nachdem
wir bereits am freitag auf der super lässigen b-day party von alex
in köln waren, machten wir uns montag am späten nachmittag
erneut auf den weg nach "kölle" um massive attack auf
einem ihrer (neben festivals) wenigen deutschland-konzerte live zu erleben.
während der fahrt stimmten wir uns schon etwas locker ;-) und hörten
nochmal in das ein oder andere album der jungs aus bristol rein um in
stimmung zu kommen.
kurz bevor wir nach kleineren irrfahrten am palladium ankamen, hatte
es leider zu regnen angefangen und wir mussten durch nieselregen zum
eingang. auf dem weg dorthin sahen wir die verschiedenste autokennzeichen,
wir waren erstaunt von woher manche leute gekommen waren...
nach kurzem schlange stehen waren wir auch schon drin. die vorgruppe
von massive attack hatte schon angefangen, was jedoch nicht so tragisch
war. keine ahnung wie sie heißen, sie waren extrem langweilig
und wurden von den wenigsten konzertbesuchern beachtet.
solange die vorgruppe spielte, hielten sich die meisten konzertbesucher
im vorraum des palladiums auf und versorgten sich mit getränken.
wir taten das gleiche, kaum hatten wir uns an der bar angestellt, stand
auch schon ein bekanntes gesicht aus der heimat vor uns... ja, ja die
welt ist schon klein, gerade wenn es um massive attack geht...
das palladium war als location für masssive attack sehr passend,
eine alte industriehalle mit stahlträgern und viel metall sorgte
für den richtigen flash die genialen schummrigen lichteffekte taten
ihr übriges, um die leute auf den basslastigen oft düsteren
sound einzustellen. der einzige nachteil war, dass man nur schlecht
die bühne und die leute darauf sehen konnte.
als massive attack ihre live-show mit dem stück "small
shot away" eröffneten, wurde die im rücken der band
positionierte videoleinwand aktiviert und ein extra auf köln abgestimmter
"film" gestartet.
im takt der songs liefen in deutscher sprache das ganze konzert hinweg
datensätze, ziffern, wetterberichte, chemische formeln, sinnloses,
etc. über die leinwand. neben alltäglichen fakten wie dem
kölner wetter, der auflistung "wie oft du blinzelst"
oder der statistik der produzierten reifen weltweit fand man auch politische
fakten wie die aktuellen börsenkurse, preise für us-waffen
oder die anzahl der ziviltoten im irak auf der anzeige wieder. bei manchen
statistiken wie der kriegsbilanz oder dem rüstungsvergleich kam
schon eine seltsame gänsehaut-stimmung auf, die natürlich
mit massive attacks musik passend unterlegt war ... die sehr engagierten
kriegsgegner (die sich während des 1.golfkrieges sogar vorrübergehend
nur in "massive" umbenannt hatten) zeigten auf diese weise
ihre, teils heftige kritik an kriegen im allgemeinen und dem aktuellen
irak-konflikt und der usa im speziellen. gesagt, haben sie jedoch nichts
zu dem thema, sie waren eh sehr wortkarg und haben seltsamerweise zwischen
den songs kaum etwas zum publikum gesagt.
während des songs "risingson" herrschte in der
ganzen halle eine gespenstige stimmung... passend zum song ratterte
auf der led-anzeigetafel im hintergrund ein internationaler vergleich
des rüstungsetats herunter, der (so schien es) fast jeden nachdenklich
stimmte.
neben hammerstücken wie "karmacoma" oder
"angel", dem eröffnungsstück von mezzanine,
waren auch vom aktuellen album genügend songs vertreten, die auch
wenn sie einem vom album her nicht so gefallen, live richtig gut waren.
der düstere aber mitreißende opener des aktuellen albums
"future proof", der in einem endlosen scheinenden
bass-sample ausläuft, ging genauso ins ohr wie "special
cases", die erste singleauskopplung von 100th window,
mit gastsängerin dot allison. langsam schleppende bässe,
bedrohliche streicher im hintergrund und die wunderschöne stimme
von dot allison lassen bei "special cases" diese
wundervolle atmosphäre aufkommen, die man an massive attack so
liebt und schätzt.
das stück "man next door" begleitete mit seiner
unnachahmlichen stimme kein gringerer als gastsänger horace
andy. bei dem alltbekannten und guten song "teardrop"
wurde jedoch schon deutlich, dass eine dot allison nicht wirklich
in die "übergroßen" fußstapfen einer elisabeth
frazer treten kann...
nach fast genau zwei stunden live-show und den zwei blue lines
klassikern "safe from harm" und "unfinished
proof" als zugabe, verabschiedeten sich massive attack, naja,
sagen wir mal sie verschwanden ohne große worte von der bühne...
schade, aber ihr wohl bekanntestes stück "protection"
haben sie leider nicht gespielt.
die lichteffekte waren während der gesamten show richtig gut und
zusammen mit der videoleinwand ein absolutes highlight.
fazit:
eigentlich eher ungewohnt für ein konzert, aber live hat sich jeder
(!) song von massive attack super fett angehört, sogar songs die
man von alben her kennt und vielleicht eher nicht so mag, vor allem
von"100th window", das wir als schwächstes album sehen.
die im hintergrund platzierte videoleinwand hat zusammen mit den lichteffekten
und der location das ganze abgerundet und einen bleibenden eindruck
hinterlassen! massive attack sind live ein absolutes highlight nur schade,
das sie außer über die videoleinwand ihren zuschauern nichts
zu sagen hatten ... (nc)