| Music-Interview:
Mad Caddies |
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.Mad
Caddies Interview beim Move Against G8 Festival in Berlin am 22.04.2007 |
Nach
dem Release ihres sensationellen neuen Albums "Keep
It Going", auf dem die Mad Caddies plötzlich
den musikalischen Schwerpunkt von Skapunk auf Reggae-Ska verschoben haben,
brannten uns natürlich einige Fragen auf der Zunge. Glücklicher
Weise gewährte uns Sascha Lazor, der Gitarrist der Mad Caddies
vor ihrem Gig
beim Move Against G8 Festival ein kurzes Interview:Ozelot: Gratulation zum neuen Album, wir von der Ozelot Crew lieben es! Sascha: Oh, danke! Ozelot: Das neue Album "Keep It Going", ist überraschenderweise mehr Reggae als Skapunk, habt Ihr den ganzen letzten Sommer nur Manu Chao, Sublime oder die Long Beach Dub Allstars gehört? Sascha: Manu Chao ist tatsächlich ein großer Einfluß gewesen. Wir haben eine Show mit ihm gespielt und ich hatte vorher noch nie von ihm gehört, weil Manu Chao in den USA nicht sehr populär ist. Wir spielten damals gemeinsam mit ihm und dem Radio Bemba Soundsystem auf einem Festival in Italien. Ich sah ihn zum ersten Mal und es war großartig! Sublime hat uns auch ein bißchen beeinflußt ... und die Long Beach Dub Allstars - yeah! Ozelot: Woher kam die Idee, Euren Stil so sehr in Richtung Reggae zu verändern? Sascha: Wir sind alle schon lange große Reggae-Fans und ich habe auch mit Anthony B und Beanie Man produziert, außerdem hatten wir einfach Lust unseren Stil zu verändern. Ich arbeite schon seit fünf oder sechs Jahren nebenher in dieser Richtung und dieser Einfluß wurde dann mehr und mehr. Wir bleiben aber auch nach wie vor dem Punkrock und Dixieland treu. Ozelot: Zwei Konzerte Eurer Deutschland-Tour habt Ihr bereits hinter Euch. Wie haben die Fans auf den neue Musikstil reagiert? Sascha: Den meisten schien es zu gefallen, bei mir hat sich zumindest niemand beklagt. Ich denke das neue Album ist relaxter, wir haben zwar auch noch schnelle Songs aber im Großen und Ganzen ist es eine langsame Platte. Einige Punkrock-Fans finden das vielleicht nicht so gut, aber wir wollen nicht nur für die Punkrocker spielen. Wir machen eben Punkrock, Reggae, Dixieland und Jazz. Wir wollen einfach für Musikliebhaber spielen, die sich für genauso für langsame Musik begeistern können wie für schnelleres Tempo. Ozelot: Gibt es schon ein Video zur ersten Single “State Of Mind”? Sascha: Beinahe! Das Video ist schon im Kasten, wird aber noch bearbeitet. In Zwei Wochen sollte es fertig sein. (Anm. der Redaktion: Jetzt ist das Video fertig, hier könnt Ihr es anschauen!) Ozelot: Werden wir den Clip jemals auf MTV sehen ? Sascha: Ich hoffe es. Das ist der Punkt. Vielleicht ist MTV zu groß oder kommerziell aber es wird im Internet und auf kleineren Sendern laufen. Ozelot: Im Song “Riding for a Fall” ist Duckie Simpson von Black Uhuru als Gastsänger zu hören. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Sascha: Das war Wayne (Dobson), er kennt Duckie, sie wohnen auf Jamaika in der selben Stadt. Wayne war über Weihnachten zu Hause und wir dachten zeitgleich über mögliche Gastsänger nach. Er kontaktierte Duckie und wir fanden die Idee gut. Wir sind mit vielen jamaikanischen Reggae-Artists befreundet aber Duckie ist einfach eine Legende. Ozelot: Das Stück “Souls For Sale” has nice lyrics about our mad world nowadays. Tell us more about your intentions writing this song! Sascha: Der Text zu "Souls For Sale" stammt von Chuck (Robertson). In dem Song geht es darum, wie verrückt die Welt ist. Wir sind sehr viel herumgekommen und der Text reflektiert die Städte, die wir besucht haben. All die Plätze von Montreal bis Kalifornien, es ist ein weltweites Phänomen. Ozelot: Ihr seid eine fünf Mann Band und auf dem neuen Album sind viele Gastmusiker. Ist es nicht schwer, die ganze Sache überhaupt rentabel zu halten? Sascha: Nein, es ist sogar ganz spaßig. Jeder dieser Musiker ist mit uns befreundet. Wir versuchen jedem irgendetwas zu geben, mal ist es eine Flasche Scotch oder ein Hunderter. Die meisten von ihnen wollten einfach mit uns spielen, weil sie ja auch Freunde sind. Unsere Tourmanagerin für Europa spielt zum Beispiel die Kastaniette. Wir haben versucht die Aufnahmen im Studio wie eine Party mit Freunden zu gestalten. Wir sind auch mit der Band befreundet, die beim letzten Track auf dem Album gespielt haben. Sie waren in der Stadt und wir waren gerade im Studio. Sie haben dann nicht direkt mit uns aber zu unserer Musik gespielt. So haben sie den letzten Song auf dem Album gemacht und wir haben Ihnen dafür eine Flasche Scotch gekauft. Ich mag es unterschiedliche Leute mit einzubeziehen. Der Vater von Keith (Douglas), unserem Trompeter, spielt Bass in einem Song, einen akkustischen Bass zum Hinstellen, weil er in einer Bluegrass-Countryband spielt. Ozelot: Wir sind hier heute beim Move Against G8 Festival. Erzählt unseren Lesern doch mal warum Ihr hier seid und was Ihr über die ganze Sache denkt ... Sascha:
Wir kennen den Promoter des Festivals und er fragte uns ob wir
spielen. Es sind viele gute Bands hier und das ist wichtig. Ich denke ein
Konzert wie dieses wäre in den USA nicht möglich. Ich denke die
Kids in den USA sind an so etwas nicht so interessiert wie in Europa. Das
ist ein ganz anderes Bewußtsein. Es ist uns wichtig hierher zu kommen
und eine Show wie diese zu spielen, denn so etwas gibt es nicht oft. Ozelot: Macht es nicht auch höllisch Spaß, vor einer so begeisterten Menge? Sascha: Oh ja, es ist großartig! Es ist konstruktiv, es geht um Musik und Spaß aber auch um einen guten Zweck. Wie damals als wir das erste Mal mit Manu Chao spielten: Es war der Unabhängigkeitstag, ein Festival in Italien, von einer sozialistischen Partei. Überall waren rote Flaggen ... so etwas gibt es einfach nicht in Amerika, deshalb ist es wirklich cool ... Ozelot: Was plant Ihr in nächster Zeit? Sascha: Wir sind erstmal sehr viel auf Tour. Zuerst hier, dann eine Woche in Afrika, dann wieder Europa. Danach dann heim, als nächstes Kanada und wieder nach Europa für die Festivals. Japan, Australien, Brasilien, Südamerika, Costa Rica, wir versuchen überall zu spielen. Ozelot: Dann viel Spaß auf Tour und danke für das Interview!
(Interview by: Moritz Oestreich am 22. April 2007) Related
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