Southside Festival 2006
 
  
was:
Southside 2006


Voller Freude und Hoffung auf ein schönes Wochenende fuhren wir Richtung Bodensee und
wir wurden nicht enttäuscht. Tolle Bands, super Wetter (vielleicht etwas heiß) und klasse Stimmung. Nur die Organisation ließ zu wünschen übrig. Drei Stunden zu warten um auf den Campingplatz zu kommen, da nur zwei Securities etwa 1000 Besucher abwickeln müssen, war einfach nur nervig und ließ die Stimmung doch etwas abfallen. Es gäbe noch ein paar andere Beispiele für die schlechte Organisation, so ließen die Securities am Donnerstag keine Fässer mit mehr als 5l Inhalt hinein um sie dann am Freitag doch rein zu lassen .... aber nun zum wichtigsten - den Bands.

Nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf, wir schliefen 100m vom Partyzelt entfernt, warteten wir voller Ungeduld auf den Start des Festivals. Für uns fing es mit der amerikanischen Band Zebrahead an. Ich persönlich kannte bis dahin nichts von ihnen. Für alle denen es ähnlich geht, sie machen amerikanischen Punk-Rock mit etwas HipHop. Hat mir ganz gut gefallen. Später sahen wir dann Mando Diao. Eine richtig gute Show. So wie man ihre Liveauftritte aus dem Fernsehen kennt. Sie brachten die Masse richtig in Stimmung für die nun folgenden The Hives. Für mich eines der Highlights beim Southside 06. Was für ein Auftritt, einfach perfekt. Das Publikum feierte die Band bei jeder Gelegenheit mit ,,Hives, Hives" - Rufen. The Hives haben sich das auch richtig verdient. Ihnen war die Freude nach achtmonatiger Bühnenabstinenz endlich wieder live zu spielen deutlich anzumerken. Sie sind einfach einmalig auf der Bühne und natürlich fehlte auch ihre legendäre "Freeze - Action" nicht. Für alle, die nicht unbedingt wissen, was ich damit meine, die Band steht plötzlich mitten im Lied still stehen und spielt nach kurzer Pause nahtlos weiter. Einfach der Hammer! Vielleicht lag es auch an diesem Auftritt, dass ich das Konzert von The Strokes, die ich eigentlich ganz gut finde, etwas lustlos verfolgte. Ich fand sie live einfach nicht so gut wie auf der CD. Die Stimmung beim restlichen Publikum war aber trotzdem gut. Nun ging es zurück zum Zelt um noch etwas zu trinken und zu feiern.

Gogol Bordello Der nächste Morgen kam durch unerträgliche Hitze im Zelt und Musik wieder sehr früh. Nach dem leicht bewölkten Himmel mit angenehmen Temperaturen vom Freitag, war am Himmel keine einzige Wolke zusehen und die Sonne brannte unerträglich. Nach stundenlangem Warten in dieser Hitze und einige Biere später ging es zurück aufs Festivalgelände.
Dort sahen wir uns dann als erste Band Gogol Bordello aus New York an, wer sie vorher so wie ich nicht kannte, sie machen "Gypsie Punk" (Gypsie = Zigeuner). So nennt die Band es jedenfalls und stilecht gekleidet waren sie jedenfalls. Neben den üblichen Bestandteilen einer Band, also Schlagzeug, Gitarre und Bass, gab es eine Geige, ein Akkordeon und einen Sänger, der aber auch ab und zu einen Blecheimer mit Drumsticks bearbeitete oder auch Tamburin spielte. Zusätzlich kamen bei einigen Liedern zwei Frauen, wie die restliche Band in typischen Zigeunerlook, auf die Bühne um zutanzen oder um wahlweise mit großen Trommeln oder Waschbrettern ihren Teil zur Musik beizutragen. Also insgesamt eine sehr interessante und gute Performance.

