Music - so war's: H-Blockx
 
wer:
H-Blockx
 
wann:
22.11.2007
 
wo:
Wiesbaden
(Schlachthof)
.H-Blockx rocken den Schlachthof
Nach einigen Jahren Tour-Pause sind Henning & Kollegen endlich wieder live zu sehen

Was war ich gespannt auf dieses Konzert... Schon länger freute ich mich darauf die Songs des neuen Albums mal live zu hören und als Tinte mir vor dem Konzert im Interview offenbarte, dass es sogar acht Stück davon sein werden, hätte der Gig für mich direkt anfangen können. Eigentlich ungewöhnlich, denn meistens, wenn eine Band Lieder aus dem neuen Album präsentiert, bedeutet das nichts anderes, als dass man länger auf die alten Kracher warten muss. Aber irgendwie drehte sich sowieso alles um "Open Letter To A Friend". Die Bühne war im Design der CD geschmückt, in Interviews redete man ständig über das Album und seine Stücke, die Single lief relativ oft im Radio, das Video hat man schon öfters gesehen, die zweite Single, das Titelstück, wurde soeben veröffentlicht, man hatte eine Wette gewonnen und ich persönlich hatte mir die alten Lieder schon lange nicht mehr angehört...

   
 
H-Blockx
Discographie:




"Open Letter To A Friend" (2007)"


"More Than A Decade - The Best Of" (2004)


"No Excuses" (2004)


"Live" (2002)


"Get In The Ring" (2002)


"OST Bang Boom Bang" (1999)


"Fly Eyes" (1998)


"Discover My Soul" (1996)


"Time To Move" (1994)

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich, wenn man mal von den letzten drei Takten absieht, sämtliche Vorbands vollständig verpasst habe. Dazu kann ich also gar nichts sagen. Mir will noch nicht mal ein Bandname einfallen. Aber die waren bestimmt gut. Ich kam also rein und konnte mich erstmal während des Umbaus entspannen. War auch gar nicht so schwer, denn man hatte Platz! Ich kann mir zwar nicht erklären warum, aber der Schlachthof Wiesbaden war noch nicht einmal halb voll. Dafür war das Publikum total wild durcheinander gewürfelt: von Vati-in-den-Fünfzigern, über zwischen-20-und-30-Metalfreaks bis hin zur 14-jährigen Emo-Tante war alles vertreten. Nachdem ich mich im Publikumsbereich satt gesehen hatte und gerade anfangen wollte mich darüber aufzuregen, dass alles so lange dauert (das mache ich immer so - egal wie lange es dauert) enterten H-Blockx die Bühne. Kurz darauf erklangen die ersten Töne von "Yesterday". Ich fühlte mich sofort wohl. Eine sehr gute Erstwahl als Opener, bietet sich natürlich aufgrund des Pre-chorus auch an. Zu meiner Überraschung sangen ziemlich viele Leute den Text mit. Irgendwie ist man es gar nicht mehr gewohnt auf ein Konzert zu gehen und den Eindruck zu bekommen, dass sich die meisten hier das Album gekauft und sich bereits intensiv damit beschäftigt haben. Überhaupt war es ein sehr sangesfreudiges Publikum an diesem Abend. Als der erste alte Kracher erschallte sangen nahezu alle mit. Und da auf einmal wurde es mir bewusst: Irgendwie passen die neuen Songs nicht zu den alten. Natürlich sind Hits wie "Move", "Little Girl", "Revolution", "Risin’ High" und meinetwegen auch "Ring Of Fire" oder "The Power" Nummern, die einfach immer funktionieren. Sie haben sie auch alle gespielt! ber irgendwie gab es da eine Lücke zwischen ausgeklügelter Musikkunst und Partykrachern, die nicht gefüllt werden konnte. Zum Glück schien das sonst niemanden zu interessieren. Man ließ sich auf jedes Lied ein und zelebrierte es dementsprechend. Die H-Blockx lieferten auch alles, was man dazu braucht. Der Sound war gut, die musikalische Darbietung astrein, man gab sich publikumsnah und die Ansagen waren lustig und interessant. Sehr gut fand ich auch den Einsatz einer Videoleinwand und die darauf gezeigten Videos. Als "Countdown To Insanity" gespielt wurde, war es ziemlich interessant gleichzeitig das lippensynchrone Video dazu im Hintergrund zu sehen. Weitere Höhepunkte waren unter anderem Hennings Aussage "Ich bagger dich hier die ganze Zeit an und du bekommst es nicht mal mit" an eine unbekannte Frau aus der ersten Reihe und der Einsatz eines von Henning gespielten Live-Pianos bzw. -Keyboards bei "Open Letter To A Friend". Dieser Song war dann neben den oben genannten alten Krachern wohl auch einer der Höhepunkte. Zumindest war es ein ziemlich intensiver Moment. Hervorzuheben ist ebenfalls, dass der Drummer eine wirklich solide Arbeit abgeliefert hat. Denn neben auf festes Timing Schlagzeug zu spielen war es auch noch seine Aufgabe die Samples einzuspielen und davon nicht zu wenige. Leider hatte er dadurch nicht mehr all zu viel Spielraum um seiner Spielfreude körperlichen Ausdruck zu verleihen. Im Allgemeinen war man sowieso mehr mit spielen beschäftigt als mit Stage-acting, was ich ein bisschen schade fand. Ist aber verständlich und wie schon erwähnt war die musikalische Darbietung dafür auch auf wirklich hohem Niveau. Bleibt nur noch zu sagen, dass ich den Bassisten nicht so klein in Erinnerung hatte und Henning wohl ein paar Pfund zugelegt hat.

Fazit: Alles in allem ein gelungener Abend mit viel guter Musik, die meiner bescheidenen Meinung nach hier und da halt nicht unbedingt zusammenpasste. Nach einem relativ langen Konzert verabschiedete man sich mit "Leaving", was genau so ans Ende passt wie "Yesterday" an den Anfang. Ich fuhr mit gemischten Gefühlen nach Hause, war aber trotzdem zufrieden und bin gespannt was die H-Blockx in Zukunft noch so alles machen werden.










(Text: Eddie Noll / Fotos by Ozelot2001.com)

Related Links:
www.hblx.de
www.myspace.com/hblockx
www.x-cell.de
www.schlachthof-wiesbaden.de