Music-Interview: Mongrel

.Interview mit Mongrel
im B-Hof in Würzburg am 08. Oktober 2006

Wir trafen Mongrel und 3rd Alley bei ihrem Konzert im würzburger B-Hof und hatten vor der Show noch Zeit für ein kurzes Interview mit Max, Gernot & Co.
 
 
OZELOT: Stellt Euch doch bitte kurz vor ...
 
Mongrel: Wir sind Mongrel, 4 Leute aus München und spielen seit 1998 in dieser Besetzung. Der Tobi spielt Gitarre, Max spielt Gitarre und singt, Stefan spielt Schlagzeug und ich (Gernot Krebs) spiele Bass.
 
OZELOT: Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?
 
Mongrel:
Der Name ist englisch und bedeutet Mischling/Promenadenmischung/Bastard. Das kommt daher, dass wir ursprünglich aus ganz verschiedenen Musikrichtungen stammen. Max hat Black-Metal gespielt und gehört, ich war eher in der Deutschpunk-Ecke und der Stefan hat so in die Popecke gehört. Also Chilli Peppers oder Guns 'n Roses und nicht Celine Dion oder so'n Scheiß. Wir waren eben in vielen verschiedenen Ecken und wollten das dann irgendwie zusammenbringen und genau das steckt eigentlich auch im Bandnamen.
 
OZELOT: Wie würdest du eure Musik beschreiben?
 
Mongrel: (Gernot dreht sich zu den anderen um) Was hatten wir gesagt? Bone-Braking-Mayhem-Punk. Nein, wir haben keine Ahnung. Im Endeffekt machen wir einfach worauf wir Lust haben wie es unser Bandname schon sagt. Wahrscheinlich fällt es in die Schublade Skate-Punk oder Hardcore-Punk aber es passt wohl in keine so wirklich rein. Ich weiß es nicht, es ist eben vielseitig. Das sollen die beurteilen die es hören, ich will mich da nicht festlegen.
  
OZELOT: Ihr bezeichnet euch im Pressetext als Skate-Punk Band. Habt ihr einen Background in der Richtung?
 
Mongrel: Tobi geht Bmx und Snowboard fahren. Ich fahre auch Snowboard aber ansonsten ist da nicht so der sportliche Hintergrund.
 
OZELOT: Ihr wart bereits zwei mal in den USA auf Tour. Hier seid ihr allerdings kaum bekannt. Wie kommts?
 
Mongrel: Dass wir in die USA gekommen sind hat damit zu tun, dass wir die ganze Long Beach Connection aufgebaut haben. Wir haben die Jungs vor 4 Jahren zum ersten Mal getroffen. Die meinten einfach: „Kommt doch rüber, dann machen wir was zusammen“ und genau so wars dann auch. Bisher waren wir viel in Süddeutschland oder im Osten, z.B. in der Tschechei unterwegs. Jetzt müssen wir die nächsten Jahre gucken, dass wir noch mehr rumkommen.
 
OZELOT: Wie war die Größe der Clubs?
 
Mongrel: Sehr unterschiedlich. Wir haben zum Beispiel im Chain Reaction in Anaheim gespielt. Das ist ein recht großer Laden, da spielen auch größere Bands. Andererseits haben wir auch in kleinen Billardschuppen ohne Bühne gespielt. In Amerika ist es eine ganz ganz andere Kultur. Da kann man in jeden Laden kommen und ein Konzert spielen. In jeder Bar ist eine Liveband am Abend, egal wie klein die Bar ist und egal was die Liveband macht, da ist halt immer irgendwas. Wenn man dann den Draht zu den Veranstaltern hat, geht es relativ schnell mit den Auftrittsmöglichkeiten. Da muss man dann filtern wo man überhaupt spielen möchte.
 
OZELOT: Wie war es für euch mit Bands wie Anti-Flag oder Pennywise aufzutreten?
 
