übrigens nur deshalb, da die zwei Hotels in Saalburg
bereits seit dem Jahr zuvor ausgebucht waren..). Lange Rede, kurzer
Sinn, von da an dauerte es noch ca. 2 Stunden bis wir endlich einen
Platz in dem einzigen Taxi der Umgebung (!) ergattern konnten und und
über eine Achterbahn ähnliche Fahrstrecke endlich zum Festivalgelände
gelangten.
Das Festival:
Leider hatten wir die ersten Acts auf der Mainstage Hacienda,
Benjamin Diamond und Röyksopp
verpasst. Schade aber egal, The Prodigy
standen als nächstes auf dem Zeitplan und bereits lange bevor überhaupt
irgendein Sound von der Mainstage aus zu hören war, machten sich
Scharen von Leute auf den Weg dorthin. Es schien fast so, als wollten
alle die Electro-Rocker live sehen, der Platz vor der Mainstage füllte
sich immer mehr, jedoch dauerte es noch eine ganze Weile, bevor die
vier schrillen Typen aus England die Macht an sich nahmen...
... und das taten sie auch. Die Jungs um Mastermind Liam Howlett
sind trotz ihres mittelmäßigen Albums "Always
Outnumbered, Never Outgunned" angesgat wie zu ihren besten
Zeiten Mitter der 90er. Neben einigen Songs des aktulellen Albums heizten
sie der feiernden Menge mit Klassikern wie "Poison",
"Voodoo People" oder "No Good"
ordentlich ein. Leider kam es bei der Zugabe "Smack My Bitch
Up" zu technischen Problemen, was jedoch nach so einem Hammer
Live-Auftritt zu verkraften war. wenns am schöbsteb ist soll man
ja bekanntlich aufhören.
Dem darauffolgenden
Act auf der Mainstage Richie Hawtin
mussten wir leider den Rücken kehren, denn nun war es an der Zeit
für "Breaks 'n' Drums".
Am Freitag stand das Drum 'n' Bass Zelt ganz unter dem Motto "Break
Beat Massaker" - und das absolut zu Recht! Die Stars der
Szene wechselten sich an den Turnntabels ab und sorgten für eine
Stimmung, wie sie normalerweise nur in Clubs zu finden ist. Die erstklassige
Soundanlage und die für ein Festival sehr aufwendige Deko taten
auch einiges dafür, das man sich hier komplett "heimisch"
fühlte. Neben LTJ Bukem`s Sprössling Seba
waren u.a. noch Con.Struct,
Paradox
und Blame am Start, die
teilweise mit sehr oldschool lastigen Sets zum "Massaker"
aufriefen. Das D'nB-Zelt war an diesem Abend jedenfalls ganau das richtige,
um sich von den kalten Außentemperaturen aufzuwärmen.
Obwohl das Sonne, Mond und Sterne in erster Linie Electro-Fans und Club-Freaks
aus aller Herren Länder anzieht, wollte die
Fantastischen Vier wirklich jeder sehen. So hatten die vier Jungs
aus dem Schwabenländle dann auch leichtes Spiel, der Andrang an
der Mainstage war enorm und die Menge schnell zu begeistern.
Schade nur, dass Thomilla und Michi Beck
nicht
auch als Turntablerocker den Maincircus mit einem ihrer
äußerst tanzbaren Sets erschüttert haben. Die Crowd
wäre 110%ig steil gegangen und es hätte doch auch so gut gepasst...
Nach dem Konzert der "glorreichen Vier" überraschte die
Crew des SMS mit einem unangekündigten Feuerwerk, das vom Wasser
aus gezündet wurde und den Himmel über dem Festivalgelände
in ein Meer aus Sternschnuppen und Lamettaregen verwandelte. Party pur!
Das ultimative Highlight des kompletten Festivals stellte am Samstag
jedoch das "G-Stone Summercamp"
dar. Eine feine Label-Nacht mit den Wiener DJ-Legenden höchstpersönlich:
Kruder & Dorfmeister. Aber nicht
nur die beiden Altmeister sollten an diesem Abend für Furore sorgen...
Rodney Hunter, der schon mit Peter
Kruder die Schulbank drückte, brachte für das diesjährige
SMS Live-Unterstützung aus Wien mit. Gemeinsam mit seiner 5-köpfigen
Band sorgte der US-Wiener, der mittlerweile Berlin zu seiner Wohnresidenz
auserkoren hat, für ein äußerst grooviges Set aus Funk
und Soul gepaart mit Electro-Einflüssen, bei dem es einem wirklich
schwer fiel sich nicht zu bewegen. Oder besser gesagt, jeder der hierzu
nicht getanzt hat, musste anscheinend tot sein... Mr. Hunter präsentierte
ein wirklich hammermäßiges Set nach feinster Wiener Art.
