Music - so war's: Boysetsfire
 
wer:
Boysetsfire

Boysetsfire - Live @ Colos-Saal Aschaffenburg

Boysetsfire in Aschaffenburg wollten wir uns unbedingt anschazen, da wir uns auch die neuste Platte gerne anhören und vergleichen wollten, was die Jungs denn live so drauf haben.
Wir waren um 21 Uhr beim Colos-Saal, stiefelten durch die herumlungernden Hardcorefans zum Eingang und hörten gleich die erste Vorband So Far Away. Interessante Sache war der sehr kleine Sänger mit der Hardcorestimme. Eine nette gefühlsintensive Einlage war ein Lied, welches dem verstorbenen besten Freund des Sängers gewittmet wurde, tanzen wollte aber trotzdem niemand.
Die zweite Vorband Fire in the Attic spielten straighten Hardcore, schön anzuhören aber irgendwie unspektakulär.

Dann kam die zweite Umbaupause, Boysetsfire kamen für den Soundcheck auf die Bühne, gingen danach wieder und blieben erstmal weg. Aus den Lautsprechern dröhnte abwechselnd Hardcore und Fahrstuhlmusik, ab und zu konnte sich ein Sprechchor der Fans durchsetzen aber auch lautes Klatschen konnte Boy Sety Fire nicht auf die Bühne bewegen.
Irgendwann kamen sie dann doch mit dem Song „Walk Astray“ (Erster Song auf der neuen Platte "the misery index: notes from the plague years") auf die Bühne und die Menge drehte total durch. Im ausverkauften Colos-Saal war eine wirklich gute Stimmung dank der vielen eingefleischten Fans.

Den ganzen Abend wurden abwechselnd neue und alte Songs gespielt und der Moschpit kam nur in den Pausen zwischen zwei Songs kurz zum stehen.
Auffällig waren auch die Intros welche immer von CD eingespielt wurden, damit die Band nur noch einsetzen musste. Wenn man die Intros auf der Platte kennt wundert es nicht, dass diese nicht live gespielt wurden, allerding war es ein komischer Anblick. Neues Lied beginnt, Musik läuft, Band steht jedes mal wieder mit dem Rücken zum Publikum und fangen erst nach einer gewissen Zeit an selbst zu spielen. Gewöhnungsbedürftig aber gut.

Eine schöne Geste zeigte der Sänger und Frontmann als zwei Kinder stagediven wollten obwohl der Song zu Ende war. Er hielt sie an, gab den Jungs Anweisungen zu warten und erst auf Kommando während dem nächsten Lied zu springen. Damit hatte sich die Abwechslung dann aber auch erledigt.
Die Show war nämlich relativ einseitig. Die Stimme des Sängers wirkte auf Dauer monoton und mehr war auch irgendwie nicht drin. Die Leute haben sich grün und blau gemoscht und es gab eine kurze und unverständliche Ansprache des Sängers, was nicht heißt, dass diese show irgendwie interessant war. „Empire“ als Schmus-Pop-Song-Balade war für mich persönlich der Abschuss, zwar lässt sich der Song schön mitsingen aber er hat für mich absolut nichts mehr mit gutem Hardcore zu tun. Geschmacksache eben ...

Das Konzertende war dann der absolute Hammer, das letzte Lied wird angekündigt, wird gespielt, Licht geht an, der Frontmann gibt noch ein paar Menschen die Hand und weg ist die Band. Keine Zugabe, keine netten Worte, kein Witz, keine Pointe, einfach vorbei.

Fazit: Es ging eigentlich schon gut ab, die Stimmung war im oberen Bereich und die Musik ist zum Großteil auch wirklich qualitativ hochwertig. Mir persönlich ist aber die Stimme zu monoton und es gab nichts was man wirklich als Show hätte bezeichnen können. (Moe)


Related Links:
Boysetsfire - official Website
Burning Heart Records
Review zum Album "the misery index: notes from the plague years"
 
wann:
29.06..2006
 
wo: Aschaffenburg
(Colos-Saal)
   

Boysetsfire
Discography:



"the misery index: notes from the plague years"
(2006)


"tomorrow come today"
(2004)


"after the eulogy"
(2001)


"suckerpunch training"
(2000)


"in chrysalis"
(1998)


"the day the sun went out" (1996)


"this crying this screaming my voice is being born" (1996)