Wir von der Ozelot Crew predigen ja immer wieder musikalische Vielfalt,
denn aus fast jedem Land und Genre gibt es Hörenswertes zu entdecken.
Das scheint auch das Motto von Jamie Cullum zu sein. Eigentlich im Jazz
beheimatet, covert er bei seinen Songs und Live-Shows Stücke aus
jeglichen Musikrichtungen und begeistert mit seinen Konzerten und Alben
Millionen von Fans. Für die Compilation-Reihe "In The Mind
Of" durfte nach Nitin-Sawhney nun
Jamie Cullum die zweite Ausgabe gestalten
und das hat er, wie erwartet, überaus abwechslungsreich getan.
Zur CD selbst: Wer es schafft, Soul, Blues, Hip Hop, Elektro
und Drum & Bass unter dem Deckmantel des Jazz einigermaßen homogen
auf einer Compilation unterzubringen, der verdient definitv unseren Respekt!
Liest man zunächst nur die Tracklist, denkt man - das geht doch gar
nicht - Charles Mingus zusammen auf einer
CD mit Laurent Garnier, Herbie
Hancock, Roots Manuva und Roni
Size? Doch, das funktioniert tatsächlich und das auch gar
nicht schlecht! Man muß sich das wie eine jazzige Ausgabe von DJ
Kicks vorstellen oder wie Jamie Cullum es selbst beschreibt: "...
"In The Mind Of" ist zu einem Resumee meiner musikalischen Fantasie
geworden oder zu einem Mixtape das ich für einen guten Freund machen
würde...". Jazzelemente finden sich zwar in allen Songs,
doch diese werden nicht selten von anderen Styles dominiert. So ist es
bei der kürzlich verstorbenen Nina Simone
stimmgewaltiger Soul, der den Ton angibt, Roots
Manuva rappt mit dem Cinemtic Orchestra,
die US Hip Hopper Clipse haben neben einem
derben Beat auch Pharrell Williams im Gepäck,
bei Laurent Garnier wird es erschreckend
technoid und Quasimoto sollte Freunden von
Guru's Jazzmatazz
gefallen. Namen wie Mark Murphy, Charles
Mingus oder Herbie Hancock dürften
jeden Jazzfan erfreuen und sind im Gegensatz zu den vorher genannten Artists
weniger eine Überraschung. Jamie Cullum
selbst hat übrigens auch zwei neue, sehr gute Tracks beigesteuert!
Uns hat dieser mutige Stilmix sehr gut gefallen, lediglich Laurent Garnier's
"Acid Eifel" und "Nanu" von Herbie
Hancock fanden wir eher anstrengend, beides Tracks die wir gerne weiterskippen.
Das Schlaflied von Polyphonic klingt nach
Kirchenchor und hätte auch nicht unbedingt sein müssen. Ein
absolutes Highlight ist unserer Meinung nach aber "Brown Paper
Bag" von UK Drum & Bass Legende Roni
Size. Den Videoclip dazu könnt Ihr Euch weiter unten ansehen.
Anspieltipps:
01. Nina Simone - "I Think It's Gonna Rain Today"
04. Jamie Cullum - "I'd Probably Do It Again" (Unreleased Track)
08. Jamie Cullum - "After You've Gone" (excluxive Track)
09. Donavan - "Get Thy Bearings"
13. Roni Size – "Brown Paper Bag"
14. Clipse - Mr Me Too ( feat. Pharrell Williams)
(Gesamtspielzeit: 16 Songs, ca. Minuten)
Fazit: Jamie Cullum
zeigt mit seiner Ausgabe von "In The Mind Of" erneut
seine unberechenbare musikalische Vielseitigkeit. Ein tolles und sagenhaft
abwechslungsreiches Jazz-Mixtape, das auch viele Nicht-Jazzer begeistern
wird. Einfach mal mutig sein und antesten! (dr.öge)
Für Fans von: Jamie Cullum, Charles Mingus, Herbie Hancock,
DJ Kicks, Hotel Costes, usw.