Music - so war's: Anti-Flag
(Schlachthof Wiesbaden / 05. Mai 2006)
 

Anti-Flag - Live @ Schlachthof Wiesbaden

Als Fans von gutem Punkrock konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen das Anti-Flag-Konzert im Schlachthof Wiesbaden anzuschauen. Schon um halb 5 waren die ersten Fans vor Ort, die vor dem Schlachthof in der Sonne lagen und im Gegensatz zu Anti-Flag am Trinken und Rauchen waren. Wir haben uns erstmal im Schlachthof umgesehen auf der Suche nach den A-F-Jungs. Da die Bandleute gerade mit einem anderen Interview beschäftigt waren, konnten wir das geile Wetter genießen. Irgendwann kam dann Pat Thetic (der Drummer) und hat auch uns unseren Interviewwunsch erfüllt.
Danach wurde erstmal großzügig gechillt, in der City ganz gemütlich was gefuttert. Zurück am Schlachthof hatte sich die Wiese vor der Halle bereits mit überwiegend jungen und einigen älteren Punks gefüllt und Irokesen-Frisur schien fast Pflicht zu sein.

Als Vorbands waren A Wilhelm Scream und The Unseen auf der Bühne. Während A Wilhelm Scream auf der Bühne standen, tummelten sich vor dem Schlachthof mehr Punks als vor der Bühne. Auch The Unseen haben wir uns dann noch angeschaut, war für unseren Geschmack aber zu viel Geschrei und die Stimmung hätte besser sein können, doch in den ersten Reihen war ein kleiner HAufen Hardcore-Fans von ihnen vertreten. In der Pause konnten wir uns ausgiebig mit dem Merchandisestand beschäftigen dessen Verkäufer alle Menschen ignorierte die irgendwas kaufen wollten, mal ganz was anderes...

Dann war es soweit, Anti-Flag betraten die Bühne, die Menge tobte, Justin richtete ein paar Worte an die Masse vor ihm und sofort ging’s mit „Fuck Police Brutality“ los. Die Stimmung war kaum zu toppen und wurde immer besser. Im Verlauf des Konzerts wurde vor allem die „For Blood And Empire“ und auch bekannte alte Lieder wie „Die For Your Goverment“ oder „911 For Peace“ gespielt. Das Publikum war überhaupt geteilter Meinung über die Songs. Während viele Fans auf die Songs von „The Terror State“ und „For Blood and Empire“ abgingen, wollten die anderen Fans inclusive mir eher die alten Lieder hören.
Anti-Flag wussten aber das gemischte Publikum zufrieden zu stellen und haben einen schönen Mix aus alt und neu gespielt. Während der Show gab es außer der Musik nur selten mal eine Ansprache von Justin oder Chris bezüglich der beschissenen amerikanischen Regierung. Recht häufig animierte die Band die Masse, dass jeder seine Fäuste, Mittelfinger oder Victoryzeichen gegen Krieg und Dummheit erheben solle.
Die Temperatur im Moschpit stieg schnell auf geschätzte 50 Grad, was viele Jungs dazu animierte ohne Shirt weiter zu rocken.
Hier der Appell: Bitte lasst den Scheiß! Niemand will euren Oberkörper sehen, ihr seit verschwitzt und seht aus wie Sau, lasst es doch einfach mit dem Ausziehen und erspart den Konzertbesuchern euren Schweiss und Gestank. Danke!

Nach dem offiziellen Part kam die erste Zugabe. Das Publikum wurde befragt, was sie denn hören wollen, woraufhin fast tausend Menschen den Titel ihres Lieblingssongs brüllten. Nach der Zugabe geschah etwas Interessantes. Musik war vorbei, Band verabschiedete sich, Beleuchtung ging an, Musik von CD begann und das Konzert war vorbei, die Fans machten sich ausgepowert auf den Weg zum Ausgang. Doch dann, mit einem Mal ergriff Justin mit Blick auf die Uhr das Mikro und verkündete: „We have enough time for two more songs“!!! Die Freude war riesig, jeder tanzte sich noch einmal die Seele aus dem Leib und ging dann vollkommen glücklich und fertig Richtung Heimat. Wir hätten zwar auch gern noch weitere Lieder gehört („Post War Break Out“ / „Anti Violent“) aber das Konzert war auch so der absolute Hammer!

Auszüge aus der Setlist:
"You Can Kill The Protester But You Cannot Kill The Protest" (The Terror State)
"War Sucks Let’s Party" (For Blood And Empire)
"Fuck Police Brutality" (Die For Your Government)
"Power To The Peaceful" (The Terror State)
"This Is The End" (For Blood And Empire)
"Die For Your Government" (Die For Your Government)
"The Press Corpse" (For Blood And Empire)
"Turncoat" (The Terror State)
"1 Trillion Dollars" (For Blood And Empire)
"Drink Drank Punk" (Die For Your Government)
"Got The Numbers" (A New Kind Of Army)
"911 For Peace" (Mobilize)

Fazit: Die Band ist super sympathisch, das Interview hat ne Menge Spaß gemacht, die Song-Auswahl beim Konzert war fast perfekt, die Stimmung war toll, der Merchandise-Stand wollte nix verkaufen und wir zwei hatten einen sehr sehr schönen Abend. Anti-Flag würde ich mir jederzeit wieder live anhören und nach dem Konzert hab ich sogar ne bessere Meinung von der neusten Platte. Auch wenn ich die alten Sachen lieber mag hat mich die Band überzeugt, dass man auch zum neuen pop-punk-stil live sehr gut abgehen kann. Live sind AF einfach Pflicht! (moe)

Related Links:
www.anti-flag.com
www.a-frecords.com
www.unseenpunks.com
www.awilhelmscream.com
www.schlachthof-wiesbaden.de

 
wer:
Anti-Flag
 
wann:
05.05.2006
 
wo: Wiesbaden
(Schlachthof)
   
 

"for blood and empire"



"the terror state"



"mobilize"



"a new kind of army"



"underground network"



"die for your government"



"their system doesn't work for you"




The Unseen
"state of discontent"




A Wilhelm Scream
"ruiner"