so wars: Terrorgruppe "Rohe Weihnachten Tour"
(Wiebaden, Schlachthof / 26.Dezember 2004)

 


Voller Vorfreude auf das Terrorgruppe-Konzert fuhren wir um 16.30Uhr los in Richtung Wiesbaden. Schließlich hatte die Terrorgruppe vor ca. drei Wochen verkündet, dass dies ihre letzte Tour seien wird, und so waren wir froh, sie noch einmal live sehen zu können.
Nachdem wir im Schlachthof angekommen waren, machten wir uns gleich auf dem Weg hinein, weil noch ein Interview vor Konzerbeginn anstand. Da Archi noch was zu tun hatte, trafen wir uns mit Johnny Bottrop zum Gespräch. Das Interview könnt ihr HIER nachlesen.
Es muß hier einfach mal erwähnt werden, daß die Terrorgruppe eine der freundlichsten und umgänglichsten Bands überhaupt ist, ohne starallüren oder ähnliches. Wirklich noch mal ein Danke an dieser Stelle!
Um 19.00Uhr begannen dann Trend, die den Abend eröffneten. Diese spielten relativ flotten Punkrock, der aber das Publikum nicht sonderlich überzeugen konnte. So war es vorne alles andere als eng und es kam auch keine echte Stimmung auf. Dabei war die Show gar nicht schlecht gewesen. Vielleicht war es einfach noch zu früh gewesen. Mein Highlight während ihrem Set war die Durchsage für ein Konzi in Erlensee mit den guten Bekannten von Prollchor und Tragic Vision. Wie da wohl der Zettel auf Bühne kam?
Als nächstes enterten The Movement die Bühne.
Ich kannte die bisher nur vom Aggropop-Now! Sampler, allerdings wurde ich im Vorfeld immer darauf angesprochen, mir diese nicht entgehen zu lassen. Und das zu Recht: The Movement waren die positive Überraschung and diesem Abend. In schicken Anzügen gekleidet, rockten die drei Jungs richtig los. Sehr schöner Punkrock mit einigen Ska-Elementen bereichert, ohne gleichzeitig wie eine typische Ska-Punk Band à la Less than Jake zu klingen. Dazu eine große Spielfreunde, wirklich super das ganze. Auch das Publikum honorierte diesen Einsatz und ging gut ab. Prinzipiell die beste Vorraussetzung für den Auftritt der Terrorgruppe, doch dann kamen als nächstes Muff Potter auf die Bühne.
Ich hatte bisher von Muff Potter auch nur ein paar Lieder gehört, die mich aber nicht sonderlich vom Hocker gehauen hatten. Also war ich mal gespannt, was jetzt so passieren würde. Ich weiß nicht, ob die Jungs von vorneherein nicht zünden konnten, oder ob sie am Tag zuvor nach dem Heimspiel-Gig in Münster zuviel gefeiert haben aber ich muss echt sagen, dass das attribut „langweilig“ am ehesten auf den Auftritt passt. Es mag ja sein, dass die Jungs gute Texte haben (versteht man Live ja eh nicht) oder das das ganze auf dem Album schön rund und unterhaltsam wirkt aber zwischen The Movement und der Terrorgruppe hat das ganze einfach nicht gepasst.
Dazu eine kleine Anekdote: Als ich im letzten Herbst einen Monat in Berlin, habe ich ein Mädel aus Köln kennen gelernt, die mir ständig von Muff Potter vorgeschwärmt hat. Andere Leute haben wir widerrum immer nur von ihnen abgeraten, da sie „langweiliger Emo“ wären, den man statt Baldrian nehmen könnte, sollte es mal mit dem Einschlafen nicht so recht klappen wollen. Nun hat dieses Mädel (Hallo, Nathalie) hat mir während dem Konzert ne SMS geschrieben, und gefragt, ob ich auch im Schlachthof wäre. Als ich sie dann während Muff Potter getroffen habe, und zu ihr gemeint habe, ob das die großartigen Muff Potter sind, von denen sie mir letztes Jahr vorgeschwärmt hat, musste auch sie zugeben, dass dies ein sehr langweiliger und schwacher Auftritt war, und dass sie sie wesentlich agiler und besser in Erinnerung hatte. Also, wie gesagt, vielleicht haben die Jungs nur einen schwachen Tag gehabt, denn sowie ich das mitbekommen habe, war nicht nur ich sonderlich begeistert, sondern das Publikum im Generellen ging nicht so ab. Klar, es war voll gewesen, aber doch eher etwas „ruhiger“ im Ganzen. Werde mir sie aber trotzdem auf jeden Fall mal auf CD auschecken.

