music - so war's: sonne, mond und sterne 2005

 


Die Vorgeschichte:
Nach einem nahezu endlosen Stau von Frankfurt bis Saalburg waren wir nach etwa 7 Stunden Fahrt endlich an unsrem Ziel angekommen, dem Festivalgelände
an der Bleilochtalsperre bei Saalburg.
Allein der Anblick vom Parkplatz aus brachte uns doch ziemlich zum Staunen, etliche Skyspots, Neon-Llichter, Strahler und sonstige Lichttechnik ließen das gesamte Areal leuchten wie den Frankfurter Flughafen und man hatte direkt das Gefühl: Da geht was!


Ein Blick auf das Runnig Order konnte das bestätigen, ein Topact jagte den anderen. Aber fangen wir erst mal bei Adam und Eva an...
Aufgrund des beschissensten Stau seit Monaten, kamen wir leider erst so gegen 22 Uhr in unserem "schicken" Hotel in dem Örtchen Schleiz an (Schleiz

was:
sonne, mond
und sterne



more info:
sonnemondsterne.de
 
wann:
12.-14.08.2005
 
wo:
saalburg bleilochtalsperre
   



 

übrigens nur deshalb, da die zwei Hotels in Saalburg bereits seit dem Jahr zuvor ausgebucht waren..). Lange Rede, kurzer Sinn, von da an dauerte es noch ca. 2 Stunden bis wir endlich einen Platz in dem einzigen Taxi der Umgebung (!) ergattern konnten und und über eine Achterbahn ähnliche Fahrstrecke endlich zum Festivalgelände gelangten.

Das Festival:
Leider hatten wir die ersten Acts auf der Mainstage Hacienda, Benjamin Diamond und Röyksopp verpasst. Schade aber egal, The Prodigy standen als nächstes auf dem Zeitplan und bereits lange bevor überhaupt irgendein Sound von der Mainstage aus zu hören war, machten sich Scharen von Leute auf den Weg dorthin. Es schien fast so, als wollten alle die Electro-Rocker live sehen, der Platz vor der Mainstage füllte sich immer mehr, jedoch dauerte es noch eine ganze Weile, bevor die vier schrillen Typen aus England die Macht an sich nahmen...
... und das taten sie auch. Die Jungs um Mastermind Liam Howlett sind trotz ihres mittelmäßigen Albums "Always Outnumbered, Never Outgunned" angesgat wie zu ihren besten Zeiten Mitter der 90er. Neben einigen Songs des aktulellen Albums heizten sie der feiernden Menge mit Klassikern wie "Poison", "Voodoo People" oder "No Good" ordentlich ein. Leider kam es bei der Zugabe "Smack My Bitch Up" zu technischen Problemen, was jedoch nach so einem Hammer Live-Auftritt zu verkraften war. wenns am schöbsteb ist soll man ja bekanntlich aufhören.

Dem darauffolgenden Act auf der Mainstage Richie Hawtin mussten wir leider den Rücken kehren, denn nun war es an der Zeit für "Breaks 'n' Drums".
Am Freitag stand das Drum 'n' Bass Zelt ganz unter dem Motto "Break Beat Massaker" - und das absolut zu Recht! Die Stars der Szene wechselten sich an den Turnntabels ab und sorgten für eine Stimmung, wie sie normalerweise nur in Clubs zu finden ist. Die erstklassige Soundanlage und die für ein Festival sehr aufwendige Deko taten auch einiges dafür, das man sich hier komplett "heimisch" fühlte. Neben LTJ Bukem`s Sprössling Seba waren u.a. noch Con.Struct, Paradox und Blame am Start, die teilweise mit sehr oldschool lastigen Sets zum "Massaker" aufriefen. Das D'nB-Zelt war an diesem Abend jedenfalls ganau das richtige, um sich von den kalten Außentemperaturen aufzuwärmen.

Obwohl das Sonne, Mond und Sterne in erster Linie Electro-Fans und Club-Freaks aus aller Herren Länder anzieht, wollte die Fantastischen Vier wirklich jeder sehen. So hatten die vier Jungs aus dem Schwabenländle dann auch leichtes Spiel, der Andrang an der Mainstage war enorm und die Menge schnell zu begeistern.
Schade nur, dass Thomilla und Michi Beck nicht auch als Turntablerocker den Maincircus mit einem ihrer äußerst tanzbaren Sets erschüttert haben. Die Crowd wäre 110%ig steil gegangen und es hätte doch auch so gut gepasst... Nach dem Konzert der "glorreichen Vier" überraschte die Crew des SMS mit einem unangekündigten Feuerwerk, das vom Wasser aus gezündet wurde und den Himmel über dem Festivalgelände in ein Meer aus Sternschnuppen und Lamettaregen verwandelte. Party pur!

