.Vito "Make Good Areas Disturbed" (Flower Shop Recordings / Starkult / VÖ: 19. Mai 2006)


Stil: Indie / Alternative

Laut eigener Beschreibung der fünfköpfigen Band aus Cardiff klingt ihre Musik als ob Gott weinen würde. Vielmehr ist es jedoch eine Mischung aus psychedelischen Klangkosmen und sehr intensiven, harmonischen Melodien, die jedoch schnell auch mal ein instrumentales Gewitter vom Zaun brechen können. Die meisten ihrer, bis zu 7 Minuten langen Songs kommen jedoch nur sehr langsam in Fahrt. Mit verletzlich klingendendem Gesang zu Beginn, der mit nach und nach an Intensität zunehmenden Instrumentals ergänzt wird. Zum Ende der Songs ist dann oft eine Fülle an verschiedenen, sich überlagernden Instrumenten zu hören, die dennoch immer eine perfekte Einheit zu bilden scheinen. Die Stimme des Frontmann ist eindringlich und sanft und erinnert, wie auch die Musik phasenweise sehr an Radiohead.

Sanfte Melancholie erfüllt sofort den Raum sobald die Platte läuft und darauf versucht uns auch das gesprochene Intro einzustimmen: Da wird dem Hörer doch tatsächlich nahe gelegt, den Songs direkt vorm Einschlafen zu lauschen, was sicherlich auch gut funktioniert. Hat man sich jedoch erstmal reingehört in die ganz eigene Welt von Vito, dann wird schnell klar, dass es viel zu schade wäre, Vito nur als Betthupferl zu konsumieren. Natürlich kann man auf Partys nix damit reissen, ganz klar, das hier ist für die etwas anderen, launischen Tage gemacht, wie bei den Kollegen von Coldplay und Radiohead ja auch.
Leider habe ich Vito bisher noch nie Live spielen sehen, doch angeblich versprühen sie auf der Bühne noch mehr musikalische Intensität als dieses Album es bereits tut. Von "einem einmaligen Erlebnis" liest man in Foren und auf Fanpages.

Das Album kommt im kunstvoll gestalteten Digipack, ist an die chemische Elemententafel angelehnt und sticht im CD-Regal sofort ins Auge. In der gleichen Optik präsentiert sich auch die Website von Vito. Eine der vielen Besonderheiten an dieser Band ist, dass sie und ihre Musik ganz strikt als eine Einheit gesehen werden wollen. Daher finden sich keine Hinweise auf Gastmusiker oder Namen der Bandmitglieder, was irgendwie schon wieder Stil beweist.

Anspieltipps:
01 "Ultimate Shame"
04 "Rejoice"
07 "Across The Rubicon"
10 "Calm Down"
(Gesamtspielzeit: 9 Songs, ca. 60 Minuten)

Fazit: Verträumter und zugleich sehr intensiver Alternative Sound für die ruhigeren und nachdenklicheren Tage des Lebens. Sehr empfehlenswert für Freunde der unten genannten Bands! (Dr.Öge)

Für Fans von: Coldplay, Radiohead, Low, Nada Surf, Weezer, Elliott Smith