Billy Talent Nun freute ich mich schon auf Billy Talent. Die Kanadier enttäuschten mich nicht, sie boten eine klasse Show, obwohl sie mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatten. Zum Beispiel fiel kurzseitig der Strom aus. Außerdem spielten sie eine gute Mischung aus ihren beiden Alben. Nach diesem gelungenen Konzert ging nun zur Fußballleinwand, denn nun stand das Spiel Deutschland - Schweden an. Viele Besucher sahen sich lieber das Spiel statt eine der Bands, die jetzt spielten. Warum weiß ich nicht aber ich glaube Fussball hatte einfach Vorrang. Nach dem ungefährdeten Sieg unserer Nationalmannschaft, ging es sofort zurück aufs Festivalgelände. Denn dort erwarteten uns Mad Caddies. Auch diese Band zeigte was sie kann und brachte das Publikum zum kochen. Kaum jemand der dieser Band zusah, konnte ohne sich zu bewegen und das bei diesen Temperaturen. Ein weiteres geniales Highlight des Festivals. Nun mussten wir uns erstmal etwas erholen. Es ging also zurück zum Zelt. Bis Muse auf die Bühne trat, ja ich habe mir Wir sind Helden nicht angeschaut. Hab sie schon ein paar mal gesehen. Aber sie sollen wie immer richtig gut gewesen sein. Jetzt zurück zu Muse. The Raconteurs Sie boten eine künstlerische und sehr ansprechende Bühnenshow mit Lasershow und großen Leinwänden. Ich fühlte mich durch diese einmalige Show und den passenden Liedern wirklich zeitweise wie in Trance. Etwas schade fand ich nur, dass nicht wie sonst Matthew Bellamy neben der Gitarre auch das Klavier spielte, sondern dafür ein extra Keyboarder auf der Bühne stand. Wenigstens spielte er die Stücke, in denen er nur das Klavier spielt, selbst. Ein wirklich guter Abschluss für diesen Samstag.

Arctic Monkeys Der Sonntag begann, wie der Samstag, heiß. Also warteten wir wieder unter unserem selbstgebauten Sonnensegel bis die erste für uns interessante Band anfing. Dies war The Raconteurs. Wirklich guter, solider Rock mit toller Performance. Dank der Feuerwehr war die Hitze sogar zu ertragen, denn immer wieder wurden wir vom Wasserwerfer abgekühlt. Dafür möchte ich ganz herzlich bedanken. Als nächste Band stand Hard-Fi auf dem Programm. Bisher kannte ich nur "Cashmachine" von ihnen, aber auch mit ihren restlichen Liedern konnte sie mich überzeugen, was dem restlichen Publikum wohl ähnlich ging. Ich konnte leider nicht das Konzert zu Ende sehen, denn auf der anderen Bühne sollten nun die Arctic Monkeys spielen. Es wird oft gesagt, dass sie nur eine hoch gejubelte Band sind aber ich denke sie haben es verdient, denn sie machen klasse Musik. Auch live zeigten sie, was sie können. Obwohl sie etwas nervös wirkten.

Fettes Brot Dann ging es wieder zurück zur großen Bühne, dort hatten Fettes Brot schon angefangen. Auch wenn ich nur einen Teil ihres Konzertes sah, muss ich sagen, dass sie ein wirklich guten und lustigen Auftritt ablieferten. Der Höhepunkt war als sie ihren Song "Nordisch By Nature" in verschiedenen nicht ganz ernst genommene Versionen sangen, zum Beispiel nach der Melodie von "Eh Macarena", sehr lustig. Nun warteten wir auf Seeed, während einige Wolken aufzogen. Dann kam plötzlich heftiger Wind auf, als nächstens bedrohten wackelige Zäune mit Werbebanner die Besucher und als dann die Leinwände etwa einen Meter hin und her schwingen, wurde die Bühne geräumt. Da der Wind inzwischen noch stärker wurde, rannten wir aus Angst um unsere Zelte zurück zum Campingplatz. Dort konnten wir eines der Zelte gerade noch retten. Nun ließ der Wind dann doch nach und wir blieben, anders als das Hurricane-Festival, vom Regen verschont. Wir aßen erst mal was, bis es dann weiterging.

SeeedNun spielten also Seeed. Die eine super Show ablieferten und das Publikum wirklich mitrissen. Auch ich war wirklich nicht zu halten, obwohl ich sonst kaum was von Seeed höre. Aber dann kam der große Moment auf den viele gewartet hatten, Herr Manu Chao betrat die Bühne leider mit etwas abgespeckter Band. Aber trotzdem war es fantastisch. Er kombinierte Teile seiner Songs zu neuen Songs, was wirklich ziemlich gut ankam. Auch die Rumpfband, die er um sich gescharrt hatte, war einfach genial. Da gab es einen jungen unheimlich talentierten Gitarristen. Dann der Bassist, der aussieht wie ein Bär und neben dem Bass auch noch Keyboard ähnliche Geräusche mit seinem Mund machte. Aber natürlich überragte Manu Chao alles. Abgeschlossen wurde dieser Auftritt und damit auch das Festival von einer halbstündigen Verabschiedung von Manu Chao und seiner Band. Somit endete das Southside 06.


Fazit: Schönens Wochenende mit super Bands und genialen Auftritten. Einziger Kritikpunkt ist die Organisation, da sollte sich echt was ändern. Aber trotzdem sollte man das Line-Up für das nächste Jahr im Auge behalten. Könnte sich lohnen. (Falco)


Related Links:
http://www.southside.de

http://www.hurricane.de
Bildergalerie Southside 2006

 
wann:
23.-25.06.2006
 
wo: Scheeßel