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wer:
Keith Caputo & The Sad Eyed Ladies
support:
Ricky Warwick
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.Geselliges
Lagerfeuer in der Räucherkammer
Wenn man den Namen Keith Caputo hört,
dann dauert es nicht lange bis einem auch die Band Life
Of Agony durch den Kopf geht. Jahrelang war er ihr Frontmann und
überzeugt mit intensiven Liedern, Alben und vor allem auch Texten.
Nicht wenige Zuhörer waren sehr angetan und sich einig, dass man
es hier mit jemandem zu tun hat, der weiß wovon er singt. Der frühe
Tod der Eltern und die daraus resultierenden Schwierigkeiten zogen ihre
Furchen in die Seele des kleinen Mannes und führten ihn schließlich
in eine ausgeprägte Drogengeschichte. Heute gibt es kein „Life
Of Agony“ mehr. Keith Caputo scheint es allerdings mehr zu geben
als je zuvor. Den (harten) Drogen hat er abgeschworen, inzwischen unglaublich
viel Weisheit getankt und er hat eine Möglichkeit gefunden, seine
weisen Worte auch nach dem Ende seiner alten Band noch unter die Menschheit
zu bringen. Diese Möglichkeit ist sein Soloprojekt, unterstützt
von der Band The Sad Eyed Ladies ist er derzeit
auf einer recht überschaubaren Tour. |
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Das
Konzert fand in der kleinen Räumlichkeit (der sogenannten Räucherkammer)
des Schlachthof in Wiesbaden statt und mit ca. 200 Besuchern stellte sich
sofort eine gemütliche Atmosphäre ein. Vor dem Hauptact kam
ein Roadie auf die Bühne und stellte das recht niedrig eingestellte
Mikrofon noch einmal zur Seite. Ein über und über tätowierter
Mann mit einer akustischen Gitarre betrat die Bühne im Unterhemd.
Ricky Warwick! Die Vor-„Band“.
Ein skurriles Bild. Nun ist es bei Sängern mit akustischer Gitarre
immer so ein Ding. Ich glaube fast jeder von uns hat ein kleines Lagerfeuertrauma.
Ich zumindest habe eins. Also wenn ich einen einzelnen Menschen mit einer
akustischen Gitarre sehe und mir vorstelle, dass ich ihm jetzt die nächste
Stunde zuhören muss, dann packt mich meist ein intensiver Drang sofort
wegzurennen. Zum Glück hat Ricky Warwick meine schlimmen Erwartungen
nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil: Schon beim ersten Lied hatte ich
den festen Entschluss gefasst mir seine CD zu kaufen. Die knappe Stunde
ging sogar viel zu schnell rum. Ricky Warwick nahm die vorhandene Wohnzimmeratmosphäre
und hat daraus ein Treffen von Freunden gemacht. Total locker stand er
da und schaffte es mit jedem Lied erneut das Publikum zu verzaubern und
es zu geschlossenem Applaus zu bewegen. Ab und zu leitete er seine Songs
mit einer Geschichte ein, so zum Beispiel vor „Johnny Or Elvis“,
und immer hörte man ihm gespannt zu. Als ihm später eine Gitarrenseite
riss konnte ihn auch das nicht aus der Ruhe bringen. Er hörte auf
zu spielen, nahm sich die Zeit zu erklären was passiert ist und als
er eine neue Gitarre in der Hand hatte, fiel ihm direkt noch eine Geschichte
zum Thema ein. Super! Bleibt nur noch zu erwähnen, dass Ricky Warwick
ein Mitglied von The Almighty ist und dass
man ihn sich unbedingt anhören sollte, wenn man ansatzweise auf ruhige
Musik mit akustischer Gitarre steht.
All zu bald war Ricky fertig und nach einer Umbaupause, in der ich feststellte,
dass die Ricky Warwick-CD schon vergriffen war, kamen da auf einmal fünf
Typen total locker und ohne jegliche Star-Allüren auf die Bühne
gelatscht:
Keith
Caputo und die Sad Eyed Ladies! Man
begann ziemlich rockig und wusste sofort zu begeistern. Nach zwei härteren
Nummern kam die erste ruhige und ab diesem Punkt war ständige Abwechslung
angesagt. Trotz dieser Abwechslung kann sich wohl niemand darüber
beschweren aus der Stimmung des jeweils vorherigen Titels gerissen worden
zu sein. Die einzelnen Songs untereinander passten genau so gut zueinander
wie die Band selbst. Die angesprochene Atmosphäre schien jeden Anwesenden
ein bisschen zu beflügeln. So auch die Band: Trotz ernster und bestimmt
nicht immer positiver Texte hatte man Spaß, unterhielt sich und
kuschelte sogar teilweise zusammen auf der Bühne. Vor allem Keith
Caputo und Gitarrist Maarten Moerland, der
in dieser Band offensichtlich vollkommen aufgeht, kamen sich in Soloteilen
gerne näher. Auch im Publikum konnte man Annäherung beobachten.
Das lässt sich bei diesen Liedern, vor allem natürlich den ruhigen,
wohl auch nicht vermeiden. Überhaupt war es ein Konzert zum Augen
schließen und mitschwelgen. Publikum und Band gaben sich in diesem
Punkt nicht viel. Keith Caputo sang unglaublich
gut an diesem Abend. Jeden Ton hat er getroffen und dabei immer die richtige
Stimmung vermittelt. Schließlich ließ auch er es sich nicht
nehmen kleine Anekdoten zum Besten zu geben, die teilweise seine Songs
einleiteten. Die Geschichte zu dem Titel „Selfish“
wird mir wohl länger im Gedächtnis verweilen, soll an dieser
Stelle aber jenen vorbehalten bleiben, die an diesem Abend anwesend waren.
„Selfish“ gehörte somit definitiv zu den Highlights.
So auch „Living The Blues“ von oben erwähntem
neuen Album. Einziger Wehrmutstropfen war die Frau, die bei diesem Lied
hinter mir stand und es tatsächlich schaffte die Gesangsanlage bei
Weitem zu übertönen. Bedauerlicherweise war das noch vor dem
Mitsingteil, bei dem dann zwar fast alle mitsangen, aber niemand gegen
sie ankam. Naja - sie hat es zumindest gelebt. Andere musikalische Höhepunkte
(seitens der Band) waren „New York City“, „I
Can See My Life From Here“ von und mit Ricky Warwick und das
fast schon obligatorische „Let’s Pretend“ aus
alten Life Of Agony Zeiten, ohne das (zu Recht) wohl auch kein Keith Caputo-Konzert
mehr auskommen würde. Der ganze Gig und die Band wurden durchweg
abgefeiert. Das Publikum war textsicher und traute sich im Gegensatz zu
manch anderem Publikum auch durchaus auf die Aussagen der Band zu antworten.
Nach der letzten Zugabe kamen alle beteiligten Künstler noch an den
Merchandising-Stand, gaben Autogramme, unterhielten sich und erfüllten
sämtliche Fotowünsche. Alles in Allem ein durchaus gelungener
Abend, von dem man sich mehrere wünscht. Keith Caputo und Band sind
ein absolut sehenswerter Live-Act, der davon profitiert, dass man ihn
momentan noch als Insider-Tip bezeichnen kann. Es wird schwierig sein,
diese Stimmung bei wachsender Publikumszahl aufrecht zu erhalten. Trotzdem
werde ich beim nächsten Keith Caputo - Auftritt wohl einigen Leuten
Bescheid sagen.
(Eddie)






(all Photos by Nora Grodzek für Ozelot2001.com)
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