Voller Freude und Hoffung auf ein schönes Wochenende
fuhren wir Richtung Bodensee und
wir wurden nicht enttäuscht. Tolle Bands, super Wetter (vielleicht
etwas heiß) und klasse Stimmung. Nur die Organisation ließ
zu wünschen übrig. Drei Stunden zu warten um auf den Campingplatz
zu kommen, da nur zwei Securities etwa 1000 Besucher abwickeln müssen,
war einfach nur nervig und ließ die Stimmung doch etwas abfallen.
Es gäbe noch ein paar andere Beispiele für die schlechte
Organisation, so ließen die Securities am Donnerstag keine Fässer
mit mehr als 5l Inhalt hinein um sie dann am Freitag doch rein zu
lassen .... aber nun zum wichtigsten - den Bands.
Nach einer kurzen
Nacht mit wenig Schlaf, wir schliefen 100m vom Partyzelt entfernt,
warteten wir voller Ungeduld auf den Start des Festivals. Für
uns fing es mit der amerikanischen Band Zebrahead
an. Ich persönlich kannte bis dahin nichts von ihnen. Für
alle denen es ähnlich geht, sie machen amerikanischen Punk-Rock
mit etwas HipHop. Hat mir ganz gut gefallen. Später sahen wir
dann Mando Diao. Eine richtig gute Show.
So wie man ihre Liveauftritte aus dem Fernsehen kennt. Sie brachten
die Masse richtig in Stimmung für die nun folgenden The
Hives. Für mich eines der Highlights beim Southside 06.
Was für ein Auftritt, einfach perfekt. Das Publikum feierte die
Band bei jeder Gelegenheit mit ,,Hives, Hives" - Rufen. The Hives
haben sich das auch richtig verdient. Ihnen war die Freude nach achtmonatiger
Bühnenabstinenz endlich wieder live zu spielen deutlich anzumerken.
Sie sind einfach einmalig auf der Bühne und natürlich fehlte
auch ihre legendäre "Freeze - Action" nicht. Für
alle, die nicht unbedingt wissen, was ich damit meine, die Band steht
plötzlich mitten im Lied still stehen und spielt nach kurzer
Pause nahtlos weiter. Einfach der Hammer! Vielleicht lag es auch an
diesem Auftritt, dass ich das Konzert von The
Strokes, die ich eigentlich ganz gut finde, etwas lustlos verfolgte.
Ich fand sie live einfach nicht so gut wie auf der CD. Die Stimmung
beim restlichen Publikum war aber trotzdem gut. Nun ging es zurück
zum Zelt um noch etwas zu trinken und zu feiern.
Der nächste Morgen kam durch unerträgliche Hitze im Zelt
und Musik wieder sehr früh. Nach dem leicht bewölkten Himmel
mit angenehmen Temperaturen vom Freitag, war am Himmel keine einzige
Wolke zusehen und die Sonne brannte unerträglich. Nach stundenlangem
Warten in dieser Hitze und einige Biere später ging es zurück
aufs Festivalgelände.
Dort sahen wir uns dann als erste Band Gogol
Bordello aus New York an, wer sie vorher so wie ich nicht kannte,
sie machen "Gypsie Punk" (Gypsie = Zigeuner). So nennt die
Band es jedenfalls und stilecht gekleidet waren sie jedenfalls. Neben
den üblichen Bestandteilen einer Band, also Schlagzeug, Gitarre
und Bass, gab es eine Geige, ein Akkordeon und einen Sänger,
der aber auch ab und zu einen Blecheimer mit Drumsticks bearbeitete
oder auch Tamburin spielte. Zusätzlich kamen bei einigen Liedern
zwei Frauen, wie die restliche Band in typischen Zigeunerlook, auf
die Bühne um zutanzen oder um wahlweise mit großen Trommeln
oder Waschbrettern ihren Teil zur Musik beizutragen. Also insgesamt
eine sehr interessante und gute Performance.
Nun freute ich mich schon auf Billy Talent.
Die Kanadier enttäuschten mich nicht, sie boten eine klasse Show,
obwohl sie mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatten.
Zum Beispiel fiel kurzseitig der Strom aus. Außerdem spielten
sie eine gute Mischung aus ihren beiden Alben. Nach diesem gelungenen
Konzert ging nun zur Fußballleinwand, denn nun stand das Spiel
Deutschland - Schweden an. Viele Besucher sahen sich lieber das Spiel
statt eine der Bands, die jetzt spielten. Warum weiß ich nicht
aber ich glaube Fussball hatte einfach Vorrang. Nach dem ungefährdeten
Sieg unserer Nationalmannschaft, ging es sofort zurück aufs Festivalgelände.
Denn dort erwarteten uns Mad Caddies.
Auch diese Band zeigte was sie kann und brachte das Publikum zum kochen.
