.transplants "haunted cities" (la salle / vö: 20.juni 2005)


Zweites Album, neues Glück. Die Transplants schaffen es irgendwie, dass man wochenweise zwischen “So ein alberner und langweiliger Rotz“ und „Wow, einfach nur DIE Sommermusik!“ hin- und hergerissen ist. So war es beim ersten Album und so wird es auch beim Nachfolger „Haunted Cities“ sein.

Für die Leute, die von dieser Band noch nichts gehört haben, das Wichtigste noch mal in Kürze:
Die Transplants waren ursprünglich ein Nebenprojekt von Rancid-Kopf Tim Armstrong und Skinhead Rob, einem ehemaligen Rancid-Roadie.
Anspruch war es, einen Punk-Hip-Hop Mix zu erstellen. Kurz vor Erscheinen des ersten Albums kam Travis Barker dazu, seinerzeit noch Drummer bei Blink 182. Allerdings spielte Travis auf dem ersten Album nur die bereits mit der Drum-Machine programmierte Beats noch mal mit dem Schlagzeug ein.
Am 21. Juni erschien nun das zweite Album „Haunted Cities“.

Auffällig ist, dass die Alben sich im Prinzip sehr ähneln. Viele Tracks hätten auch auf dem anderen Album drauf seien können. Auffällig ist weiterhin, dass die Songs aber nun entweder eher Hip-Hop- oder Gitarrenlastiger sind. „Zwitter“ finden sich wenige.
Die größte Schwäche des ersten Albums (das eintönige Schlagzeug) wurde konsequent ausgebügelt, die Beats klingen nun etwas lebendiger. Dafür wurde eine der großen Stärken des Debüts (die große Anzahl prominenter Gaststars) vernachlässigt bzw. verschoben: Waren auf dem ersten Album noch Davey Havok, Brody Armstrong und Lars Frederiksen zu finden, so sind es diesmal mehr oder weniger bekannte Rapper (darunter die nölende Stimme von Cypress Hill), die ihren Teil dazugeben. Hier hätte ich mir mehr Gäste aus der Gitarrenecke gewünscht. Bass spielt auf dem Album übrigens wieder Matt Freeman.
Das lausigste auf dem Album sind eindeutig die Texte:
Drittklassiges und immer wiederkehrendes Rumgepose und Reime, die auch ein Englisch-Neuling beim ersten Hören versteht. Außerdem nervt die Stimme (oder besser das Geschreie) von Skinhead Rob immer noch total ab.
Was ist nun das Besondere an den Transplants? Ganz einfach, die Musik!
Tim Armstrong schafft es wirklich immer wieder gute Songs zu schreiben. Egal ob lässig ("What I Can’t Describe"), tanzbar ("Gangsters and Thugs"), wütend ("Not Today") oder ausgelassen ("American Guns"): Die Songs zünden einfach und lassen die oben genannten Schwächen sofort vergessen. Gerade das bessere Schlagzeug wertet die Songs sehr stark auf.
 
Anspieltipps:
02 "Apocalype Now!"
07 "American Guns"
08 "Madness"
 
fazit: Das Live-Video von „DJ, DJ“ bei Jimmy Kimmel zeigt, welches Potential in den Songs vom ersten Album gesteckt hätte, wenn man die Beats nicht nur geloopt hätte.
Was bleibt ist ein zwiespältiger Eindruck und vor allem die Erkenntnis, dass in dieser Richtung noch einiges mehr gehen würde, wenn man sich bei den Texten und dem Sprechgesang mehr Mühe geben würde.
Nichts desto trotz wegen des Songwritings gerade noch so 7/10 Punkte. (Bär)