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Zweites Album, neues Glück. Die Transplants
schaffen es irgendwie, dass man wochenweise zwischen “So ein
alberner und langweiliger Rotz“ und „Wow, einfach
nur DIE Sommermusik!“ hin- und hergerissen ist. So war es beim
ersten Album und so wird es auch beim Nachfolger „Haunted
Cities“ sein.
Für die Leute, die von dieser Band noch nichts gehört haben,
das Wichtigste noch mal in Kürze:
Die Transplants waren ursprünglich ein Nebenprojekt von Rancid-Kopf
Tim Armstrong und Skinhead Rob,
einem ehemaligen Rancid-Roadie.
Anspruch war es, einen Punk-Hip-Hop Mix zu erstellen. Kurz vor Erscheinen
des ersten Albums kam Travis Barker
dazu, seinerzeit noch Drummer bei Blink 182.
Allerdings spielte Travis auf dem ersten Album nur die bereits mit der
Drum-Machine programmierte Beats noch mal mit dem Schlagzeug ein.
Am 21. Juni erschien nun das zweite Album „Haunted Cities“.
Auffällig ist, dass die Alben sich im Prinzip sehr ähneln. Viele
Tracks hätten auch auf dem anderen Album drauf seien können.
Auffällig ist weiterhin, dass die Songs aber nun entweder eher Hip-Hop-
oder Gitarrenlastiger sind. „Zwitter“ finden sich
wenige.
Die größte Schwäche des ersten Albums (das eintönige
Schlagzeug) wurde konsequent ausgebügelt, die Beats klingen nun etwas
lebendiger. Dafür wurde eine der großen Stärken des Debüts
(die große Anzahl prominenter Gaststars) vernachlässigt bzw.
verschoben: Waren auf dem ersten Album noch Davey Havok, Brody Armstrong
und Lars Frederiksen zu finden, so sind es diesmal mehr oder weniger bekannte
Rapper (darunter die nölende Stimme von Cypress
Hill), die ihren Teil dazugeben. Hier hätte ich mir mehr Gäste
aus der Gitarrenecke gewünscht. Bass spielt auf dem Album übrigens
wieder Matt Freeman.
Das lausigste auf dem Album sind eindeutig die Texte:
Drittklassiges und immer wiederkehrendes Rumgepose und Reime, die auch
ein Englisch-Neuling beim ersten Hören versteht. Außerdem nervt
die Stimme (oder besser das Geschreie) von Skinhead Rob immer noch total
ab.
Was ist nun das Besondere an den Transplants? Ganz einfach, die Musik!
Tim Armstrong schafft es wirklich immer wieder gute Songs zu schreiben.
Egal ob lässig ("What I Can’t Describe"),
tanzbar ("Gangsters and Thugs"), wütend ("Not
Today") oder ausgelassen ("American Guns"):
Die Songs zünden einfach und lassen die
oben genannten Schwächen sofort vergessen. Gerade das bessere
Schlagzeug wertet die Songs sehr stark auf.
Anspieltipps:
02 "Apocalype Now!"
07 "American Guns"
08 "Madness"
fazit: Das Live-Video von „DJ,
DJ“ bei Jimmy Kimmel zeigt, welches Potential in den Songs
vom ersten Album gesteckt hätte, wenn man die Beats nicht nur geloopt
hätte.
Was bleibt ist ein zwiespältiger Eindruck und vor allem die Erkenntnis,
dass in dieser Richtung noch einiges mehr gehen würde, wenn man sich
bei den Texten und dem Sprechgesang mehr Mühe geben würde.
Nichts desto trotz wegen des Songwritings gerade noch so 7/10 Punkte.
(Bär)
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