Voller
Vorfreude auf das Terrorgruppe-Konzert fuhren wir um 16.30Uhr los
in Richtung Wiesbaden. Schließlich hatte die Terrorgruppe vor
ca. drei Wochen verkündet, dass dies ihre letzte Tour seien wird,
und so waren wir froh, sie noch einmal live sehen zu können.
Nachdem wir im Schlachthof angekommen waren, machten wir uns gleich
auf dem Weg hinein, weil noch ein Interview vor Konzerbeginn anstand.
Da Archi noch was zu tun hatte, trafen wir uns mit Johnny Bottrop
zum Gespräch. Das Interview könnt ihr HIER
nachlesen.
Es muß hier einfach mal erwähnt werden, daß die Terrorgruppe
eine der freundlichsten und umgänglichsten Bands überhaupt
ist, ohne starallüren oder ähnliches. Wirklich noch mal
ein Danke an dieser Stelle!
Um 19.00Uhr begannen dann Trend,
die den Abend eröffneten. Diese spielten relativ flotten Punkrock,
der aber das Publikum nicht sonderlich überzeugen konnte. So
war es vorne alles andere als eng und es kam auch keine echte Stimmung
auf. Dabei war die Show gar nicht schlecht gewesen. Vielleicht war
es einfach noch zu früh gewesen. Mein Highlight während
ihrem Set war die Durchsage für ein Konzi in Erlensee mit den
guten Bekannten von Prollchor und Tragic Vision. Wie da wohl der Zettel
auf Bühne kam?
Als nächstes enterten The
Movement die Bühne.
Ich kannte die bisher nur vom Aggropop-Now! Sampler, allerdings wurde
ich im Vorfeld immer darauf angesprochen, mir diese nicht entgehen
zu lassen. Und das zu Recht: The Movement waren die positive Überraschung
and diesem Abend. In schicken Anzügen gekleidet, rockten die
drei Jungs richtig los. Sehr schöner Punkrock mit einigen Ska-Elementen
bereichert, ohne gleichzeitig wie eine typische Ska-Punk Band à
la Less than Jake zu klingen. Dazu eine große Spielfreunde,
wirklich super das ganze. Auch das Publikum honorierte diesen Einsatz
und ging gut ab. Prinzipiell die beste Vorraussetzung für den
Auftritt der Terrorgruppe, doch dann kamen als nächstes Muff
Potter auf die Bühne.
Ich hatte bisher von Muff Potter
auch nur ein paar Lieder gehört, die mich aber nicht sonderlich
vom Hocker gehauen hatten. Also war ich mal gespannt, was jetzt so
passieren würde. Ich weiß nicht, ob die Jungs von vorneherein
nicht zünden konnten, oder ob sie am Tag zuvor nach dem Heimspiel-Gig
in Münster zuviel gefeiert haben aber ich muss echt sagen, dass
das attribut „langweilig“ am ehesten auf den Auftritt
passt. Es mag ja sein, dass die Jungs gute Texte haben (versteht man
Live ja eh nicht) oder das das ganze auf dem Album schön rund
und unterhaltsam wirkt aber zwischen The Movement und der Terrorgruppe
hat das ganze einfach nicht gepasst.
Dazu
eine kleine Anekdote: Als ich im letzten Herbst einen Monat in Berlin,
habe ich ein Mädel aus Köln kennen gelernt, die mir ständig
von Muff Potter vorgeschwärmt hat. Andere Leute haben wir widerrum
immer nur von ihnen abgeraten, da sie „langweiliger Emo“
wären, den man statt Baldrian nehmen könnte, sollte es mal
mit dem Einschlafen nicht so recht klappen wollen. Nun hat dieses
Mädel (Hallo, Nathalie) hat mir während dem Konzert ne SMS
geschrieben, und gefragt, ob ich auch im Schlachthof wäre. Als
ich sie dann während Muff Potter getroffen habe, und zu ihr gemeint
habe, ob das die großartigen Muff Potter sind, von denen sie
mir letztes Jahr vorgeschwärmt hat, musste auch sie zugeben,
dass dies ein sehr langweiliger und schwacher Auftritt war, und dass
sie sie wesentlich agiler und besser in Erinnerung hatte. Also, wie
gesagt, vielleicht haben die Jungs nur einen schwachen Tag gehabt,
denn sowie ich das mitbekommen habe, war nicht nur ich sonderlich
begeistert, sondern das Publikum im Generellen ging nicht so ab. Klar,
es war voll gewesen, aber doch eher etwas „ruhiger“ im
Ganzen. Werde mir sie aber trotzdem auf jeden Fall mal auf CD auschecken.
