Dresden Dolls – Live
@ Mousonturm Frankfurt
Nachdem die Dresden Dolls ja schon seit Monaten als
„the next big thing“ durch die Presse geistern, war ich
froh, sie endlich auch mal live erleben zu können, denn aufgrund
verschiedener Gründe habe ich sie auf ihren letzten beiden Deutschlandtouren
nicht sehen können.
Als ich um neun Uhr im Mousonturm ankam, hat bereits M.A.S.S.,
die heutige Supportband, angefangen. Unter dieser Kapelle hat man
sich einen astreinen 77’er Sound à la Iggy and the
Stooges oder sogar ein bisschen von den (alten) Clash
vorzustellen.
Die Frontfrau gibt ordentlich Gas, und auch der Rest der Band kann
überzeugen. Besonders hervorzuheben ist der sehr gute Sound an
diesem Abend. Laut, kraftvoll UND deutlich und klar. Echt super.
Nach 40 Minuten guter Laune war auch schon wieder Schluss und die
Umbaupause zu den Dresden Dolls begann. Auffällig war das sehr
heterogene Publikum an diesem Abend. Von Punks, Goths (oder besser
„Death Rockers“?), Normalos, Studis bis hin zu Anzugträgern
und 50-jährigen Ehepaaren war echt alles vertreten.
Um ca. 22Uhr begann das Konzert. Brian und Amanda stiegen gleich mit
„Good Day“ und „Missed me“
ein, wobei Brian auch die Gitarre bei „Good day“
spielte. Als viertes Lied kam dann schon der „Coin-operated
boy“.
In den nächsten 1,5 Stunden wurde dann querbeet alles Mögliche
gespielt: Sowohl (fast alle) Tracks vom Album, als auch B-Seiten und
einige Covers (u.a. „Lied der Seeräuber Jenny“
aus der Dreigroschenoper, GEIL!!!) wurden dem dankbaren Publikum geboten.
Nach dem regulären Set gab es noch drei Zugabenblöcke, nach
Angabe von Amanda eine „Weltpremiere“. Aber das Publikum
wollte die Dolls einfach nicht von der Bühne lassen, so gut war
die Stimmung bei dem Konzert. Das lag meiner Meinung nach vor allem
an dem guten Sound, der guten Performance und dem Rollentausch gegenüber
der Platte. Während auf der Platte Amanda der Star ist und Brian
nur für die Rhythmussektion zuständig ist, ist es live genau
umgekehrt. Zwar begeistert Amanda auch hier mit ihrem fantastischen
Gesang und ihrem Klavierspiel, allerdings ist es Brain, der den Songs
durch sein abwechslungsreiches und immer druckvolles Schlagzeugspiel
neues Leben einhaucht. Anstatt den Takt zu halten hagelt es Fill-Ins
und Soli am laufenden Band. Wirklich eine fantastische Performance.
Auch bei den Tracks, bei denen Brain die E-Gitarre übernimmt,
entsteht etwas Neues, dass man von der Platte nicht kennt.
Nach über zwei Stunden, in denen viel gestaunt (z.B. über
das bereits erwähnte Schlagzeugspiel), gelacht (z.B. über
das geile Britney Spears Cover im Zugabenblock) und getanzt (ja, live
ist das ganze auch tanzbar) werden konnte, verließen die Dolls
dann endgültig die Bühne. Zwar wollten sie danach noch am
Merch-Stand Autogramme geben, aber ich bin dann heim. Auf jeden Fall
war das ganze ein Konzert, bei dem alles gepasst hatte, und allen,
die hier nicht waren, sollten die Dolls unbedingt mal auschecken,
wenn sie das nächste Mal nach Deutschland kommen. (bär)
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dresdendolls.com