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Stone Temple Pilots - Stone Temple Pilots
Label: Atlantic | Vertrieb: Warner | VÖ: 21.05.2010 | Format: CD |
Genre: Rock / AlternativeRock / Grunge / Psychedelic / ClassicRock
von JK

„Wie, die gibt es wieder?“ – diese Frage haben mir einige Menschen in meinem Bekanntenkreis gestellt, als ich ihnen freudig davon berichtete, dass es eine neue CD von den Stone Temple Pilots geben wird. Die Frage war allemal berechtigt, denn sagenhafte 9 Jahre ist es her, dass die Stone Temple Pilots ihren letzten Longplayer veröffentlichten. Doch dass den meisten diese Band noch etwas sagt, hängt damit zusammen, dass man ohne Umschweife behaupten kann, dass die 4 Kalifornier in den 90er Jahren eine der größten Alternative-Rock/Grunge Bands aller Zeiten waren.

Ein kurzer Überblick zur Erfolgsgeschichte der STP: Scott Weiland und Gitarrist Robert De Leo trafen sich bei einem Konzert von Henry Rollins' ehemaliger Band Black Flag zum ersten mal und mussten nach einen Gespräch feststellen, dass sie die gleiche Frau dateten. Es kam nicht wie zu erwarten zu einer Prügelei, sondern dieser komische Zufall machte beide zu lebenslangen Freunden, da beide sehr musikalisch begabt waren. Kurze Zeit später, im Jahre 1986 gründete man die STP, damals noch unter dem Namen Mighty Joe Young bekannt. Relativ schnell war dann die Band komplett und man konnte einen Plattendeal bei Atlantic Recors an Land ziehen. Der Rest ist Geschichte: 5 Alben und 35 Millionen verkaufte CDs!

Das erste Album „Core“ schlug ein wie eine Bombe, die Single „Plush“ verhalf den vier Kaliforniern zu ungeahnten Ruhm, es folgten die absoluten Rock-Klassiker wie „Wicked Garden“, „Vasoline“, „Interstate Love Song“ und „Sour Girl“. Dies ist natürlich nur ein kleiner Anriss ihrer Hits, denn die Grammy-augezeichnete Band kann eine lange, erfolgreiche und turbulente Bandgeschichte vorweisen. Wer noch nicht die vorherigen Alben der STP besitzt, dem kann ich nur ans Herz legen sich diese zuzulegen, diese sollten bei keinem Rockfan im Schrank fehlen!

2001 schien die Band am Ende zu sein, es folgte lediglich im Jahre 2003 das Greatest Hits Album „Thank You“ und danach war Funkstille. Die Band hatte zu viele Krisen durchgestanden und war am Ende ihrer Kräfte. Viele Probleme entstanden durch Frontmann Scott Weiland, der immer wieder wegen Heroin- und Kokainkonsums festgenommen wurde. Er beichtete MTV sogar einmal in einem Interview, dass er lediglich das erste Album „Core“ clean aufgenommen habe. Nach der Trennung der STP widmete sich Scott anderen Projekten, er war sehr erfolgreich mit der Band Velvet Revolver (2003-2008), die aus ihm und den übrig geblieben Bandmitgliedern von Guns’n’Roses bestand. Leider trennten sie sich auch nicht im Guten und schmissen Scott förmlich raus, wegen seinen andauernden toxischen Problemen. 2008 war es dann endlich soweit, die STP hatten Bock wieder zusammen auf der Bühne zu stehen, sie tourten durch ganz Nordamerika und beschlossen die nächsten Jahre wieder gemeinsame Wege zu gehen!

2010 sind wir im hier und jetzt angekommen, die STP haben es tatsächlich geschafft eine neue CD zusammen aufzunehmen und noch dazu eine sehr zufrieden stellende. Im Moment scheint es ohnehin eine Reunion-Welle der Rock/Grunge Pioniere der 90er zu geben, im letzten Jahr traten Alice In Chains wieder auf die Bildfläche (mit neuem Sänger) und Chris Cornell hat angekündigt, dass es bald ein neues Album von Soundgarden geben wird. Man kann sich nur glücklich über diese Entscheidungen schätzen, denn diese Bands haben schon immer ehrlichen und kernigen Rock gemacht.

