis er
zu macht..."), der richtig spaß macht!!
"heidiwari" kommt mit einem mitreißenden beat
daher und mischt orientalische klänge mit ansätzen von d&b
und rap. ein sehr mutiges und gelungenes stück, auch wenn es textlich
nicht vom hocker reißen kann.
bei "geben & nehmen" bekommt irgenwie jeder sein
fett weg und hier steht diesmal eigentlich nur der text im vordergrund,
der einiges kann und von einer wummernden base-drum unterstützt wird.
"koida kaffee" ist ein sehr klischeehträchtiger
hiphop-track und hat uns mal eben so GAR NICHT gerfallen, diesen etwas
prolligen style haben texta eigentlich überhaupt nicht nötig.
ganz anders in "es bahnt sich an", für das ein altes sample
von samy deluxe herhalten mußte. interessanter, kritischer text
+ gut gewähltes sample + lässiger beat = ein weiterer guter
song ...
im nächsten stück legen die vier linzer sogar noch einen drauf
und schustern aus haufenweise bekannten, alten samples einen smoothen
rap-song zusammen.
"daha daha" hat zwar einen blöden namen, dafür aber
einen so charmanten text, mit einem gaaanz lässigen sample gepaart,
daß man einfach nicht wiederstehen kann, diesen song hundertfach
zu hören!
"willkommen im club" erinnert irgendwie stark an "alle
sind da" von blumentopf, denn textlich gibt es da einige parallelen,
auch wenn texta hier viel mehr tempo drauf haben.
weiter sehr erwähnenswerte songs:
das genial kritische "fernweh" gefiel uns trotz dialekt und
"österreich" ist gelungene gesellschaftskritik pur.
der beste song dieses longplayers ist ganz klar das gastspiel von blumentopf
bei "alt". man kann mehr auf blumentopf stehen als texta oder
eben umgekehrt, doch zusammen sind sie einfach unschlagbar. "alt"
besticht mit einem wortwitz der seines gleichen sucht und ist für
alle die gemacht, die so langsam in die jahre kommen und ein wenig ihrer
jugend nachtrauern. erstaunlicherweise kann man sich hier in vielen versen
selber wiederfinden und herzhaft lachen!
(zitate: "... du suchst nach pan-am und swiss-air in den gelben
seiten und wenn jemand vom surfen spricht denkst du nur ans wellenreiten...",
"...du hast die michael jackson "off the wall als kaufkassette...",
"...und auf parties immitierst du didi hallervorden - mein gott was
bist du alt geworden...")
anspieltipps:
02 "nur die liebe zählt"
06 "so oder so"
11 "willkommen im club"
12 "daha daha"
15 "alt"
16 "österreich
17 "fernweh"
(gesamtspielzeit: 18 songs, ca.76 minuten)
fazit: "so oder so"
ist zwar nicht das beste album von texta, dafür aber mit abstand
das abwechslungsreichste. die jungs sind ganz hörbar älter und
vielseitiger geworden, ohne dabei ihren wortwitz verloren zu haben. dennoch
ist und bleibt unser favorit ihr alter longplayer namens "gediegen".
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