Nach dem
kometenhaften Erfolg von Nouvelle Vague, wollte wohl jeder auch ein
Konzert der aktuellen Tour sehen, weshalb der Mousonturm in Frankfurt
am Main an diesem Abend mehr als gut gefüllt war. Ausverkauft bis
auf den letzten Platz und draußen standen noch viele Leute, die
versuchten irgendwo ein Ticket zu bekommen. An der Abendkasse war aber
nix mehr zu machen und auch von den Fans wollte absolut niemand seine
Karte verkaufen, auch nicht für das doppelte des regulären
Preises! Eine bessere Promotion kann man sich als Band wohl nicht wünschen.
Als Support stand Elke Brauweiler auf der Bühne.
Nur von einem Gitarristen begleitet gab sie überwiegend französische
Popsongs zum besten und hatte das Publikum gleich nach dem ersten Song
auf ihrer Seite. Die charismatische Dame mit der schönen Stimme
war von ihrem Musikstil nicht weit entfernt von Nouvelle Vague und man
hätte von der Stimmung her fast denken können, daß hier
gerade der Hauptact spielt. Ein sehr gut ausgewählter Support!
Danach betraten Nouvelle Vague die Bühne. Das
Publikum, das sich überwiegend aus Leuten um die 30 Jahre zusammensetzte
war sofort begeistert. Kein Wunder bei Songs wie "Ever Fallen
In Love" oder "Dancing With Myself", die
ja schon damals im Original absolute Hits waren und durch die Neuinterpretation
von Nouvelle Vague nun wieder bestens hörbar und salonfähig
geworden sind. Natürlich wurden überwiegend Songs vom neuen
Album "Bande a Part" gespielt, doch
meine ganz persönlichen Gebete wurden auch erhört und so fand
sich auch "This Is Not A Love Song" im Set des heutigen
Live-Gigs. Meiner Meinung nach das mit Abstand schönste Stück
der Berliner - Musik zum genießen! (Checkt auch unbedingt den
Remix der Thievery
Corporation von "This Is Not A Love Song")
Ein absoluter Höhepunkt des Konzerts war ganz klar der Zeitpunkt
als "Eisbär" angespielt wurde. Die Zuschauer
apllaudierten bereits während der ersten Takte enthusiastisch und
es war ganz klar, darauf hatte das Publikum gewartet, ist eben ein Klassiker
sondergleichen. Später wurde dann auch noch ein Gastsänger
aus dem Publikum ausgesucht, die Wahl fiel auf Hermann, der mit seiner
tiefen Bassstimme jedoch in einem zu derben Kontrast zum niedlichen
Organ der Sängerin stand und seien wir mal ganz ehrlich: Singen
war nicht gerade Hermanns Stärke. So wurde er dann auch nach wenigen
Takten schon wieder von der Bühne geleitet. Eine lustige Abwechslung,
die aber, zumindest musikalisch kräftig nach hinten losging.
Im Verlauf des Abends demonstrierten Nouvelle Vague eindrucksvoll ihre
musikalische Vielseitigkeit. Es gibt eigentlich nichts, was die Berliner
nicht spielen können, Pop, New Wave, Blues, Reggae, ganz egal.
Es war ein schöner Abend mit noch schönerer Musik. Einziger
Kritikpunkt war die etwas statische, zurückhaltende Darbietung.
Ich hatte zuvor von Auftritten mit 2 Gastsängerinnen gehört,
die sich während des Konzerts mit Bier übergossen, das war
im Mousonturm leider nicht der Fall gewesen.
Fazit:
Musikalisch ein absoluter Leckerbissen, das Publikum ließ sich
zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen! Jedoch hätten
wir uns etwas mehr Show und zusätzliche Gastsängerinnen gewünscht,
so wie es bei der letzten Tour angeblich der Fall gewesen war.
Related Links:
www.nouvellevague.de
www.pias.com
www.mousonturm.de