Kaum jemand der dieser Band zusah, konnte ohne sich zu bewegen und
das bei diesen Temperaturen. Ein weiteres geniales Highlight des Festivals.
Nun mussten wir uns erstmal etwas erholen. Es ging also zurück
zum Zelt. Bis Muse auf die Bühne
trat, ja ich habe mir Wir sind Helden
nicht angeschaut. Hab sie schon ein paar mal gesehen. Aber sie sollen
wie immer richtig gut gewesen sein. Jetzt zurück zu Muse.
Sie boten eine künstlerische und sehr ansprechende Bühnenshow
mit Lasershow und großen Leinwänden. Ich fühlte mich
durch diese einmalige Show und den passenden Liedern wirklich zeitweise
wie in Trance. Etwas schade fand ich nur, dass nicht wie sonst Matthew
Bellamy neben der Gitarre auch das Klavier spielte, sondern dafür
ein extra Keyboarder auf der Bühne stand. Wenigstens spielte
er die Stücke, in denen er nur das Klavier spielt, selbst. Ein
wirklich guter Abschluss für diesen Samstag.
Der Sonntag begann, wie der Samstag, heiß.
Also warteten wir wieder unter unserem selbstgebauten Sonnensegel
bis die erste für uns interessante Band anfing. Dies war The
Raconteurs. Wirklich guter, solider Rock mit toller Performance.
Dank der Feuerwehr war die Hitze sogar zu ertragen, denn immer wieder
wurden wir vom Wasserwerfer abgekühlt. Dafür möchte
ich ganz herzlich bedanken. Als nächste Band stand Hard-Fi
auf dem Programm. Bisher kannte ich nur "Cashmachine"
von ihnen, aber auch mit ihren restlichen Liedern konnte sie mich
überzeugen, was dem restlichen Publikum wohl ähnlich ging.
Ich konnte leider nicht das Konzert zu Ende sehen, denn auf der anderen
Bühne sollten nun die Arctic Monkeys
spielen. Es wird oft gesagt, dass sie nur eine hoch gejubelte Band
sind aber ich denke sie haben es verdient, denn sie machen klasse
Musik. Auch live zeigten sie, was sie können. Obwohl sie etwas
nervös wirkten.
Dann ging es wieder zurück zur großen Bühne, dort
hatten Fettes Brot schon angefangen.
Auch wenn ich nur einen Teil ihres Konzertes sah, muss ich sagen,
dass sie ein wirklich guten und lustigen Auftritt ablieferten. Der
Höhepunkt war als sie ihren Song "Nordisch By Nature"
in verschiedenen nicht ganz ernst genommene Versionen sangen, zum
Beispiel nach der Melodie von "Eh Macarena", sehr
lustig. Nun warteten wir auf Seeed, während einige Wolken aufzogen.
Dann kam plötzlich heftiger Wind auf, als nächstens bedrohten
wackelige Zäune mit Werbebanner die Besucher und als dann die
Leinwände etwa einen Meter hin und her schwingen, wurde die Bühne
geräumt. Da der Wind inzwischen noch stärker wurde, rannten
wir aus Angst um unsere Zelte zurück zum Campingplatz. Dort konnten
wir eines der Zelte gerade noch retten. Nun ließ der Wind dann
doch nach und wir blieben, anders als das Hurricane-Festival, vom
Regen verschont. Wir aßen erst mal was, bis es dann weiterging.
Nun spielten
also Seeed. Die eine super Show ablieferten
und das Publikum wirklich mitrissen. Auch ich war wirklich nicht zu
halten, obwohl ich sonst kaum was von Seeed höre. Aber dann kam
der große Moment auf den viele gewartet hatten, Herr Manu
Chao betrat die Bühne leider mit etwas abgespeckter Band.
Aber trotzdem war es fantastisch. Er kombinierte Teile seiner Songs
zu neuen Songs, was wirklich ziemlich gut ankam. Auch die Rumpfband,
die er um sich gescharrt hatte, war einfach genial. Da gab es einen
jungen unheimlich talentierten Gitarristen. Dann der Bassist, der
aussieht wie ein Bär und neben dem Bass auch noch Keyboard ähnliche
Geräusche mit seinem Mund machte. Aber natürlich überragte
Manu Chao alles. Abgeschlossen wurde dieser Auftritt und damit auch
das Festival von einer halbstündigen Verabschiedung von Manu
Chao und seiner Band. Somit endete das Southside 06.
Fazit: Schönens Wochenende mit super Bands und genialen
Auftritten. Einziger Kritikpunkt ist die Organisation, da sollte sich
echt was ändern. Aber trotzdem sollte man das Line-Up für
das nächste Jahr im Auge behalten. Könnte sich lohnen. (Falco)
Related Links:
http://www.southside.de
http://www.hurricane.de
Bildergalerie Southside 2006