Das ultimative Highlight des kompletten Festivals stellte am Samstag jedoch das "G-Stone Summercamp" dar. Eine feine Label-Nacht mit den Wiener DJ-Legenden höchstpersönlich: Kruder & Dorfmeister. Aber nicht nur die beiden Altmeister sollten an diesem Abend für Furore sorgen...
Rodney Hunter, der schon mit Peter Kruder die Schulbank drückte, brachte für das diesjährige SMS Live-Unterstützung aus Wien mit. Gemeinsam mit seiner 5-köpfigen Band sorgte der US-Wiener, der mittlerweile Berlin zu seiner Wohnresidenz auserkoren hat, für ein äußerst grooviges Set aus Funk und Soul gepaart mit Electro-Einflüssen, bei dem es einem wirklich schwer fiel sich nicht zu bewegen. Oder besser gesagt, jeder der hierzu nicht getanzt hat, musste anscheinend tot sein... Mr. Hunter präsentierte ein wirklich hammermäßiges Set nach feinster Wiener Art. Sehr sympathisch.
Europas wohl bekanntester Hip Hop DJ DSL forderte mit gleich drei Sessions die Leute zum Tanz auf. Er bescherte den G-Stone Anhängern einen guten Mix aus alten und neuen Songs und bekam auch das passende Feedback in Form einer tanzenden Crowd.
Zu später Stunde nahmen sich Kruder & Dorfmeister endlich selbst den Turntables an. Fein zelebriert wurde der Beginn ihrer "K&D Session" von MC Sugar B, der nach MC-Manier erst mal für die passende Stimmung sorgte und dann an Richard Dorfmeister abgab. Leider war das Set der Wiener Legende nicht so wie wir es uns erhofft hatten. Im Vergleich zu älteren Sets, die einfach durchweg groovig und von feinster Qualität waren, legte Dorfmeister an diesem Abend für meinen Geschmack viel zu minimalistisch auf, so dass MC Sugar B auch nur selten mit seinen Vocals etwas dazu beisteuern konnte. Die wenigen Highlights seines Sets ließen lange auf sich warten.
Von Peter Kruder war an den Plattentellern leider nichts zu sehen, entweder lag es an den vielen Wodka Red Bulls oder er hat tatsächlich nicht aufgelegt. Musikalisch betrachtet hab ich mir jedenfalls viel mehr
von dem einzigen Festival-Auftritt der beiden Wiener Remixathleten erhofft.
Gefreut hatten wir uns auf Kruder & Dorfmeister, viel mehr begeistert hat uns jedoch Rodney Hunter, von dem wir sicherlich in Zukunft noch viel hören werden... Auf jeden Fall auch noch erwähnenswert, die erstklassigen, eigens auf die Songs der G-Stone Artists angepassten Visuals von Fritz Fritzke.

"Broken Harmony" war das Samstags-Motto im Drum 'n' Bass-Tent und diesmal sollte kein geringerer als Andy C. die Crowd rocken. Und das tat der im vergangenen Jahr von vielen Internetseiten zum Besten internationalen D'n'B-DJ gewählte Engländer auch. Seine Trackauswahl und sein perfektes Mixing waren einfach nur genial! Ein fetter Mix aus aktuellen Playlists und Klassikern. Begleitet wurde er von MC Dragoon, der zuvor auch das Set von Tease mit seinen Vocals unterstütze.
Außerdem am Start Metro, von der Berliner "All in One"-Partyreihe und MTC Yaw.

Da wir als Frankfurter durch den Cocoon Club sehr verwöhnt sind, was die Bookings der "Organic Electronics"-Freitage angeht, haben wir uns Auftritt von Sven Väth, der Ikone einer ganzen Generation, nur aus der Ferne angeschaut. Für große Augen sorgten auch hier die spektakuläre Lasershow und die auf die Musik abgestimmten Visulas auf Großleinwand. Und eins muss hierzu wirklich noch gesagt werden. Sven Väth ist und bleibt der Meister des Shranz und so hatte er keine Mühe die Massen zu begeisten, es schien als ob er einer der meisterwarteten acts gewesen war.


Das Ozelot-Fazit:
Auch wenn das Wetter eher nach "Regen, Mond und Sterne" aussah, leistete Petrus seinen Minimal-Beitrag und ließ die Wolken über Thüringen zwar grau, aber dennoch trocken. Nachtemperaturen um die 10° C waren zwar alles andere als gemütlich, aber bei so einem fetten Line-Up verzeiht man vieles.

Das einzige was sich manchmal problematisch gestaltete war, sich für einen Act zu entscheiden. Es gab einfach zu viele Top-Acts die oftmals zur gleichen Zeit in verschiedenen Clubtents auftraten.

Ein ganz großes Lob auch an die Organisatoren des SMS, besser konnte so ein Großevent gar nicht mehr durchdacht sein! Uns hat es auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht, die Party war spitze und die Stimmung bestens! (nac)


Related Links:
sonnemondsterne.de - die offizielle Homepage zum Festival