Mad Caddies -
Live @ Batschkapp Frankfurt/M
Nachdem wir vor einigen Wochen schon Reel Big Fish in der Frankfurter
Batschkapp gesehen hatten (und begeistert waren), mussten wir uns
nun zum Vergleich auch unbedingt die Mad Caddies anschauen, denn beide
Bands haben vor allem eins gemeinsam: sehr starke Ska-Einflüsse,
die garantiert für Stimmung sorgen, denn bei kaum einer anderen
Musikrichtung wird meiner Meinung nach so geil Party gemacht.
Nachdem wir Keith, den Trompeter der Caddies schon am späten
Nachmittag interviewt hatten, hiess es warten auf den Konzertbeginn
und sich nicht vom Fussballspiel Deutschland gegen Ecuador ablenken
lassen, was für uns jedoch kein Problem war, denn Fussball ist
verglichen mit einem Mad Caddies Konzert die langweiligste Nebensache
der Welt.
Einlass war um acht und wie immer tummelten sich schon Stunden vorher
viele Fans auf dem Gelände vor der Batschkapp, um über das
anstehende Konzert zu reden, welche Songs man unbedingt hören
wollte und einiges an Bier und anderen "Erfrischungen" zu
sich zu nehmen.
Um neun spielte dann endlich die erste Vorband namens Itchy
Poopskidz, die jedoch weder uns noch das anwesende Publikum
wirklich begeistern oder auch nur entfernt mitreissen konnten. Das
war mehr so Rock marke Schülerband und glücklicherweise
schon nach einer halben Stunde wieder vorbei.
Nach kurzem Bühnenumbau ging es dann mit den Dänen von The
Movement weiter, die ich persönlich sehr geil finde.
Bereits auf Ihrer ersten Deutschland-Tour im Herbst 2004 im Vorprogramm
der Terrorgruppe machten wir ein Interview mit dem Frontmann Lukas
Scherfig, der danach auch auf der Bühne zu überzeugen wusste.
Damals kannte noch niemand das Trio aus Dänemark, doch das hatte
sich mittlerweile anscheinend geändert. Leider war der Auftritt
diesmal nicht ganz so gut wie der vor 2 Jahren, weil man die Lyrics
schlecht verstehen konnte, dennoch war mehr Stimmung als damals und
die Crowd würdigte das mit Pogo und Stagediving. The Movement
spielten ein kurzes aber sehr cooles set, mit nur ihren besten Songs
wie "control your temper", "get pissed", "how
come?", "losing you", "no more products"
und "a little rain", auf das ich mich besonders
gefreut hatte. Kein bahnbrechender aber doch ein guter Auftritt, der
diese Mod-Punk Band in Deutschland hoffentlich bald noch bekannter
werden lässt, denn verdient hätten Sie's.
Danach war es dann Zeit für das absolute Highlight des Abends:
Die Mad Caddies betraten die Bühne der Batschkapp,
die für die sechköpfige Band und alle ihre Instrumente,
Boxen und Verstärker geradeso ausreichte. Zwei Trompeter, mehrere
Sänger und Gitarristen sowie ein Schlagzeuger wollen eben erstmal
mit all ihrem Equipment untergebracht werden aber dafür wussten
sie auch so richtig Party zu machen. Fünf Jahre war es her (2001),
dass die Jungs aus Santa Barbara ihr letztes Konzert in Deutschland
gegeben hatten und so war es für die meisten Besucher das erste
Mad Caddies Konzert. Die Fans hatten sich wie verrückt darauf
gefreut und waren teilweise von weit weg angereist (Duisburg, Giessen,
Düsseldorf, etc.). Doch keine Angst, auch der weiteste Weg hatte
sich gelohnt:
Die einzigartige musikalische Mischung aus Rock, Punk, Ska, Country,
Reggae und Blues ließ absolut Niemanden still stehen. Es wurde
ausgelassen getanzt bis in die letzten Reihen vor der Bar und dem
Merch-Stand, obwohl das Publikum aus völlig unterschiedlichen
Leuten bestand. Kids und Kiffer, Fussballfans, Punkrocker und natürlich
viele Amis waren dabei, die jüngsten waren um die 15, die älteste
gesichtete Person war geschätzte 50 Jahre alt. Es war auch wirklich
schön zu sehen, dass bei dieser ausgelassenen Party inkl. Swing-,
Pogo- und Stagedive-Einlagen eine so unterschiedliche Menge so heftig
zusammen feiern konnte. Streit? Schlägereien? Fehlanzeige!
Das war ganz klar den Mad Caddies zu verdanken, die ein erstklassiges
Set spielten, die Songauswahl deckte sich in etwa mit dem Konzert
in Toronto und der dort aufgenommenen Live-CD "songs
in the key of eh". Musikalisch war es also ein
Querschnitt über alle Alben, auch drei ganz neue Stücke
vom (irgendwann) kommenden Album hatten die Caddies im Gepäck,
am besten war die Stimmung jedoch bei den alten Ska- und Reggae-lastigen
Songs, mit denen sich die Crowd am besten anpeitschen ließ.
Für meinen Geschmack waren alle Songs dabei die man unbedingt
hören wollte, wie das Country mäßige "leavin'",
oder "all american badass", "the bell tower" und
natürlich "drinking for 11" und viele andere. Eineinhalb
Stunden heizten die Caddies der Crowd ein, die trotz extremer Hitze
in der Halle bis zur letzten Zugabe durchtanzten und dann sogar nach
dem Konzert noch gut gelaunt vor der Batschkapp chillten. Es war ein
unvergesslicher Abend, sicherlich auch für den einen Typ, der
nur mit Socken, T-Shirt und Undershorts bekleidet viel zu spät
zum Konzert kam und an der Tür (angesprochen auf sein seltsames
Outfit) klagte, an der Konstablerwache ausgeraubt worden zu sein.
Unser Beileid, wir hoffen, dass Dich die unglaubliche Live-Show der
Mad Caddies dafür entschädigen konnte.
Fazit: Ein unglaublich geiles Konzert, mit dem die
Mad Caddies ihre Qualitäten als eine der besten Live-Bands unterstreichen.
Diese Show muss man gesehen haben, ganz egal welche Musik man eigentlich
mag. Fand ich persönlich noch besser als Reel Big Fish. (Dr.Öge)

Related Links:
www.madcaddies.com
www.themovement.dk
www.fatwreck.de
www.batschkapp.de