Nachdem der Schidler sich saumäßig aufgeregt hat, dass ich zu spießig schreiben würde, habe ich ihm gesagt, dass er doch schreiben soll. Daraufhin hat er mir diesen Text geschickt mit dem Hinweis: „Zu einer Band, die sich selbst nicht so ernst nimmt, kann man auch nen Review schreiben, der sich selbst nicht so ernst nimmt“. Naja, wo er Recht hat…:

Nachdem um ca. 22:00 die letzten Töne von Europes´ all time classic „Final Countdown“ aus den Boxen hallte, standen die sehnsüchtig erwarteten Jungs der Terrorgruppe auf der Bühne. Als die ersten Töne von „Russen Hitler“ (ungefähr „Uuuuh nananana OOOOOOOh eh eh“) von Archi angestimt wurden verwandelte sich die Halle in eine wabernde Masse aus Jugendlichen im Pogo Rausch. Der nächste Knaller folgte sogleich „Gestorben auf dem Weg zur Abreit“, der Schlachthof schrie „Auf dem zuuuuuuuur Arbeit“, Die Stimmung war wirklich klasse. Nach einer kurzen Kundgabe der Verachtung für das wahre Übel unserer Geslleschaft – Fischer Technik Spielzeug – ging es weiter. Immer zu Spaß-Punk, harte Gitarren und Refrains, die selbst der dööfste Punker beim zweiten Mal hören mitgrölen kann. Aber gerade das machte den Abend aus. Spaß, Alkohol, Gröhlen, Pogo, darum ging es.
Die Jungs aus Berlin verteilten von der Bühne das erste Bier „von Punkern für Punker“, ich glaube der Name war Pogo-Bräu oder Pogowahn oder so was, dies sei besser als Becks und Konsorten, da die Leute von Becks ja keine Punker seien. Na ja, dem Publikum gefiel es, ob das Bier wirklich schmeckte kann ich nicht beurteilen, habe leider keins abbekommen...
Es folgten weitere Klassiker wie „Ernst August“, „Wochenendticket“, „Schöner Strand“ oder „Nazis im Haus“, auch für lustige und höchstpektakuläre Pyrotechnikeffekt war sich die Band nicht zu schade, all dies trug zur guten Stimmung der vielen Irokesen bei diesem Konzert bei.
Negativer Höhepunkt des Abends war eine bisschen sehr lässige Art Archis auf den Tod von Joe Strummer hinzuweisen und statt dessen den Tod des dritten Ramone in den Vordergrund zu stellen – schade.
Als eine der Zuagaben kam dann auch, das selten erhörte und noch seltener-nachgespielte „Blitzkrieg Bop“ der Ramones, vielleicht war es auch besser keinen Clash-Song zu spielen. Eine weitere Zugabe war „Deutschland“ von Slime, hier durften drei Jung-Punker ihre Gesangeskünste auf der Bühne unter Beweis stellen – na ja – lustig wars. (Anm.: Aber bitte lernt den Text doch mal! Das war ja echt peinlich...)
Am Ende natürlich der Klassiker „Wir müssen raus“, gleichzeitig einer der Höhepunkte, wirklich ein cooler Song, der am Ende noch mal richtig einzuheizen wusste, nicht zuletzt wegen der unglaublich aufwendigen Lichtanlage und der Feuerwerkskörper.So verließen wir glücklich und zufrieden um zwölf den Schlachthof und fuhren heim…

Fazit: Ich habe die Terrorgruppe jetzt glaube ich das 5. Mal gesehen und es war immer sehr unterhaltsam gewesen! Deshalb wurde ich am Ende bei „Wir müssen raus“ schon ein wenig melancholisch, weil für mich die Terrorgruppe sowieso immer live besser war als auf Platte. (
Bär & Michael Schidler)

Related Links:
Bilder vom Konzert (all pics by Andy Bär für ozelot2001.com)
Interview mit der Terrorgruppe
Terrorgruppe - offizielle Homepage
Schlachthof Wiesbaden

 

 
wer:
terrogruppe
 
wann:
26.12.2004
 
wo: wiesbaden
(schlachthof)
   



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