Zur CD selbst: Ein selbstbetiteltes Album zu veröffentlichen war ursprünglich nur bei Debutalben üblich, doch für eine Reunion ist da auch ziemlich passend. Nicht sonderlich orginell mag man da denken aber wahrscheinlich wollte die Band darauf aufmerksam machen, dass dieses Album wie ein Neuanfang der Stone Temple Pilots zu verstehen ist. Insgesamt besticht das Album durch einen 60s/70s-lastigen Sound. Das soll heißen sie kommen auf die Wurzeln des Rocks zurück, in diesen zwei Jahrzehnten waren psychedelische Elemente, wie z.B. bei The Doors oft in der Musik zu finden. Genauso ist es auf diesem Album aber generell kann man es in keine Schublade stecken, die STP machen einfach ihren eigenen Sound und haben sich schon immer vieler verschiedener Elemente bedient. Außerdem gibt es viele Solis, starke Gitarrenriffs, Südstaatenflair und Country-Elemente auf diesem Album zu bestaunen. Die erste Singleauskopplung „Between The Lines“ und gleichzeitig der erste Song auf der Platte ist ein leichtfüßiger, unbeschwerter Track, er geht ins Ohr und bleibt auch dort.



Der zweite Song der Platte ist „Take a load off“, dieses Stück erinnert an alte STP Zeiten, der Refrain hat unglaublich viel Kraft und man kommt nicht umhin mitzuträllern. „Huckleberry Crumble“ ist ein wunderbarer Song zum relaxen, er erinnert an Sommer, Sonne und Strand - mit ihm kann man einfach eine schöne, entspannte Zeit verbringen. Eins der Highlights ist das tiefgründige Lied „Dare If You Dare“, es ist einfach ein Genuss für die Ohren und man lauscht gespannt dem Wechselspiel zwischen Scotts rauer Stimmer und hohem Gesang im Refrain. Hervorragender Song! „Fast As I Can“ ist der flotteste Song der Platte, was nicht verwunderlich ist bei dem Titel. Hier spielen wieder Country-Einflüsse eine größere Rolle, genauso wie bei den Songs „First Kiss on Mars“ und „Maver“, letzteres kommt ein wenig kitschig rüber. Wie es bei wenigen Alben der Fall ist, kann man diese Platte immer und immer wieder hören und sie wird nicht langweilig, nein sie wird sogar immer besser. Die STP haben alle Erwartungen mit diesem Album erfüllt oder vielleicht sogar übertroffen. Sie werden höchstwahrscheinlich nicht so große Erfolge mit diesem Album einfahren, wie in den 90ern, dies hat aber keinesfalls etwas mit ihrem Können zu tun, eher mit allgemein nachlassenden Verkaufszahlen. Dennoch prophezeie ich eine akzeptable Chartposition, was den einzelnen nicht interessieren mag, die Hauptsache ist das Ding rockt und das tut es auch!

Das Album ist auch als Special Edition mit einem Bonustrack und drei zusätzlichen Live-Versionen erhältlich.

Anspieltipps:
01. Between the Lines
02. Take A Load OFF
05. Dare If You Dare
07. Hazy Daze
10. Fast As I Can

Fazit: Die Stone Temple Pilots zeigen mit diesem Album, dass sie nichts von ihren rockigen Songwriter-Qualitäten verloren haben. Sie geben sich so energiegeladen wie eh und je und können getrost eine zweite Erfolgsära für die Bandgeschichte einleiten. (JK)

(Gesamtspielzeit: 12 Tracks, ca. 41 Minuten)
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Alice in Chains, Pearl Jam, Soundgarden, Nirvana, Velvet Revolver, Radiohead, Smashing Pumpkins