.V/A "Nachtschicht Vol.4" (3P / VÖ: 19. Januar 2007)


Stil: Sampler / Compilation
Format: CD

Was passiert, wenn eine CD (die mittlerweile vierte) zur gleichnamigen Radiosendung erscheint, dessen Anliegen darin besteht das zu machen worauf man bock hat, sich nicht darum kümmert ob man wegen der Quote populäre Musik spielen sollte, mehr Aufmerksamkeit auf die Nachtschicht-Rätselfeen legt und die letzte Woche aus dem Leben eines Pelhams und Benzon reflektiert und nebenbei sich querbeet durch die Genres der Musikgeschichte switcht??

Zur CD selbst: Richtig diese Platte enthält jene Musik die allen unerfahrenen Hörern Musiknachhilfeunterricht par exelence bietet. Im Klartext bedeutet es, dass Euch diese Scheibe erlaubt einen Rundumschlag in Sachen Musik zu bekommen, der es euch ermöglicht ein gewisses Halbwissen (gefährlich oder nicht sei mal dahingestellt) verschiedenster Musikstile anzueignen, die Ihr ansonsten- ich geh mal realistisch davon aus - nie euer Trommelfell beglücken würden. So wird man bei der Trackliste feststellen das sich einige kleine Juwelen auf der Platte befinden. Unter anderem Tiefschwarz feat. Malte die wohl noch für einige aufruhe in der Elektro und House Szene sorgen werden. Im Gegensatz dazu stehen aber die Tracks von The Mitchell Brother, Ms. Dynamite und Keyshia Cole sowie Mattafix und Leela James. Die lassen sich allesamt am besten in die Chill-Kategorie einordnen, keine harten Beats ruhige bis soulige Musikeinlagen runden diese Tracks ab.
Elektronisch aber ruhig geht’s mit Marc Romboy´s „SL Mirage“ weiter, danach ist Hacienda feat. Caitlin Devlin-Elk zwar ein pushender Track, doch das ist leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ist man dann langsam warm, bekommt man zwar mit Deichkind's „Remmidemmi“ die nächsten Bässe um die Ohren, aber das war´s dann auch. Es folgt Easy Listening mit Younderboi und die entfachte Euphorie, mit der man sich gerade beladen hatte findet ein jähes Ende. Den Leib- äh labeleigenen Sebastian Hämer musste man natürlich auch in die Tracklist packen. Danach bleibt es weiter ruhig. Die letzten drei Tracks von Toni Braxton, Syleena Johnson und Chima bringen dann zum Ende heftigste Herzschmerz-Musik.


Anspieltipps:
03. Tiefschwarz feat. Malte „Schmetterlingsflügel“
11. Hacienda feat. Caitlin Devlin - ELK "Like You"
12. Deichkind „Remidemmi“
13. Yonderboi "Eyes for you"
18. Chima „Vorbei“
(Gesamtspielzeit: 18 Tracks, ca. 77 Minuten)

Fazit: Trotz großer Namen und einiger guter Songs funktioniert diese Mischung irgendwie nicht so richtig. Der Mixtur fehlt die Basis und eine so gandenlose Mischung findet man sonst nur auf Soundtracks. Sicherlich wird Jeder einige Songs auf dieser Compilation mögen, doch Denjenigen, der diese Scheibe mit Genuss von Anfang bis Ende immer wieder hören kann will ich (nicht) kennen lernen. Mit 77 Minuten wurde zumindest die Spielzeit der CD komplett ausgenutzt und es gibt viel Musik für's Geld. Gut geeignet ist die Scheibe für eingefleischte Radiohörer oder Leuten die unvoreingenommen und quer durch den Garten auf der Suche nach neuer Musik sind. (Bo & Dr.Öge)