als wir
hörten, daß die beiden meisterdiebe rob garza und eric
hilton endlich mal wieder den weiten weg von washington dc nach deutschland
kommen würden, war für uns klar, da müssen wir hin,
nicht zuletzt um allen daheimgebliebenen aufzudrücken, was sie
hier verpassen würden!
gleich als erstes muß man vorwegnehmen, dass es sich hier um
ein RICHTIGES konzert handeln sollte und nicht etwa nur um 2 aussergewöhnliche
DJs, die mit etwas plattenauflegen das konto aufbessern wollten. stattdessen
war eine elfköpfige combo als live-gig angekündigt und unsere
erwartungen daher entsprechend hoch.
da lediglich drei deutschlandkonzerte angesetzt waren, (...und
weil frankfurt eben immer kommerzgeil und electro bzw. houseverseucht
bleiben wird, gab es hier wie so oft bei keinen tourstop) hiess
es für die ozelot-redaktion ab nach münchen, was sowieso
mal wieder fällig war, um alte freunde zu treffen.
in münchen angekommen, packten wir noch unseren kollegen tobsta
untern arm oder besser gesagt er uns in seinen wagen und ab gings
zur badeanstalt. diese war in ihrem früherern leben übrigenes
wirklich mal ein schwimmbad gewesen und sieht eigentlich auch bis
heute noch so aus, es hängen sogar noch die duschköpfe und
haartrockengeräte an den wänden. eigentlich kaum zu glauben,
dass man gerade in der bussi-bussi metropole an der isar eine konzession
für einen so lässigen laden bekommen kann.
das ursprünglich
als open air geplante konzert musste wegen des schlechten wetters
nach drinnen verlegt werden, was der ganzen atmosphäre jedoch
auf keinen fall schaden konnte.
draußen gab es eine schöne, überdachte terrasse, auf
der bereits vor dem konzert die djs aus dem (leider ehemaligen) "funky
kitchen" mit feinen lounge-klängen auf einen noch viel feineren
abend einstimmten.
die terasse war brechend voll und als die ersten töne aus richtung
der bühne nach draußen drangen, begann der sturm ins ehemalige
schwimmbecken an dessen ende, im schwimmerbereich sozusagen,
die bühne aufgebaut war.
die corporation begann entspannt mit einigen alten instrumentals und
spätestens ab ihrem klassiker "libanese
blonde" war das becken am tanzen!
ursprünglich als open air konzert geplant, waren anscheinend
sehr viele tickets verkauft worden, die badeanstalt platzte aus allen
nähten und vor der bühne stieg die temperatur in der menge
auf geschätzte 45 Grad.
nach einigen,
älteren songs wurden dann fast alle stücke des aktuellen
und bisher besten albums "the
cosmic game" gespielt. mit völlig durchgeschwitzten
klamotten waren alle zu songs wie "the heart's a lonely hunter",
"warning shots" und "wires and watchtowers"
am tanzen, die stimmung unbeschreiblich gut.
hoch anrechnen muss man, dass keine kosten und mühen gescheut
wurden, um etliche gastmusiker mit auf tour zu nehmen. Nur so konnte
ein set dargeboten werden, dass an musikalischer vielfalt seines gleichen
noch bis heute sucht.
rob garza und eric hilton standen inmitten der bühne hinter ihren
turntables, spielten die samples ein und dirigierten die im kreis
drumherum angeordneten gastmusiker.
wie ein perfekt zusammengesetztes mosaik harmonierten die von den
beiden masterminds eingespielten samples mit den unterschiedlichsten
instrumenten, die sich in ihrer vielfalt von drums über gitarren
bis hin zu sitars erstreckten.
Die charakteristischen stimmen der zahlreichen gastsänger(inne)n
gaben dem ganzen den letzten schliff und ließen eine einzigartige
fusion der verschiedensten soundelemente entstehen.
am mic haben übrigens patricia "sista
pat" wharton, karina zeviani, arthur roots steele und
ooldouz "lou lou" ghelikani für ordentlich stimmung
und den nötigen vorwärtsgang gesorgt.
nach etwa eineinhalb stunden feinstem dub, downbeat, triphop und orientalischen
sounds, verschwand die coporation erstmal hinter der bühne. nach
etlichen zugabe-rufen, kamen sie dann relativ schnell wieder auf die
bühne, um die erste zugaberunde starten zu lassen:
jetzt gab es nicht nur für das publikum kein halten mehr, nein,
auch die zwei rastamen am mic konnten es sich auf einmal nicht mehr
nehmen lassen. sie und sürzten sich in die bestens gelaunte crowd
und performten einfach von dort aus weiter... leider nur kurz, denn
dann kam das darüber weniger erfreute security personal und half
ihnen mit ausgestreckten armen wieder auf die bühne zurück.
endlich wurde auch "the richest man in babylon",
einer der besten und bekanntesten songs der corporation gespielt,
was wohl den eindeutigen höhepunkt und gleichzeitig das ende
des konzerts einläuteten sollte.
doch damit nicht genug, die band verließ zwar die bühne
und zunächst schien es ganz so, als ob sie mit ihrem programm
nun endgültig durch wären. doch die fans ließen nicht
locker, wieder schallten enthusiastische "thievery-rufe"
durch die halle, die so bald noch kein ende nehmen wollten und es
dauerte nicht lange, bis sich ein teil der corporation wieder auf
der bühne befand.
als letztes verabschiedete sich die corporation von ihrer fangemeinde
mit dem besonders chilligen sowie schönen song "marching
the hate machines (into the sub)",
dass den perfekten ausklang für ein unvergessliches konzert bot.
nach der show mischten sich die bandmitglieder ohne die geringsten
starallüren völlig entspannt mitten unters publikum, das
sich zum großteil vom hitzeschock auf der terasse erholte. die
meinungen zum konzert waren eindeutig, zufriedene gesichter und durchschwitze
klamotten wohin man auch schaute...
fazit: eine einzigartige fusion
der verschiedensten soundelemente ließ ein unvergleichlich stimmungsgeladenes
konzert entstehen, dass man so schnell nicht vergessen wird. würden
wir bewertungen verteilen, müsste ich ganz klar sagen bestnote!
related links:
thieverycorporation.com
badeanstalt.net