Mongrel: Pennywise war der Killer. Das Pennywise-Konzert war in München, mit Anti-Flag waren wir in Würzburg. Den Anti-Flag Gig haben wir dem Joe zu verdanken. Der hat gute Kontakte zu Muttis Booking und dadurch sind wir in die Show gerutscht. Das Pennywisekonzert hat uns die Rosi ermöglicht. Die macht in München die ganzen Sachen bei Target und Ballroom. Wir kennen sie schon relativ lange und ich hab dann einfach mal blöd angefragt. Das war cool, das war krass. Ich hab mit Pennywise angefangen Musik zu hören und dachte nie daran, dass ich bei denen mal im Vorprogramm spielen kann. Das war ein Traum für uns.
 
OZELOT: Zu eurer neuen Platte. Wie seit ihr auf den Namen „Speak Resistance“ gekommen?
 
Mongrel: Ich habe den Ausdruck im Amerikanistik Studium in einem Seminar für Border Literature aufgeschnappt. Da ging es um ein Gedicht einer mexikanischen Einwanderin. Sie spielte irgendwie mit dem Wort „Speak“ und auf dieses Gedicht läuft der Ausdruck wohl zurück.
 
OZELOT: Eure Platte heißt Speak Resistance. Resistance bedeutet Widerstand. Widerstand wogegen?
 
Mongrel: Wir verstehen es so, dass man Sachen hinterfragen soll. Das was man vorgesetzt bekommt sollte man kritisch betrachten und nicht einfach fressen. Wenn man sich den Multimedia Teil unserer CD anschaut findet man auch etwas Backgroundtext über unsere Einstellung zum Thema. Es ist jetzt ein Bisschen knapp das auf zwei Worte zu bringen.
 
OZELOT: Ihr habt in 5 Jahren nur 2 Alben rausgebracht. Das ist verdammt wenig.
 
Mongrel: Das ist richtig.
 
OZELOT: Das reicht nicht zum Leben, oder?
 
Mongrel: Nö.(alle lachen) Das jetzige Album ist eigentlich schon seit einem Jahr fertig. Wir hatten da extrem lange und unproduktive Verhandlungen und irgendwie ist das Alles ein Bisschen schief gelaufen. Eigentlich hätte das Album schon letztes Jahr im Dezember erscheinen sollen. Zwischen dem ersten und dem jetzigen Album haben wir geguckt, dass wie mehr live spielen und mehr rumkommen. Dadurch hatten wir das Songwriting und das Platteaufnehmen nicht so im Focus. Das war glaube ich der Hauptgrund. Es ist dieses Jahr auch echt ein Bisschen hart geworden. Tobi ist Vater geworden. Ich habe mittlerweile ein Doppelstudium und noch ein Label am laufen. Der Stefan studiert Jura und ist viel im Tonstudio eingespannt. Deswegen ist es teilweise echt schwierig das alles unter einen Hut zu bringen.
 
OZELOT: Wie funktioniert das überhaupt? Doppelstudium, Mongrel und Long Beach Records Europe?
 
Mongrel: Das ist ne gute Frage. Letztes Jahr hat es in einem Krankenhausaufenthalt geendet, schauen wir mal wie das wird.
 
OZELOT: Auf eurer CD befindet sich ein einziger Ska Song. Wie passt der mit eurem Hardcorepunk zusammen?
 
Mongrel: Weil wir einfach Bock hatten einen zu machen! Genau das hängt mit dem Bandnamen zusammen. Wir haben nie drüber nachgedacht: „Passt der jetzt vom Genre her auf die Platte?“ Wir haben gesagt: „Hey, das ist ein cooler Song!“ Wir haben in dem Song auch noch ein Feature von einem Kumpel aus München. Genau wie der Akustik Song. Da hatten wir einfach Bock drauf und deswegen kam der mit auf die Platte.
 
OZELOT: Das war also mehr ein Abstecher?
 
Mongrel: Ja, schon. Das trifft dann aber den Nerv von allen Vieren weil sonst machen wir das eh nicht.
 
