.Voom Voom - "Peng Peng" (!K7 Records / Rrough Trade / VÖ: 24. April 2006)

Stil: Detroit Techno / Deep House / Funk / Ambient

Quizfrage: Was passiert, wenn drei der größten Talente für abgefahrene, elektronische Musik zusammen rumhängen und mit ihrem neuen Equipment angeben wollen…?
Na, irgendwelche Ideen? Ich gebe Euch einen kleinen Tipp, es macht „Voom Voom“ gefolgt von „Peng Peng“. Bevor ihr jetzt denkt, ich sei vollkommen bescheuert, werde ich die Frage wohl besser auflösen:
Hinter dem Namen Voom Voom verbirgt sich das neue Projekt von Peter Kruder, Christian Pommer und Roland Appel. Die alle drei unter verschiedenen Künstlernamen die elektronische Musikszene des letzten Jahrzehnts stark beeinflusst haben. Peter Kruder (Kruder & Dorfmeister, Peace Orchestra), Christian Pommer und Roland Appel (beide Trüby Trio, Fauna Flash) haben mit „Peng Peng“ gemeinsam ein Album fernab jeglicher Genregrenzen und Vorschriften geschaffen, dass kurz gesagt einfach nur Spaß macht!

Auf dem ersten Release von Voom Voom gibt es im Vergleich zu vielen anderen Alben bekannter Elektro-Artists keinen Leitfaden, der sich von Anfang bis Ende durch die einzelnen Songs spannt. Vielmehr ist es die Vielseitigkeit, die das Album prägt:
von Detroit Techno und Deep House über chilligem Ambient und Funk bis hin zu smarter Dance Music mit einer gehörigen Portion Groove sind auf „Peng Peng“ die verschiedensten Genreansätze vertreten. Die meisten der 4/4 Dancefloor-Stücke haben auf jeden Fall aber eines gemeinsam, sie gehen stets vorwärts und werden nie langweilig.
Der Opener „Baby³“ kommt melodisch und gefühlvoll mit leichten Retro-Ansätzen daher und verbreitet zugleich einen entschlossenen Vorwärtsdrang. Auch der nachfolgende Track „Roger“ driftet mit seinem ansteckenden Dancefloor-Groove stets weiter nach vorne. „Bounce“ spielt mit Synthie-Flächen und abgefahrenen Sounds, während sich „All I Need“ von geheimnisvoll bis in Richtung Techno entwickelt. „Keep The Drums Out“ trumpft mit wunderlich schrägen und zugleich zustimmenden Industrial-Tunes auf, die ein wenig an Aphex Twin erinnern und „Logan“ beheimatet Elemente von Oldschool-Rave. „Best Friend“ kommt mit einer gehörigen Portion Funk daher und lässt einen groovig dahin gleiten. „Sao Verought“ macht mit seinen subtilen Beats genauso viel Spaß wie der softe, aber dennoch straight forward-gehende Song „Oggi“.
Der „Urwald Song“ ist wohl eher aus Spaß auf dem Album gelandet, schräge sich rhythmisch wiederholende Töne lassen diesen Track weniger als solchen, sondern vielmehr als Interlude rüberkommen.
Das Beste jedoch haben sich unsere drei Beatbastler für den Schluss aufgehoben…
Der melancholisch entzückende „Vampir Song“ rundet das Album mit seinen soften, langsamen Grooves auf elegante Weise ab.


Anspieltipps:
01. „Baby³“
07. „Best Friend“
11. „Vampire Song“
(Gesamtspielzeit: 11 Songs, 70 Minuten)

Fazit: Ein vielseitiges Elektro-Album voller Kreativität und Emotionen, das zu keiner Zeit langweilig wird. „Peng Peng“ auf die Plattenteller und los geht’s… (nac)