Nachdem der Schidler sich saumäßig aufgeregt hat, dass
ich zu spießig schreiben würde, habe ich ihm gesagt, dass
er doch schreiben soll. Daraufhin hat er mir diesen Text geschickt
mit dem Hinweis: „Zu einer Band, die sich selbst nicht so ernst
nimmt, kann man auch nen Review schreiben, der sich selbst nicht so
ernst nimmt“. Naja, wo er Recht hat…:
Nachdem um ca. 22:00 die letzten Töne von Europes´ all
time classic „Final Countdown“ aus den Boxen
hallte, standen die sehnsüchtig erwarteten Jungs der Terrorgruppe
auf der Bühne. Als die ersten Töne von „Russen Hitler“
(ungefähr „Uuuuh nananana OOOOOOOh eh eh“) von Archi
angestimt wurden verwandelte sich die Halle in eine wabernde Masse
aus Jugendlichen im Pogo Rausch. Der nächste Knaller folgte sogleich
„Gestorben auf dem Weg zur Abreit“, der Schlachthof
schrie „Auf dem zuuuuuuuur Arbeit“, Die Stimmung
war wirklich klasse. Nach einer kurzen Kundgabe der Verachtung für
das wahre Übel unserer Geslleschaft – Fischer Technik Spielzeug
– ging es weiter. Immer zu Spaß-Punk, harte Gitarren und
Refrains, die selbst der dööfste Punker beim zweiten Mal
hören mitgrölen kann. Aber gerade das machte den Abend aus.
Spaß, Alkohol, Gröhlen, Pogo, darum ging es.
Die Jungs aus Berlin verteilten von der Bühne das erste Bier
„von Punkern für Punker“, ich glaube der Name war
Pogo-Bräu oder Pogowahn oder so was, dies sei besser als Becks
und Konsorten, da die Leute von Becks ja keine Punker seien. Na ja,
dem Publikum gefiel es, ob das Bier wirklich schmeckte kann ich nicht
beurteilen, habe leider keins abbekommen...
Es folgten weitere Klassiker wie „Ernst August“, „Wochenendticket“,
„Schöner Strand“ oder „Nazis im Haus“,
auch für lustige und höchstpektakuläre Pyrotechnikeffekt
war sich die Band nicht zu schade, all dies trug zur guten Stimmung
der vielen Irokesen bei diesem Konzert bei.
Negativer Höhepunkt des Abends war eine bisschen sehr lässige
Art Archis auf den Tod von Joe Strummer hinzuweisen und statt dessen
den Tod des dritten Ramone in den Vordergrund zu stellen – schade.
Als eine der Zuagaben kam dann auch, das selten erhörte und noch
seltener-nachgespielte „Blitzkrieg Bop“ der Ramones,
vielleicht war es auch besser keinen Clash-Song zu spielen. Eine weitere
Zugabe war „Deutschland“ von Slime, hier durften
drei Jung-Punker ihre Gesangeskünste auf der Bühne unter
Beweis stellen – na ja – lustig wars. (Anm.: Aber
bitte lernt den Text doch mal! Das war ja echt peinlich...)
Am Ende natürlich der Klassiker „Wir müssen raus“,
gleichzeitig einer der Höhepunkte, wirklich ein cooler Song,
der am Ende noch mal richtig einzuheizen wusste, nicht zuletzt wegen
der unglaublich aufwendigen Lichtanlage und der Feuerwerkskörper.So
verließen wir glücklich und zufrieden um zwölf den
Schlachthof und fuhren heim…
Fazit: Ich habe die Terrorgruppe
jetzt glaube ich das 5. Mal gesehen und es war immer sehr unterhaltsam
gewesen! Deshalb wurde ich am Ende bei „Wir müssen
raus“ schon ein wenig melancholisch, weil für mich
die Terrorgruppe sowieso immer live besser war als auf Platte. (Bär
& Michael Schidler)
Related Links:
Bilder vom Konzert (all pics by Andy
Bär für ozelot2001.com)
Interview
mit der Terrorgruppe
Terrorgruppe - offizielle Homepage
Schlachthof
Wiesbaden