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wer:
Blumentopf
wann:
14.02.2007
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.Einen
Blumentopf zum Valentinstag
Es gibt nicht viele deutsche HipHop Combos, die auf 10 erfolgreiche
Jahre zurück blicken können, spontan fallen mir da eigentlich
nur die Fantastischen Vier ein, die ja dieses Jahr auch wieder voll
durchstarten wollen. Das haben Blumentopf im letzten Jahr längst
getan. Mit ihren WM-Raportagen spielten
sie sich erfolgreich in die Herzen der Fussballfans, das neue Album
"Musimaschine" ist über alle
Zweifel erhaben und in der Juice wurden sie zum besten deutschen Live
Act des Jahres gewählt. Kein Wunder, denn ein Konzert der fünf
Münchener ist immer ein echtes Erlebnis!
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Blumentopf
Diskographie:

"Musikmaschine" (2006)

"Gern Geschehen" (2003)

Blumentopf, Texta, Total Chaos "Kaleidoskop" (2002)

"Eins A" (2001)

"Grosses Kino" (1999)

"Kein Zufall" (1997)

"Abhängen EP" (1996) |

Dem entsprechned erfreut waren wir auch, als die "Musikmaschine
Tour Teil 2" unsere Lieblingsrapper nach Darmstadt
führte. Das Datum fiel genau auf den Valentinstag, weshalb an diesem
Abend besonders viele Pärchen zum Konzert kamen, so eine Karte
für Blumentopf ist ja auch ein optimales Valentinsgeschenk. Obwohl
wir schon etliche Shows der Töpfe gesehen hatten, waren wir diesmal
doch besonders gespannt, weil Blumentopf diesmal mit Band angekündigt
waren! Überhaupt machen diese Jungs keinen typischen Klischee-HipHop,
da liegt der Anspruch einfach höher als bei diversen Kollegen,
die nur derbe Texte mit viel Bass, Gepose und Gangster-Gehabe darbieten.
Vorweg ein grosses Kompliment an die Töpfe, die offensichtlich
alle stark erkältet waren und in jeder Pause heissen Tee zu sich
nahmen. Viele andere Acts hätten unser diesen Umständen den
Gig einfach abgesagt, nicht aber Blumentopf. Die boten auch erkältet
eine erstklassige Show und spielten gleich zu Beginn einen ihrer ältesten
und zugleich erfolgreichsten Tracks mit der Boygroup-Verarsche "6
Meter 90". Da war natürlich sofort Stimmung in der Bude!
Es folgten einige Songs vom aktuellen Album, wie "Schweiss",
"Keine Zeit" und "Du sagst mir", dazwischen
gab es aber auch ältere Songs zu hören, wie "Jeder
2. linkt dich" oder das supercoole, nicht tot zu bekommende
"Von Disco zu Disco". Sehr beliebt beim Publikum
ist auch immer wieder die Show zu "Manfred Mustermann",
in der die Töpfe sich etliche Male umziehen und so in die Rollen
des jeweiligen Altersabschnitts des Manfred Mustermann schlüpfen.
Apropos umziehen: Endlich scheinen die Jungs auch ihren
peinlichen Klamottensponsor Triple 5ive Soul abgelegt zu haben. Holunder
trug nämlich ein knallgelbes, nagelneues Foursqaure
T-Shirt, welches er vermutlich einige Tage zuvor bei der ISPO in München
abgestaubt hatte. Foursquare wäre dann ja auch mal ein Spnsor mit
Stil und eine weitere Entfernung von den ungeliebten HipHop Klischees.
Heinemann bewies klamottentechnisch auch derbsten Style, er trug nämlich
ein Shirt der schwedischen Melodycore Band Millencolin.
So ist's recht!
Nach gut einer gespielten Stunde versuchten die Töpfe dem Publikum
weis zu machen, dass die Show zu Ende sei. Sofort schallten etliche
Zugabe-Rufe durch die Halle und natürlich war
das noch längst nicht alles. Ganz im Gegenteil, jetzt ging es erst
richtig los!

