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stil: variiert zwischen lounge, trip-hop und downbeat
seit ihrem letzten tosca album "dehli9"
sind rupert huber und richard dorfmeister
um einiges glück reicher geworden: joshua, arthur und conrad wurden
geboren, denen dieses album auch gewidmet ist (j.a.c.). bisher hatte ja
jede tosca scheibe einen autobiographischen zusammenhang, doch diesmal
ist es naheliegender denn je.
familienglück und vaterfreuden waren also eher das beherrschende
thema der beiden wiener in den letzten jahren, trotz familiärer umstände
haben sie es sich aber nicht nehmen lassen, ein weiteres, vielschichtiges
album aufzunehmen.
das familienleben macht die eltern bekannterweise eher gemächlich
und so überrascht es auch nicht, dass "j.a.c."
deutlich entspanntere töne anschlägt als der vorgänger
"dehli9".
trotzdem ist bei jedem song klar der lässige wiener tosca style zu
erkennen aber nicht zuletzt sind es auch die zahlreichen und hochkarätigen
gastmusiker, die den einzelnen songs eine ganz individuelle note geben:
chris eckman von den walkabouts ist
dabei (den man mal eben schnell im urlaub kennengelernt & angeheuert
hat), außerdem earl zinger
(aka galliano aka rob harris), ebenso der österreicher rocker graf
hadis wie auch die agyptisch-französische sängerin samiah farah
und last not least einer der besten mcs überhaupt farda p von rocker's
hifi.
kann ein solches kollektiv musikalisch totalen mist bauen?
nein, deshalb brauche ich wohl nicht weiter erklären, dass es sich
hier um ein hochqulitatives stück elektromusik handelt, das vor allem
lounge-liebhaber unbedingt zwecks wohnzimmerbeschallung besitzen sollten.
das schöne an tosca ist das verständnis als band. man bedient
sich nicht einfach an alten vielversprechenden samples, wie die anderen
electronica-kollegen sondern spielt mal eben gitarre, bass und keyboards
selbst ein. obwohl die beiden masterminds huber und dorfmeister natürlich
nach wie vor alle fäden ziehen, sind doch einige ehemalige gastmusiker
nun auch enger mit tosca verbunden. so sind earl zinger, graf hadik und
farda p bereits zum zweiten mal mit von der partie, außerdem unterstützten
sie die beiden wiener auch schon auf ihrer live tour 2003/2004. man darf
also gespannt sein, ob sich das duo tosca bald hin zu einer richtigen
band erweitert.
zur CD selbst:
der erste track darf mehr als entspanntes & interessantes intro verstanden
werden in dem uns diverse fremdsprachen näher gebracht werden!
in "heidi bruehl"
ist samiah farah am mikro zu hören, ganz nett aber irgendwie nicht
so mein ding, vor allem wegen der französischen vocals.
das darauf folgende "superrob"
mit earl zinger (bzw.rob harris) ist eindeutig einer der besten songs
der platte, da kann lediglich noch "john
lee huber" mithalten, welches genial von chris eckman
gesungen wurde, während rupert huber in die saiten griff ... wunderbar!
es folgen einige, überwiegend instrumentale songs, von denen man
mehrere hätte weglassen können, weil monoton & langweilig,
jedoch spätestens farda p in "damentag"
wird man für die musikalischen längen entschädigt, ein
groovendes, funkiges stück das richtig spass macht!
"naschkatze" ist
zwar ein schöner name für einen song, dieser fällt aber
leider auch unter die kategorie laaangweilig ... dagegen kommt "zuri"
locker, leicht des weges, lädt eindeutig zu ausgiebigen urlaubsträumen
ein und klingt sehr cafe del mar mäßig. das gleiche trifft
auch auf das sehr gelungene "forte"
zu.
obwohl dies ganz klar eine aussergewöhnlich gute und anspruchsvolle
platte ist, hätte man für meinen geschmack mehr tanzbare tracks
mit einfliessen lassen können.
doch so ist die scheibe nun irgendwie zu schade für den background
und zu easy für die tanzfläche, für ein paar kuschlige
stunden zu zweit im schlafzimmer eignet sich diese musik jedoch mit sicherheit
hervorragend - oder sagen wirs doch gerade heraus: "j.a.c."
ist ein 1A bett-soundtrack und vielleicht kam die inspiration hierfür
auch eher aus der zeit des kinder machens als des kinder habens ...
in den clubs werden die neue tosca also wohl nicht hören, viel eher
auf den anschließenden after hours. wie gesagt, familienleben macht
gemächlich und so ist es auch nicht verwunderlich, daß wir
kruder & dorfmeister in diesem
sommer nur auf einem einzigen festival bestaunen dürfen:
nämlich dem sonne
mond und sterne, dem offiziellen g-stoned
summercamp. dort aber dafür auch als headliner und wer das
wiener duo gerne mal life sehen will, dem kann ich dieses sehr entspannte
festival nur wärmstens empfehlen!
genial wie immer ist auch diesmal die verpackung bzw. das cover dieses
aussergewöhnlichen digipacks, es ist aus einer art gummirung oder
kunstleder und so etwas sieht nicht nur edel & aussergewöhnlich
aus sondern hatte ich bis dahin auch noch nie gesehen. war sicher aufwendig
in der herstellung ...
wie gewohnt waren tosca nicht nur beim cover sondern auch bei der benennung
der songs (was bei electronica ja manchmal etwas schwierig ist..) überaus
kreativ, wie man an titeln wie "john lee huber", "heidi
bruehl", "damentag", "superrob"
oder "naschkatze" ablesen kann.
anspieltipps:
03 "superrob"
04 "john lee huber"
06 "the big sleep"
09 "zuri"
11 "forte"
(gesamtspielzeit: 12 tracks, 62 minuten)
fazit: falls ihr euch bei diesem album
clubmäßige beats wie "gute laune" vom vorgänger
"dehli9" erwartet habt, seid ihr ganz klar auf dem
holzweg.
zum relaxen, loungen, chillen, rumhängen & genießen ist
"j.a.c." jedoch genau das richtige, wie heisst es doch
im sechsten song, "the big sleep" doch so schön:
"you mellow down eeeeeaazy ..." (dr.öge)
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