so wars: thievery corporation (münchen - badeanstalt / 10.juli 2005)
 


als wir hörten, daß die beiden meisterdiebe rob garza und eric hilton endlich mal wieder den weiten weg von washington dc nach deutschland kommen würden, war für uns klar, da müssen wir hin, nicht zuletzt um allen daheimgebliebenen aufzudrücken, was sie hier verpassen würden!

gleich als erstes muß man vorwegnehmen, dass es sich hier um ein RICHTIGES konzert handeln sollte und nicht etwa nur um 2 aussergewöhnliche DJs, die mit etwas plattenauflegen das konto aufbessern wollten. stattdessen war eine elfköpfige combo als live-gig angekündigt und unsere erwartungen daher entsprechend hoch.

da lediglich drei deutschlandkonzerte angesetzt waren, (...und weil frankfurt eben immer kommerzgeil und electro bzw. houseverseucht bleiben wird, gab es hier wie so oft bei keinen tourstop) hiess es für die ozelot-redaktion ab nach münchen, was sowieso mal wieder fällig war, um alte freunde zu treffen.

in münchen angekommen, packten wir noch unseren kollegen tobsta untern arm oder besser gesagt er uns in seinen wagen und ab gings zur badeanstalt. diese war in ihrem früherern leben übrigenes wirklich mal ein schwimmbad gewesen und sieht eigentlich auch bis heute noch so aus, es hängen sogar noch die duschköpfe und haartrockengeräte an den wänden. eigentlich kaum zu glauben, dass man gerade in der bussi-bussi metropole an der isar eine konzession für einen so lässigen laden bekommen kann.

das ursprünglich als open air geplante konzert musste wegen des schlechten wetters nach drinnen verlegt werden, was der ganzen atmosphäre jedoch auf keinen fall schaden konnte.

draußen gab es eine schöne, überdachte terrasse, auf der bereits vor dem konzert die djs aus dem (leider ehemaligen) "funky kitchen" mit feinen lounge-klängen auf einen noch viel feineren abend einstimmten.

die terasse war brechend voll und als die ersten töne aus richtung der bühne nach draußen drangen, begann der sturm ins ehemalige schwimmbecken an dessen ende, im schwimmerbereich sozusagen, die bühne aufgebaut war.
die corporation begann entspannt mit einigen alten instrumentals und spätestens ab ihrem klassiker "libanese blonde" war das becken am tanzen!

ursprünglich als open air konzert geplant, waren anscheinend sehr viele tickets verkauft worden, die badeanstalt platzte aus allen nähten und vor der bühne stieg die temperatur in der menge auf geschätzte 45 Grad.

nach einigen, älteren songs wurden dann fast alle stücke des aktuellen und bisher besten albums "the cosmic game" gespielt. mit völlig durchgeschwitzten klamotten waren alle zu songs wie "the heart's a lonely hunter", "warning shots" und "wires and watchtowers" am tanzen, die stimmung unbeschreiblich gut.

hoch anrechnen muss man, dass keine kosten und mühen gescheut wurden, um etliche gastmusiker mit auf tour zu nehmen. Nur so konnte ein set dargeboten werden, dass an musikalischer vielfalt seines gleichen noch bis heute sucht.

rob garza und eric hilton standen inmitten der bühne hinter ihren turntables, spielten die samples ein und dirigierten die im kreis drumherum angeordneten gastmusiker.
wie ein perfekt zusammengesetztes mosaik harmonierten die von den beiden masterminds eingespielten samples mit den unterschiedlichsten instrumenten, die sich in ihrer vielfalt von drums über gitarren bis hin zu sitars erstreckten.
Die charakteristischen stimmen der zahlreichen gastsänger(inne)n gaben dem ganzen den letzten schliff und ließen eine einzigartige fusion der verschiedensten soundelemente entstehen.

am mic haben übrigens patricia "sista pat" wharton, karina zeviani, arthur roots steele und ooldouz "lou lou" ghelikani für ordentlich stimmung und den nötigen vorwärtsgang gesorgt.

nach etwa eineinhalb stunden feinstem dub, downbeat, triphop und orientalischen sounds, verschwand die coporation erstmal hinter der bühne. nach etlichen zugabe-rufen, kamen sie dann relativ schnell wieder auf die bühne, um die erste zugaberunde starten zu lassen:
jetzt gab es nicht nur für das publikum kein halten mehr, nein, auch die zwei rastamen am mic konnten es sich auf einmal nicht mehr nehmen lassen. sie und sürzten sich in die bestens gelaunte crowd und performten einfach von dort aus weiter... leider nur kurz, denn dann kam das darüber weniger erfreute security personal und half ihnen mit ausgestreckten armen wieder auf die bühne zurück.
endlich wurde auch "the richest man in babylon", einer der besten und bekanntesten songs der corporation gespielt, was wohl den eindeutigen höhepunkt und gleichzeitig das ende des konzerts einläuteten sollte.
doch damit nicht genug, die band verließ zwar die bühne und zunächst schien es ganz so, als ob sie mit ihrem programm nun endgültig durch wären. doch die fans ließen nicht locker, wieder schallten enthusiastische "thievery-rufe" durch die halle, die so bald noch kein ende nehmen wollten und es dauerte nicht lange, bis sich ein teil der corporation wieder auf der bühne befand.

als letztes verabschiedete sich die corporation von ihrer fangemeinde mit dem besonders chilligen sowie schönen song "marching the hate machines (into the sub)"
, dass den perfekten ausklang für ein unvergessliches konzert bot.

nach der show mischten sich die bandmitglieder ohne die geringsten starallüren völlig entspannt mitten unters publikum, das sich zum großteil vom hitzeschock auf der terasse erholte. die meinungen zum konzert waren eindeutig, zufriedene gesichter und durchschwitze klamotten wohin man auch schaute...

fazit: eine einzigartige fusion der verschiedensten soundelemente ließ ein unvergleichlich stimmungsgeladenes konzert entstehen, dass man so schnell nicht vergessen wird. würden wir bewertungen verteilen, müsste ich ganz klar sagen bestnote!

 

related links:
thieverycorporation.com
badeanstalt.net
 
  

 
wer:
thievery corporation
 
wann:
10.juli 2005
 
wo: münchen
(badeanstalt)
   


thievery corporation
"the cosmic game"


thievery corporation
"the outernational sound"


thievery corporation
"the richest man in babylon"


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"abductions and reconstructions"


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"the mirror conspiracy"
  

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"dj kickz"


thievery corporation
"sounds from
the verve hi-fi"
 

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"sounds from
the thievery hi-fi"