OZELOT: Du vertrittst auch Long Beach Records Europe. Das ist noch sehr neu. Wie bist du dazu gekommen?
 
Mongrel: (Gernot dreht sich um zu LBR Label Chef Mudd) Mudd? How did we came to the point that we decided to set up Long Beach Europe? I guess we were riding in the van just shit-talking. Yeah! Thats basically the idea behind it... (Mudd startet einen Erklärungsversuch, den Gernot dann übersetzt und zusammenfasst): Es ist irgendwie dumm für Mudd wenn er in Long Beach sitzt und Kunden aus Europa hat, was durch den ganzen Skunk und Sublime Hintergrung der Fall ist. Deswegen machen wir einen europäischen Standpunkt in dem Sinne. Genauso auch andersrum. Wenn wir hier eine Platte rausbringen, wie die von Frank and the Skunk Allstars z.B. haben wir es leichter diese auch in den USA zu vetreiben. Da gibt es noch ein paar Schwierigkeiten mit territorialen Regelungen, Lizensierungen und Verträgen haben aber prinzipiell hat man schon mal eine Anlaufstelle.
 
OZELOT: Ist es dein Job US-Bands in Europa bekannt zu machen oder auch neue europäische Bands zu entdecken?
 
Mongrel: Sowohl als auch. Es ist schon auch so, dass ich Slightly Stoopid Sachen oder Shortbus aus dem Sublimeumfeld mit im Mailorder habe. Es ist aber auch definitiv so, dass ich eine eigene Veröffentlichungsstrategie haben kann. Die lassen mir freie Hand und ich kann im Endeffekt machen was ich will.

 
OZELOT: Also wärt ihr jetzt auch die Anlaufstelle für Bands, die aus dem Sublime-beeinflussten Hintergund kommen und auf euer Label kommen möchten?

 
Mongrel: Ja natürlich. Also wie gesagt z.B. diese Frank and the Skunk All Stars Sache. Der ist aus Deutschland und kommt in Deutschland auf Long Beach Records Europe raus während ihn in den USA ein anderes Label vertritt. Wir haben da komplett unterschiedliche Veröffentlichungskapazitäten. Die Starving Millionärs habe ich hier in Deutschland auch im Vertrieb aber sie sind nicht bei Long Beach Europe unter Vertrag.

 
OZELOT: Woran liegt es, dass große US Bands wie die Long Beach Dub All Stars in Europa doch ziemlich kleine Brötchen backen?

 
Mongrel: Das ist eine sehr schwierige Frage ehrlich gesagt.
 
OZELOT: Liegts am Vertrieb, liegts an der Promo oder liegts auch am Geschmack der Leute?
 
Mongrel:
Ja und Nein. Das mit dem Geschmack hat sicher was damit zu tun aber wenn man sich Sublime anschaut haben die in Europa auch echt gut verkauft. Sublime war der Vorreiter in dem Sinne und bei den Long Beach Dub All Stars ist glaube ich einiges schief gelaufen was das Marketing und die Promo angeht. Ich glaube nicht, dass es am Potential der Band liegt. Mit Long Beach Shortbus ist es ähnlich. Die sind in Amerika am aufsteigen aber in Europa kaum bekannt, weil sie hier selten auf tour sind. Das ist teilweise ein Bisschen schwierig.
 
OZELOT:
Ist eure nächste Platte schon in Planung?
 
Mongrel: Ja, ist in Planung. Drei, vier Songs sind schon fertig. Der ursprüngliche Plan war, dass wir im April wieder im Studio stehen. Das wäre eigentlich so das Ziel.
 
OZELOT:
Werden wir heute Abend den Ska Song hören?
 

Mongrel: In jeden Fall. Leider haben wir den David nicht im Gepäck, jetzt müssen wir den Mittelteil selber singen.
 
OZELOT:
Dann sind wir mal gespannt, vielen Dank!

(Interview by: Sven Dröge & Moritz Oestreich am 08. Oktober 2006)

Related Links:
www.mongrel.de
www.longbeachrecords.de
www.b-hof.de