Sehr sympathisch.
Europas wohl bekanntester Hip Hop DJ DSL
forderte mit gleich drei Sessions die Leute zum Tanz auf. Er bescherte
den G-Stone Anhängern einen guten Mix aus alten und neuen Songs
und bekam auch das passende Feedback in Form einer tanzenden Crowd.
Zu später Stunde nahmen sich Kruder
& Dorfmeister endlich selbst den
Turntables
an. Fein zelebriert wurde der Beginn ihrer "K&D Session"
von MC Sugar B, der nach MC-Manier
erst mal für die passende Stimmung sorgte und dann an Richard
Dorfmeister abgab. Leider war das Set der Wiener Legende nicht
so wie wir es uns erhofft hatten. Im Vergleich zu älteren Sets,
die einfach durchweg groovig und von feinster Qualität waren, legte
Dorfmeister an diesem Abend für meinen Geschmack viel zu minimalistisch
auf, so dass MC Sugar B auch nur selten mit seinen Vocals etwas dazu
beisteuern konnte. Die wenigen Highlights seines Sets ließen lange
auf sich warten.
Von Peter Kruder war an den Plattentellern
leider nichts zu sehen, entweder lag es an den vielen Wodka Red Bulls
oder er hat tatsächlich nicht aufgelegt. Musikalisch betrachtet
hab ich mir jedenfalls viel mehr von dem einzigen
Festival-Auftritt der beiden Wiener Remixathleten erhofft.
Gefreut hatten wir uns auf Kruder & Dorfmeister, viel mehr begeistert
hat uns jedoch Rodney Hunter, von dem wir sicherlich in Zukunft noch
viel hören werden... Auf jeden Fall auch noch erwähnenswert,
die erstklassigen, eigens auf die Songs der G-Stone Artists angepassten
Visuals von Fritz Fritzke.
"Broken Harmony" war das
Samstags-Motto im Drum 'n' Bass-Tent und diesmal sollte kein geringerer
als Andy C. die Crowd rocken. Und
das tat der im vergangenen Jahr von vielen Internetseiten zum Besten
internationalen D'n'B-DJ gewählte Engländer auch. Seine Trackauswahl
und sein perfektes Mixing waren einfach nur genial! Ein fetter Mix aus
aktuellen Playlists und Klassikern. Begleitet wurde er von MC
Dragoon, der zuvor auch das Set von
Tease mit seinen Vocals unterstütze. Außerdem
am Start Metro, von der Berliner
"All in One"-Partyreihe und MTC
Yaw.
Da
wir als Frankfurter durch den Cocoon
Club sehr verwöhnt sind, was die Bookings der "Organic
Electronics"-Freitage angeht, haben wir uns Auftritt von Sven
Väth, der Ikone einer ganzen Generation, nur aus der Ferne
angeschaut. Für große Augen sorgten auch hier die spektakuläre
Lasershow und die auf die Musik abgestimmten Visulas auf Großleinwand.
Und eins muss hierzu wirklich noch gesagt werden. Sven Väth ist
und bleibt der Meister des Shranz und so hatte er keine Mühe die
Massen zu begeisten, es schien als ob er einer der meisterwarteten acts
gewesen war.
Das Ozelot-Fazit:
Auch wenn das Wetter eher nach "Regen, Mond und Sterne" aussah,
leistete Petrus seinen Minimal-Beitrag und ließ die Wolken über
Thüringen zwar grau, aber dennoch trocken. Nachtemperaturen um
die 10° C waren zwar alles andere als gemütlich, aber bei so
einem fetten Line-Up verzeiht man vieles.
Das einzige was sich manchmal problematisch gestaltete war, sich für
einen Act zu entscheiden. Es gab einfach zu viele Top-Acts die oftmals
zur gleichen Zeit in verschiedenen Clubtents auftraten.
Ein ganz großes Lob auch an die Organisatoren des SMS, besser
konnte so ein Großevent gar nicht mehr durchdacht sein! Uns hat
es auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht, die Party war spitze
und die Stimmung bestens! (nac)
Related Links:
sonnemondsterne.de
- die offizielle Homepage zum Festival