Music
- so war's: Reel Big Fish & Streetlight Manifesto
was:
Reel Big Fish
support:
Streetlight Manifesto
Während sich momentan die breite Masse der Bevölkerung gnadenlos
dem Fasching hingibt, sind wir dem närrischen Treiben aus dem Weg
gegangen. Naja obwohl, sind wir das wirklich? Immerhin sind Konzerte der
kalifornischen Pop-Punk-Ska-Rocker Reel
Big Fish eine Garantie für wahnwitzige Abende, an
denen man mit durchnässten Klamotten nach Hause geht. Doch zunächst
stand die Vorband und mein derzeiter Geheimtip für erstklassigen
Skacore auf dem Programm: Streetlight Manifesto.
Leider verpassten wir wegen der Unzuverlässigkeit meines verf***
Autos die ersten Songs von Streetlight Manifesto, doch das was wir noch
zu sehen oder besser zu hören bekamen, begeisterte von der ersten
Sekunde
an. Die
Combo aus New Jersey überzeugte mit vielen Tracks ihres aktuellen
Albums "Somewhere In The Between", das Rock, Ska und
Punkeinlagen wunderbar kombiniert. Live fiel besonders der mitreißende
Sound der Blasinstrumente auf, den Fans von gutem
Skapunk lieben werden. Checkt die Jungs unbedingt aus, sie sind
noch einige Zeit in Deutschland on Tour!
wann:
30.01.2008
wo:
Wiesbaden (Schlachthof)
Nach
kurzer Umbaupause war es auch soweit und die Jungs von Reel
Big Fish kamen gut gelaunt auf die Bühne und
nahmen ihre Plätze ein: Leadsänger
Aaron Barrett an der Gitarre, ebenfalls an der Gitarre Scott
Klopfenstein, Derek Gibbs am Bass,
John Christianson und Dan
Regan an den Blasinstrumenten sowie Ryland
Steen am Schlagzeug. Wahnsinn, als ich mich im Publikum umschaute,
sah ich so viele Leute in RBF T-Shirts, wie man es sonst wohl eher
von Boygroup-Konzerten mit pubertierenden Teenagern im Publikum kennt.
Insgesamt war der Schlachthof mit ca. 700 Besuchern auch recht voll.
Wie zu erwarten, fließ das Bier in Strömen und die Stimmung
war dememtsprechend ausgelassen. Kein Wunder, denn neben den besten
Songs vom aktuellen Album "Monkeys
For Nothing And The Chimps For Free" wie "The
New Version Of You", "Party Down" oder
"Everybody's Drunk" spielten RBF natürlich
auch die Songs, die jeder hören wollte. Vom Klassiker "She
Has A Girlfriend Now", "Dateless Loosers"
oder "Beer" über "Ban The Tube Top",
"Good Thing" oder "Kiss Me Deadly"
vom Album "Cheer
Up" bis hin zu "Hate You", "I
Want Your Girlfriend to Be My Girlfriend Too" oder "Trendy"
vom Debütalbum "Everything Sucks", dass die Jungs ohne
Plattenvertrag in der Tasche 1995 erstmals selbst veröffentlichten
und das damals durch Mundpropaganda zum absoluten Underground-Hit
in der Punkszene avancierte.
Eins muss man den Jungs, die größtenteils aus Orange County
stammen wirklich lassen, sie sind einmalig, wenn es darum geht, den
nächsten Song anzumoderieren. Kaum eine Band tut dies mit so
viel Witz und spitzer Zunge. Die Jungs wären bestimmt keine schlechten
Co-Moderatoren bei den MTV Awards...
Live kam der anfangs durch Blasinstrumente bestimmende "Where
Have You Been" besonders gut, der nach Tempiwechsel in einen
äußert vorwärts gehenden Rocksong übergeht.
Als Aaron Barrett schließlich noch
die Akkorde von Phil Collins "Another Day In Paradise"
anstimmte, war der Abend perfekt. Nach feinster Me
First And The Gimme Gimmes-Marnier coverten die Jungs den Klassiker
und verpassten ihm ein schönes Ska-Punk-Gewand. Auch wenn sich
das Line Up der Band in den vergangenen Jahren mehrmals geändert
hat, merkt man es dem Sound nicht an. Es ist zwar schade, dass im
vergangen Jahr mit Bassist Matt Wong
ein weiteres Gründungsmitglied die Band verlassen hat, doch mit
Derek Gibbs wurde ein würdiger Nachfolger
gefunden.
Jeden der sich auch im Nachhinein noch gerne an das Konzert erinnert,
sollte sich unbedingt das Live-Album der California Boys zulegen,
dass den schlichten, aber eindeutigen Titel "Our
Live Album Is Better Than Your Live Album" trägt.
Und genau das ist sie auch, das Album umfasst zwei CDs und beeinhaltet
die beliebtesten Songs der Band als Liveversion sowie das Making Of
zum Album sowie einigen Videos auf DVD.
Fazit: Das Konzert war typisch für Reel Big
Fish und ein absolutes Highlight. Jeder der Ska, Punk oder Rock auch
nur gelegentlich hört, sollte sich die kalifornische Kombo unbedingt
mal live anschauen, wenn sie das nächste
mal nach Deutschland kommen. Es ist einfach unglaublich, was die Jungs
für eine enegiegeladene Show abliefern und wie der Funke auf's
Publikum übergeht. Nichts beschreibt dies schöner, als die
ersten Zeilen ihres Klassikers "Trendy": "Everybody's
doin' the fish, yeah, yeah, yeah", der natürlich auch
auf keinem Konzert nicht gespielt werden darf. (nac)