.Anti-Flag "For Blood And Empire (LP)" (A-F Records / VÖ: 17. März 2006)


Stil: Polit-Punkrock

Punkbands die gegen das Bush-Regime, den Irak-Krieg und ähnliches wettern gibt es heutzutage wie Sand am Meer, doch keine andere tut dies so überzeugend und aufopfernd wie Anti-Flag und so sind sie für die Diktatoren dieser Welt zum musikalischen Staatsfeind Nummer eins avanciert. Darüber hinaus engagieren sich Anti-Flag (Justin Sane, Pat Thetic, Chris Head, Chris#2) für wohltätige Organisationen wie Amnesty International, PETA, Military Free Zone, Underground Action Alliance und einige andere.

Die Platte ist als Vinyl-LP bei A-F Records erhältlich und meiner Meinung nach ist das mittlerweile siebte Album der Band, "For Blood An Empire", der mit Abstand beste Release der Punkrocker aus Pittsburgh!

Zur Platte selbst: Die Platte beginnt zunächst genau so, wie man es nach dem letzten Album "The Terror State" erwartet hätte. Melodischer-Vorwärts-Punkrock, der in "i'd tell you but ..." wieder härteste Bush-Kritik an den Tag legt und aus der Sicht eines (toten) Kriegsopfers erzählt ist. Die erste Singleauskopplung "the press corpse" ist ebenfalls ein typischer, geradliniger Anti-Flag Song, der vor allem durch den Chorus überzeugt.
Von nun an wird die CD dann vorerst immer besser und bei den nächsten Songs jagt ein Highlight das nächste:
Energiegeladen und schön agressiv tönt "exodus" aus den Boxen, ein geiles Stück, das komplett im Mid-Tempo gehalten wurde, dennoch geben Chorus und Schlagzeug hier die nötige Punk-Würze. Im Stil der ersten beiden Songs geht es mit "the project for a new american century" weiter, bevor das Album mit den nächsten drei Songs zum absoluten Höhepunkt kommt:
Einige Überraschungen wie gekonnte Tempiwechsel und Trompeten hält "hymn for the dead" bereit, das vollends überzeugen kann. Apropos Tempiwechsel: diese werden in "this is the end (for you my friend)" noch weiter perfektioniert, mit erstklassigem Gesang und Chorus ergänzt und fertig ist ein weiterer Knüller!
Es folgt das beste und eingängigste Stück der Platte mit "one trillion dollars", das wie eine Solo-Nummer von Justin Sane klingt, die einfach meisterhaft gelungen ist und einen ansprechenden, ja man darf fast sagen humorvollen Text vorweisen kann! Ich hätte vorher nie gedacht, das mir gerade der langsamste Song auf dieser Platte am besten gefallen würde - aber das können Anti-Flag eben mittlerweile auch. Wer der gleichen Meinung ist, dem kann ich auch Justin Sane's Solo-Album "Life, Love and the Pursuit of Justin" ans Herz legen ...
Zurück zur CD, die nächsten drei Stücke versöhnen dann wieder alle Liebhaber des Vorgänger-Albums "the terror state", es wird wütend und heftig, aber stets melodisch nach vorne gerockt! Mehr als gelungen ist auch "the WTO kills farmers", ein Song der in dreieinhalb Minuten fast die gesamte musikalische Bandbreite von Anti-Flag zeigt.

Insgesamt scheint das ganze Album doch sehr von Justin's Solo-Projekt geprägt zu sein, denn der Gesang steht mehr denn je im Vordergrund, die Tempiwechsel haben stark zugenommen, kaum noch Songs die von vorne bis hinten im gleichen Tempo durchgaloppieren und auch sanfteres Gitarrenspiel ist öfter zu hören als auf den Vorgänger-Alben. Anti-Flag haben den Stil Ihres letzten Albums noch deutlich weiterentwickelt und man darf gespannt sein, welche positiven Überraschungen das nächste Album bringen wird. Doch soweit sind wir noch nicht, als erstes sollte man sich nach dem Pflichtkauf der Platte von den hochgelobten Live-Qualitäten der Polit-Punker überzeugen - Hier die Tourdates!

Unter www.forbloodandempire.de könnt Ihr übrigens ins Album reinhören, eine eCard verschicken und noch vieles mehr!

Anspieltipps:
02 "the press corpse"
04 "the project for a new american century"
05 "hymn for the dead"
06 "this is the end (for you my friend)"
07 "one trillion dollars"
10 "war sucks, let's party!"
(Gesamtspielzeit: 13 Songs, ca.39 Minuten)

Fazit: In absoluter Spiellaune legen Anti-Flag mit "for blood and empire" ein Album vor, das sogar bei nicht-Punkern gut ankommt und den Vorgänger "the terror state" als bisher bestes Album ablöst! Facettenreicher, melodischer Punkrock mit erstklassigen Texten. (dr.öge)