Holunder
kehrte mit E-Gitarre in der Hand auf die Bühne zurück, auf
der er auch sofort höchst persönlich einige rockende Riffs
spielte und anschliessend seinen ganz eigenen Song "Zu Talentiert"
performte, in dem der studierende Rapper seinen hohen Intellekt rechtfertigt.
Da bekommt der Hauptschulrap so richtig sein Fett weg. Wunderbar!
Kurze Zeit später erzählte Shu eine kleine aber sehr lustige
Anekdote aus der Anfangszeit der Töpfe: Es ging um die
Organisation eines der ersten Blumentopf-Gigs und Shu war auserwählt
worden, sich um Flyer und Promo zu kümmern. Die Crew kratzte also
200 DM zusammen um Flyer zu drucken. Dummer Weisse setzte Shu dieses
Geld aber sofort in grünes Rauchmaterial um und bastelte
statt dessen selbst eine Handvoll Flyer mit dem Kopierer. Auch zum Ausschneide
war er zu faul gewesen, weshalb die Flyer die praktische Größe
DIN A4 hatten und da es nur 20 Stück geworden waren, mussten die
dann sorgfältig verteilt werden und wer dann nicht eindeutig interessiert
schien, bekam den Flyer einfach wieder abgenommen ... dafür war
der Grasvorrat aber erstmal gesichert! Für diese unrühmliche
Tat outete sich Kung Shu als "Horst" und sofort war
die Menge wieder am kochen. Der lässige Partysong "Chin
Chin" wurde dann leider nur kurz angespielt, macht aber nix,
denn darauf folgte "Party Safari". Die Menge war
derbstens am Toben und die Stimmung schien am Höhepunkt angekommen.
Während der ganzen Show wurden die Töpfe von Gitarre, Drums,
Bass und Keyboard unterstützt und natürlich stand auch DJ
Sepatlot wieder hinter den Turntables. Doch auch Roger, Shuh, Holunder
und Heinemann haben in den letzten Jahren an den Instrumenten geübt
und ja auch bekanntlich viele Beats auf "Musikmaschine"
selbt eingespielt. Dennoch schien die Crowd etwas überrascht, als
die Jungs selbst ein Instrumental-Cover von Gorillaz'
"Clint Eastwood" live einspielten. Das ganze hat
äusserst gerockt und ging fast nahtlos in eine Freestyle-
und Beatbox-Session über, zu der sich auch Creme
Fresh gesellten, die bereits als Support aufgetreten waren. Was
Freestyle angeht sind die Töpfe eh die ungekrönten Könige,
doch auch Creme Fresh waren bemerkenswert gut.
Wieder machte es den Anschein, als ob die Show mit dieser Session ihr
Ende nehmen würde, doch nach kurzer Erfrischungspause mit etwas
Tee standen die Töpfe prompt wieder auf der Bühne und verkündeten
lautstark "Ich weiss da geht noch mehr". Auf CD hatte
mich gerade dieser Song nicht so wirklich überzeugt, doch live
passte das jetzt wie die Faust aufs Auge! Das altersmässig völlig
gemischte Pärchen-Publikum war zwar nicht wirklich am Bouncen,
doch jeder ging auf seine Weise völlig ab, wohl wissend, dass nun
der Endspurt des Abends bevor stand. Dabei durfte die neue Single
"Die City schläft" natürlich nicht
fehlen, wer die noch nicht kennt sollte sie unbedingt auschecken! Davor
und danach gab es mit "Die Jungs ausm Reihenhaus"
und "Mein Block" noch zwei persönlichere Blumentopf-Songs,
die den Abend wunderbar ausklingen liessen.
Fazit:
Der beste Valentinstag ever! Auch wenn man Blumentopf schon oft live
gesehen hat, wird man doch immer wieder aufs neue beeindruckt. Der Wortwitz,
die Lockerheit und die nicht vorhandenen Star Allüren der Jungs
sind einfach einzigartig. Darüber hinaus entwickeln sie sich ständig
weiter und man darf
gesapnnt sein, was sie als nächstes aus ihrem Blumentopf hervorzaubern
werden. Blumentopf - der beste deutsche Live-Act des HipHop? Auf Jedsten
Alter! (Dr.Öge)
Related Links:
www.blumentopf.com
www.fourmusic.com
www.fourartists.com
www.centralstation-darmstadt.de
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