| .The Lodger "Life Is Sweet" (Noise Deluxe / AL!VE / VÖ: 30. Mai 2008) | |
Stil: Indiepop Format: CD "Life is Sweet" - so der Titel des neuen Albums von The Lodger - ist eine Aussage, die nicht jeder voller Überzeugung machen kann. Doch angesichts des in völligem Gegensatz dazu stehenden, tristen, schwarz-weißen CD Covers war das den Jungs aus Leeds, England scheinbar völlig klar. Denn darauf sitzen die drei frierend auf einer Parkbank und sehen alles andere als glücklich aus. Doch dazu haben sie eigentlich keinen Grund, denn seit ihrer Gründung vor vier Jahren sangen und tourten sich die drei erfolgreich durch die ganze Welt. Obwohl es bereits ihr zweites Album ist, kann es dennoch eine Premiere genannt werden, denn "Life is Sweet" wurde nicht nur unter einem neuem Label in Großbritannien, Bad Sneakers Records, sondern auch unter neuer Besetzung aufgenommen, denn sowohl am Bass als auch am Schlagzeug wurden die Frauen durch Männer ersetzt. Auch das könnte ein Grund für die miese Stimmung auf dem Cover sein. Zur CD selbst: Der erste Track "My Finest Hour" klingt sehr nach sweet life. Eine entspannte Melodie kombiniert mit der sympathischen und vor allem britischen Stimme von Ben Siddall machen einiges her. Ähnlich locker geht es mit der ersten Singleauskopplung "The Good Old Days" weiter. Ein Text über Motivation und Optimismus, eingebettet in die alt bekannte Kombination von Gitarre, Schlagzeug und Gesang machen diesen Track zu einem Highlight. Doch schon die nächsten beiden Titel lassen eine andere Stimmung aufkommen. Besonders "Honey" handelt von Ärger und Anschuldigungen, die nichts mehr mit sweet life zu tun haben. Und natürlich hat eine Frau Schuld an allem, die durch Passagen wie "Why Are You Always Cheating me, Honey?" allerdings auch nicht der perfekte Partner zu sein scheint. Untermalt wird dieser Song ausnahmsweise von einer von Frauenhand gespielten Geige, die da aber auch sehr gut hinpasst. Während "The Conversation", sehr nach Hard-Fi klingt, sind die drei in "A Hero’s Welcome" wieder ganz sie selbst, verstärkt durch ein Tamburin, zusätzliche Vocals und ein Gitarrensolo. Ein besonderes Augenmerk sei auch dem letzten Track gewidmet, der nach einigen weiteren guten Songs den perfekten Abschluss bildet. Was vielen Interpreten schwer fällt, scheint The Lodger leicht von der Hand zu gehen. "Famous Last Words" lässt das Album perfekt ausklingen und den Hörer auf mehr hoffen. Im Gegensatz zu vielen anderen Alben hat dieses keinen richtigen Fehlgriff. Alle Songs passen sehr gut in den Stil der Band, sind sowohl instrumental als auch gesanglich durchgehend gut und auch die Texte lassen kaum Wünsche offen. Allerdings hätten auf der CD noch ein oder zwei Songs mehr Platz gehabt, denn mit gerade einmal 35 Minuten ist "Life is Sweet" kein sonderliches langes Vergnügen. Anspieltipps: 02. "The Good Old Days" 04. "Honey" 11. "Famous Last Words" (Gesamtspielzeit: 11 Songs, ca. 35 Minuten) Fazit: The Lodger machen weiterhin guten, mittlerweile männlichen Indiepop, der jedem Indiefan gefallen wird. Und die Moral von der Geschicht? Vom Cover sollte man sich bei der Wahl einer CD nicht abschrecken lassen, denn oft sieht der Inhalt ganz anders aus. (JM) andrew.quarterman@alive-ag.de |
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