| .Tommy Guerrero "From The Soil To The Soul" (Quannum Projects / Rough Trade / VÖ: 17.11.2006) | |
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Stil: verspielter Downbeat Format: CD Die älteren oder mittlerweile ehemaligen Skater werden sich garantiert noch an Tommy Guerrero erinnern, er war Skateboard-Pro für Powell Peralta in den 80ern und 90ern und Mitglied der legendären Bones Brigade. Unvergessen ist natürlich auch sein Videopart in Powell's "Ban This", in dem Tommy Street- und Downhillskateboarding, für die damalige Zeit erstklassig kombinierte. Mittlerweile, im Alter von 33 Jahren ist Mr. Guerrero nicht mehr in Skate-Videos zu sehen, betreibt aber noch seine eigene Skate/Klamottenmarke Real Skateboards. Viele werden gar nicht mitbekommen haben, daß sich Tommy außerdem nach seiner Zeit als Skatebard-Pro zum DJ gewandelt und mittlerweile einige Alben aufgenommen hat. Dabei hat er sich mit den Alben "A Little Bit Of Something", "Loose Grooves & Bastard Blues", "Soul Food Taqueria" und seiner Ausgabe der "Another Late Night"-Compilation bei Freunden entspannter Musik längst einen Namen außerhalb des Skateboarding gemacht. Zusammen mit DJ Shadow betreibt er sein eigenes Label Quannum Projects und auf selbigem hat er vor wenigen Tagen seinen neuen Longplayer "From The Soil To The Soul" veröffentlicht. Zur CD selbst: Das Intro "Hello Again" ist smooth und verspielt, wie auch die ganze Scheibe. Genau wie die Vorgänger basiert auch dieses Album auf softem Elektro, mit Einflüssen aus Blues, Funk und diesem unbeschreiblichen Sound, der irgendwie an Krimi-Soundtracks wie "Die Straßen von San Francisco" erinnert. Kein Wunder, denn Tommy ist aus Frisco. Überhaupt würden sich viele der Songs sehr gut als Film-Soundtrack eignen. Bei seinem ganz eigenen Sound treffen organische Eletro-Klänge auf E- und Bass-Gitarre, Percussions, Keyboard, Kalimba und Gastvocals. Die Instrumente spielt Tommy in seinem Homestudio stets selbst ein und gibt dabei zu, kein wirkliches Konzept bei der Aufnahme gehabt zu haben. Er sei ein spontaner Musiker, so sagt er. ("I'll put down one of the drum tracks that I have and pick up my bass and guitar and just start playing to it and see what happens. If I like it I'll put it down on tape and just keep going from there. Most of the stuff I do is not well thought out or anything. I just kind of go with what comes to me at the time.") Doch konzeptlos klingt die überaus homogene Platte überhaupt nicht! ganz im Gegenteil: Mit viel Liebe zum Detail ist ein Album entstanden, das locker von einem Beat zum nächsten flowt und die Unterteilung in einzelne Songs verschwimmen läßt. Nach mehrmaligem Hören offenbaren sich schnell einige Highlights. Dazu zählt das schöne verspielte Intro "Hello Again" genauso wie "Badder Than Bullets", das wie die musikalische Untermalung zu einem James Bond Film klingt. "Tomorrow's Goodbye", geht mit seinem geilen, deepen Beat direkt ins Ohr und erinnert an den genialen alten Track "Soul Miner". Leider ist der Bollywood-mäßige Gesang etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Hätte mir persönlich als Instrumental besser gefallen! Der absolut beste Track ist der Elektro-Rocker "Let Me In Let Me Out" feat. Lyrics Born. Eingängig, mitreissen und mit fetten Vocals von Lyrics Born! Da es aber nicht viele Vocals zu hören gibt, mit denen man eine wirliche Message hätte rüber bringen können, zeigt der erklärte Kriegsgegner mit Songtiteln wie "No Guns More Glory" und "War No More" seine politische Einstellung. Mit einem wunderschönen Beat tönt auch "Salve" aus den Boxen, nur die Lyrics sind in einer nie gehörten Sprache und daher nicht wirlich ansprechend, schade. Insgesamt ist "From The Soil To The Soul" ein gewohnt smoothes Album von Tommy Guerrero, das sich erfrischenderweise nicht an Trends oder Kommerz orientiert. Anspieltipps: 03. "Badder Than Bullets" 04. "Tomorrow's Goodbye" 10. "Don't Fake It" 13. "Let Me In Let Me Out" (Gesamtspielzeit: 14 Tracks, ca. 41 Minuten) Tommy spielt außerdem in der Band Jet Black Crayon, die bald ein Album auf Funktion Records veröffentlichen werden. Ihr wollt Tommy Guerrero nochmal skaten sehen? Schaut einfach auf YouTube vorbei! Fazit: Jenseits von Monotonie und Kommerz hat Tommy mit "From The Soil To The Soul" ein gewohnt gutes und Album abgeliefert, das weder sein bestes noch sein schwächstes ist. Interessanter, verspielter Sound, schön anzuhören und mit einzelnen Highlights! (Dr.Öge) Für Fans von: DJ Shadow, Skeewiff, Unkle, Nightmares On Wax, Thievery Corporation |