| .Thievery Corporation "Versions" (ESL / Soulfood / VÖ: 19. Mai 2006) | |
Stil: TripHop / Downbeat / Electro Wozu lange um den heissen Brei reden, sagen wir's doch lieber gerade heraus: Endlich mal wieder ein richtig gutes Album aus dem Donwbeat bereich! Da stört es auch wenig, das es sich hier NICHT um ein neues Studioalbum sondern um eine Remix-Collection der Thievery Corporation handelt. Wie eigentlich immer beweisen Rob Garza und Eric Hilton ein brilliantes Händchen bei der Songauswahl und bedienen sich nicht an dem xten Sample eines Hits von vor drei Jahren, so wie viele ihrer kommerzigen Kollegen. Daher liest sich die Tracklist auf den ersten Blick auch nicht wirklich spannend, doch der Schein trügt gewaltig! Die ersten beiden Songs "Tanara" von Ustad Sultan Khan und Damien's "Habanos Days" sind was für Freunde von Cafe Del Mar und ähnlichem Chillout. Danach folgt mit "This is not a love song" von Nouvelle Vague ein Absoluter Knüller(!), der vom Beat her sehr stark an "Sofa Rockers" von den Sofa Surfers erinnert, den mit Sicherheit viele von Euch als Remix von Kruder und Dorfmeister kennen. Dazu eine wunderbar laszive Frauenstimme, die dem psychedelischen Sound noch die gewisse Prise Erotik einhaucht. Der Song erzeugt eine einzigartige Atmosphäre und für Fans der frühen Alben von K&D oder den Sofa Surfers lohnt der Kauf dieser Platte schon fast nur wegen diesem einen Stück! Das solls aber noch lange nicht gewesen sein, denn mit "who needs forever" von Astrud Gilberto folgt ein weiterer Remix von ähnlichem Kaliber. Beide Songs klingen als kämen sie direkt aus der Wiener TripHop-Szene um Huber, Kruder, Dorfmeister & Co. Die zwei nachfolgenden chilligen Tracks von Emilie Simon und Herb Alpert sind ebenfalls schön anzuhören, brennen sich aber nicht so schnell ins Gedächtnis ein. Mit "Originality" ist auch ein brandneues Stück in feinster Thievery Manier vertreten, bei dem die beiden Masterminds aus Washington DC mit Hilfe von Sister Nancy und einem geilen Trompeten-Sample wieder mal einen ganz eigenen Klangkosmos zaubern. Auch einem alten Doors Klassiker ("Strange Days"), der schon öfter gecovert oder gesampled wurde verpassen Sie gekonnt einen ganz neuen Anstrich aber das hört ihr euch besser selber an! Leider ist nicht alles Gold was glänzt und so ist der Remix von "Revolution Solution" sowas von daneben, dass er schon fast an Bastard-Pop erinnert. Der Beat ist viel zu schnell und elektronisch geraten, die Vocals kommen da vom Tempo her nicht mit und so wirkt das ganze unpassend und holprig, man weiss gar nicht, ob man nun mit dem Beat mitwippen oder den erstklassigen Lyrics lauschen soll. Der Song war im Original auf dem letzten Studioalbum "Cosmic Game" schon ein Hammer und da gab's einfach nix mehr dran zu verbessern! Dennoch ist und bleibt diese Remix-Sammlung ein Pflichtkauf für Fans und Freunde des Genres. Das wie immer schön gestaltete Digipack macht sich eh gut im Regal und erfeulich ist auch, dass die CD mit 18 Songs und über 75 Minuten voll ausgereizt wurde. Anspieltipps: 03 "This is not a love song" Nouvelle Vague 05 "who needs forever" Astrud Gilberto 08 "Originality" Thievery Corporation feat. Sister Nancy 11 "Strange Days" The Doors (Gesamtspielzeit: 18 Songs, ca.75 Minuten) Wer die beiden Meisterdiebe noch nicht Live gesehen hat, hat das Beste bisher verpasst, hier ein Review ihres letzten Deutschland-Konzerts vom vorigen Sommer. Fazit: Vergesst die einschlägigen Lounge- und Chillout-Sampler, die können dieser Platte nämlich nicht das Wasser reichen! Achtzehn Remixes mit einigen absoluten Perlen darunter von der derzeit innovativsten Combo im Downbeat-Bereich. Wer kann da schon nein sagen? (Dr.öge) Für Fans von: K & D, Tosca, Sofa Surfers, Moloko, Groove Armada, Cafe Del Mar |
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