.Turbonegro "Party Animals" (Burning Heart / VÖ: 09. Mai 2005)

 
Über die Band selbst braucht man wohl nicht mehr viel sagen, 1996 Durchbruch mit „Ass Cobra“, 1998 das grandiose und unvergessene „Apocalypse Dudes“, danach Split.
2002 die viel gefeierte Wiedervereinigung mit „Scandinavian Lether“.

Heute gehören Turbonegro wohl zu den größten Undergroundbands weltweit, sie selbst bezeichnen sich inzwischen als „kleinste Mainstream“ Band auf dem Planeten.

Im Jahre 2005 bieten sie uns nun also ihre neuste Scheibe „Party Animals".
Produziert wurde „Party Animals“ von Steve MacDonald (Beck; White Stripes) in Los Angeles, also nicht mehr im heimischen Oslo.

zur CD selbst: Das Album beginnt mit einem für Turbonegro üblichen Intro, danach ein Riesenopener: „All my friends are dead“, ein schnelle, eingängige und typische Punknummer, die an alte Zeiten erinnern mag.
Beim Hören merkt man schnell, dass die Songs klar und sauber produziert wurden. Sie sind musikalisch „perfekter“ als je zuvor. Auch der Gesang kommt sehr deutlich daher, ganz im Gegensatz zu Turnonegros alten Werken, so z.B. „Ass Cobra“.
Dem ein oder anderen alteingesessenen Fan wird das Fehlen des „Dreckigem“ auf dem Album vielleicht stören, ich sehe das aber nicht als Minuspunkt, da die Songs doch fast durch die Bank weg richtig coole und druckvolle Rock n´ Roll Nummern geworden sind.

Mit „City of Satan“ versuchen Turbonegro nach eigenen Aussagen eine neue Rockhymne vorzulegen, zu der Fußballteams ins Stadion einlaufen, das ist ihnen nur bedingt gelungen: Der Song zählt zu den schwächeren. Stadionrock ist einfach nicht die Sache der Turbos, das müssen sie sich wohl selbst eingestehen.
Witzig und mit typischen sexuellen Anspielungen („Blow me like the wind“) sind die Texte. Die Songs sind alles in allem nicht poppiger, aber doch verträglicher für den Durchschnitts-Hörer, diese Platte könnte in der Öffentlichkeit ganz anderes wahrgenommen werden als ältere Werke der Band. Bis auf wenige Ausnahmen können fast alle Songs auf „Party Animals“ überzeugen, ein erstklassiges Album bei dem aber ab und an der letzte Kick, das kleine etwas, das beispielsweise „Apocalyspe Dudes“ ausgemacht hat, fehlt. Das Cover und das Booklet sind richtig geil, selbst anschauen!
„Party animals“ ist auch als Special Edition mit DVD und Sticker erhältlich, die DVD ist eher etwas enttäuschend: Hank führt sein Pseudo(?)-Fitness-Training vor.

Anspieltipps:
02 „All my friends are dead“
03 “Blow me like the wind”
05 “Death from above”
07 “High on crime”
10 “Babylon forever”
(gesamtspielzeit: 12 songs, ca.40 minuten)

Fazit: Eine sehr gute CD der 6 norwegischen Rock-Heroen, die sicherlich konstant Einzug im Rock-Olymp halten wird. Ein Album, das einfach Spaß macht! (Schidler)